Donnerstag, 19. März 2020

Wir sind für dich da!

Diesen Satz lese ich derzeit mehrmals täglich. Er kommt nicht von Freunden oder Nachbarn. Nicht, dass die nicht da wären. Aber diese Botschaft kommt aus dem Marketing. Der Onlinehandel teilt mir mit, dass sie in schweren Zeiten dennoch alles tun werden, damit ich weiter shoppen kann. Beziehungsmarketing nennt man so etwas. Mit Hilfe der Krise eine emotionale Bindung aufzubauen, halte ich eher für eine sehr eklige Methode. Wenn dann wenigstens eine %-Aktion damit verbunden wäre. Aber nix (okay, wenige Ausnahmen). Muss der Onlinehandel aber auch nicht. Vermutlich shoppen gerade so einige Leute online. Denn sie sehen ja nicht, wer da alles hinter den Kulissen in die Hände spucken muss, damit das Paket an der Haustür ankommt. E-Commerce hat inzwischen signifikante Marktanteile und jetzt, da der stationäre Handel schließen musste, kippt das Gleichgewicht weiter. So lang die Kauflaune der Leute noch anhält. Sofern sich die Situation auf die Gehälter auswirkt, wird das wohl auch nachlassen.

Ich wiederum kann ich ja gleich mal meine Ausmistaktion weiterführen und ein paar Werbenewsletter abbestellen. 😈 Marketingfinten wirken bei mir eh nicht. Außer, dass ich dann irgendwann weiß, in welchem Turnus es Rabattaktionen gibt und nur noch selten zum regulären Preis kaufe.

Andere Retailer bieten tatsächlich gerade Rabatte oder verlängerte Retourenzeiten an. Naja, muss jeder selbst wissen, ob man die Logistiker auf Trab hält. Die Wirtschaft bedankt sich, aber ist Solidarität nicht auch, dass man derzeit jeden entlastet, der nicht unbedingt für die lebensnotwendigen Bereiche gebraucht wird? Gut, mancher wird eher arbeiten wollen als Lohneinbußen zu haben oder schlimmer noch, seinen Job zu verlieren. Aber während im Lebensmittelhandel gerade die Logistik qualmt, könnten Firmen aus weniger gefragten Bereichen ja zum Beispiel Mitarbeiter ausleihen? Gab es in der Vergangenheit auch schon, zum Beispiel bei einem Hersteller von bekannten Taschenmessern.

Auch die Berufsnetzwerke quellen über von Posts, wie Unternehmen ihre Dienstleistung auf die aktuelle Situation übersetzen. Besonders schmunzeln muss ich teils über die vielen stolzen Meldungen, wie toll Homeoffice funktioniert. Gut, ich arbeite seit Jahren mit großen dezentralen internationalen Teams und somit sind alle damit verbundenen Herausforderungen und verfügbaren Lösungen Teil meiner Arbeit. Aber offensichtlich ist das doch für sehr viele immer noch Neuland. Besonders das Vertrauen in die Mitarbeiter, selbständig Probleme zu lösen und zuverlässig ihre Arbeit zu erledigen, scheint ein Thema zu sein. Das ist schade, denn letztendlich ist es ja die Aufgabe der Führung, die Leute dort hin zu bringen. Aber auch hier ist Mikromanagement oder fehlendes Wissen, wie "Modern Leadership" funktioniert ein häufiges Problem.

Homeoffice kann so vielem Vorteile haben. Besonders in der aktuellen Klimadebatte ist dies ein Feld, wo wirklich Emissionen gespart werden können und überlastete Verkersnetze profitieren könnten. Außerdem macht es Familie und Beruf sehr viel leichter vereinbar. Besonders wenn es auch noch flexible Arbeitszeiten gibt.

Als Gegenargument wird angeführt, dass das Teambuilding und Beziehungsmanagement dann leiden würde. Das kann ich nicht bestätigen. Meine Teams mit manchmal über 100 Mitarbeitern saßen über bis 75 Länder verteilt. Manche Zuhause, manche in Büros. Manche Menschen sind sich nie Auge in Auge begegnet. Dennoch hatten wir bei der Bewertung des Teamgefühls immer hohe Punktzahlen. Weil es trotzdem Strukturen wie Teammeetings, Stand-Ups, etc. gab und die Disziplin dort teilzunehmen auch eingefordert wurde. Weil jeder klare Aufgaben, Liefertermine und Verantwortungen hatte. Weil wir extrem am Thema Transparenz und Kommunikation gearbeitet haben. So zum Beispiel ständig aktualisierte Organigramme, Reports, etc. für alle einfach zugänglich gemacht und Abhängigkeiten aufgezeigt haben. Mehrere Mitarbeiter sagten, sie fänden das Arbeiten in dem großen dezentralen Teams einfacher, als in ihren kleinen lokalen Teams. Weil es klare Strukturen und Ziele gab.

Hört sich dann alles recht unflexibel an? Ist es gar nicht. Denn durch stark vernetztes Arbeiten kann man nicht nur schnell die für das Thema richtigen Kollegen identifizieren, sondern es bauen alle Beteiligten auch weitere Expertise auf. Zum Beispiel Problemlösungskompetenz. Die besten Teams sind immer die, denen es darauf ankommt Probleme schnell und effizient zu lösen, anstatt krampfhaft zu versuchen keine Fehler zu machen. Ein Team, welches gelernt hat, dass man zusammen Hürden nehmen kann wird offener und hilfsbereiter zueinander, weil Fingerpointing kein Thema mehr ist. Hierdurch bauen sich dann auch Silos ab und man fühlt sich als Team für das Gesamtergebnis verantwortlich und weiß, wie die eigene Leistung ins gesamte Bild passt und was es für Auswirkungen auf andere hat, wenn man selbst nicht liefert. Das spornt an.

Hört sich wie ein Märchen an? Ist es nicht, sondern seit vielen Jahren Realität in meinen Projekten.

Das Umdenken dauert bestimmt eine Weile. Aber ich habe in meinen Projekten in den letzten Jahren gesehen, dass der Effekt schnell einsetzt, wenn man konsequent die Basis dafür legt. So habe ich fast nie die einkalkulierten Reisekosten verbraucht. Denn anfangs werden diese noch von den Teams gefordert. Dann merken sie, es geht auch so. Und auch wenn viele generell nichts gegen Geschäftsreisen haben, so ist keiner böse, wenn man sich den Stress nicht noch zusätzlich antun muss und ohne Hetze von Bahn zu Flug zu Hotel auch ruhiger und effizienter arbeiten können.

So sparen wir nicht nur Emissionen, sondern auch unnötigen Stress und Überstunden. Besonders stark sieht man den Effekt, wenn man in Folgeprojekten mit dem gleichen Kernteam wieder arbeitet. Reiskosten? Deutlich gesunken. Den Auftraggeber freut es auch.

Natürlich braucht es auch die richtigen Leute dafür. Aber hier ist wieder die Führung gefragt, die Teams entsprechend aufzubauen. Dazu gehört neben der Personalauswahl auch die Ausstattung mit der richtigen Technik. Denn nichts demoralisiert mehr, wenn ständig Leute aus dem Call fliegen oder der Laptop ständig abstürzt. Gute Headsets und einfach zu bedienende Kommunikations-Software gehören ebenso dazu. Auch Ausstattungs- und Zugangsprofile für die jeweiligen Rollen helfen Mitarbeiter schnell und vollständig zu boarden.

Ich bin gespannt, wie das Fazit der Unternehmen ausfällt, wenn wir irgendwann wieder in den normalen Alltag gehen.

Hier ist es unterdessen deutlich stiller geworden (von meinen Höllennachbarn abgesehen). Der Verkehrslärm ist fast ganz weg (dafür umso mehr Mopeds, die ihre Motoren aufheulen lassen müssen), weiter nur sehr vereinzelte Flugzeuge am Himmel. Dafür umso mehr Rasenmäher und Heckenscheren. Neben Gartenarbeiten hatten die Leute wohl auch angefangen ordentlich auszumisten. Die Betriebshöfe wurden überrannt. Nun sind diese aber auch geschlossen.

In manchen Ländern treffen sich laut Presse zig tausend Menschen und beten. Trotz Verboten von Massenversammlungen. Speziell selbst ernannte religiöse Führer rufen auf, sich den Gesetzen zu wiedersetzen. Was stimmt mit diesen Typen nicht? Manche werden wohl nun bald feststellen, ob sich das Beten gelohnt hat. Oder um es etwas fieser auszudrücken, manche Probleme lösen sich von allein... Sorry, aber für so etwas habe ich null Verständnis,

Hierzulande machen sich unterdessen die Bauern Sorgen, dass vorwiegend aus Osteuropa stammende Saisonkräfte nicht zur Spargel- und Erdbeerernte kommen können. Hier könnte man ja vielleicht mal drüber nachdenken, ob Menschen, die von Lohnkürzungen betroffen sein werden sich etwas ohne Konsequenzen dazu verdienen dürfen? Mit entsprechendem Abstand natürlich. Pragmatische Lösungen für einen kurzen Zeitraum dürften jetzt kurzfristig wohl das Beste sein.

Denn wenn man sieht, wie viele Idioten nach wie vor die Lage nicht ernst nehmen, wird es noch etwas dauern bis die Normalität zurück kehrt. Das Ordnungsamt ist immer noch sehr beschäftigt damit Menschenansammlungen in Innenstädten und Parks aufzulösen. Teils werden die Mitarbeiter sogar beschimpft. Da fällt einem nix mehr zu ein. Oder doch, wir haben doch gerade einige leer stehende Turnhallen. Da können die Leute ja mal ein vierwöchiges Dauertreffen veranstalten. Türen werden allerdings abgeschlossen. Alter...

So, genug Medien für heute. Sonst krieg ich schlechte Laune.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Mittwoch, 18. März 2020

Stille?

Der Pott schläft ja bekanntlich nie. Dennoch ist es hier deutlich ruhiger geworden. Der Verkehrslärm von der Hauptstraße hat eher so Sonntagnachmittag-Lautstärke. Aber das haben meine "Lieblingsnachbarn" (Not!) prompt wett gemacht und haben die Nachbarschaft mal wieder mit Musik beschallt. Die aktuelle Situation nutzen sie zu einem Großfamilientreffen. Dabei gehen sie sich im halbstundentakt gegenseitig an die Kehle. Hab ich schon mal erwähnt, warum ich hier wegziehen werde?

Irgendwann hatte sich die Truppe etwas ausgetobt und ich nahm die Terrasse in Angriff. Schrubben habe ich heute mal noch sein lassen. Von der Rasenaktion hatte ich eine Blase am Daumen bekommen, die sich etwas entzündet hat. So ein Pech aber auch 😁 Aber immerhin ist das ganze Grünzeug aus den Ritzen raus, der Efeu in die Schranken gewiesen und der Sichtschutz wieder halbwegs repariert. Muss ja nicht mehr ewig halten.

Zum Abschluss wurde noch das Mandelbäumchen in Sichtweite geschoben und mit Ostereiern behängt. Die ersten Blüten gehen gerade auf 😍 Werde ich am Wochenende dann aber wohl wieder in die andere Ecke schieben müssen, denn jetzt soll es scheinbar doch noch Frost geben. So zum krönenden Abschluss des Winters. 😠

Anschließend hatte ich mir ein kühles Getränk und Sonne im Gesicht verdient, während die Bettwäsche im Wind flatterte. Gibt doch nix besseres als von Sonne und Wind getrocknete Wäsche. Prompt landete der Wäscheständer dann im Gebüsch. Also Standort justiert und fixiert und weiter chillen. Wenn die Anreiner mal Ruhe geben, ist es hier gerade fast idyllisch. Die Vögel trompeten aus voller Kehle, am Himmel nicht eine Wolke. Und erst als ein Flugzeug die Stille zerriss wurde mir so richtig klar, was hier gerade anders läuft. Die Flugzeuge sind deutlich weniger geworden.

Nicht, dass ich das Geröhre vermisse. Aber ich wohne in der Einflugschneise vom Düsseldorfer Flughafen und speziell zur Rushhour kommt hier einiges vorbei. Jetzt gerade mal ein Flugzeug in drei Stunden, die ich draußen war. Auch Langstreckenflieger gerade mal drei. Normalerweise ist hier selbst bei bestem Wetter der Himmel immer von Kondensstreifen durchzogen.

So ganz ist die Welt also doch noch nicht zum Stillstand gekommen. Zumal gerade tausende Deutsche aus dem Urlaub zurück gekarrt werden. Aber auch die Daheimgebliebenen haben noch nicht flächendeckend verstanden, dass wir gerade keine Sonderferien haben. Ziel des ganzen muss es doch sein, die jetzige Situation so kurz wie möglich zu halten. Trotzdem gab es heute zig Bilder im Netz und TV von Menschen, die im Biergarten sitzen. Es muss vermutlich wirklich erst zur Ausgangssperre kommen. Prompt zappte sich Mutti Merkel ins Abendprogramm und erklärte den Leuten nochmals, dass man den Kopf einschalten möchte. Inklusive nochmal eine Ansage an die Klopapierhamsterer. Aber das dürfte wohl aussichtslos sein. Ich erwarte Quasi stündlich eine erste Eilmeldung über einen unter Dosen und Klopapier verschütteten Prepper.

Immerhin könnte sich ein mögliches Ende der schärfsten Maßnahmen erahnen lassen. In China ist die Ansteckungswelle nach dem Aufheben der Quarantäne nicht wieder aufgeflammt. Es gibt kaum noch neue Fälle. Gut, es haben sich dort auch weit mehr Menschen angesteckt, als hier bisher bekannt sind. Diese sind nun immun. Dennoch gibt es etwas Hoffnung, dass ca. 4 Wochen runterfahren, mit anschließendem vorsichtigen Umgang miteinander, etwas gebracht haben könnte. Wir werden sehen. Nicht zu wissen, wie lang die Situation andauert und was sie für Konsequenzen haben wird, hinterlässt kein gutes Gefühl.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Dienstag, 17. März 2020

Abenteuer Supermarkt

Heute musste ich mal wieder unter Leute um meinen Kühlschrank aufzufüllen. Auf dem Weg dorthin stellte ich fest, dass offensichtlich doch noch nicht alle Geschäfte außerhalb der notwendigen Versorgungskette geschlossen sind und die Parkplätze sind weiterhin gut gefüllt. Es scheint, dass die Message doch noch nicht angekommen ist...

Meine Taktik, in der Woche Vormittags einkaufen zu gehen, geht leider nicht mehr auf. Es herrschte eher so Samstags-Betrieb. Immerhin, alles gesittet und so mancher Schwatz an den Regalen kam zustande. Man witzelt über ausverkaufte Produkte und empfiehlt sich gegenseitig Alternativen. Es wird freundlicher als sonst Platz gemacht und sich wortreich entschuldigt, wenn man im Weg steht. Eigentlich ja ganz nett. Nicht, dass hier sonst Anarchie herrscht, aber die Rücksichtnahme und Höflichkeit hat seit einigen Jahren deutlich nachgelassen. Die Manieren dürften gern dauerhaft zurückkehren.

Aber man merkt doch die Anspannung.  Heute kamen mir gleich mehrere Menschen mit Atemschutzmasken entgegen. Vorwiegend älter Leute. Soll jeder so machen, wie er will und vielleicht sogar muss. Manche wiederum unterhalten sich laut über die Hamsterer, andere dreschen den Wagen voll. Aber auch hier sollte man vielleicht dieser Tage erst nachdenken, bevor man die vorurteilende Augenbraue hebt. Kinder essen nun nicht mehr in der Schule und Eltern nicht im Büro bzw. der Kantine. Also ja, da braucht man etwas mehr als sonst im Kühlschrank. Augenscheinlich gibt es vorwiegend Pizza, da gabs nämlich fast nix mehr im Kühlregal.

Ich hatte heute auch mal einen längeren Zettel dabei, denn ich möchte die Anzahl der Gänge zum Konsumtempel auch auf ein Minimum einschränken. Einmal weil Mutti Merkel das so empfiehlt und ich muss sagen, derzeit finde ich die Situation dort eher bedrückend und möchte mich dieser bestmöglich entziehen.

Denn auch, wenn ich mich als relativ vernünftigen Menschen beschreiben würde, wenn man sieht, wie Leute mit zig Packungen Wasser, Nudeln oder sonstwas abschwirren und von der gewählten Ware nur noch zwei einsame Pakete im Regal stehen, dann fühlt sich das komisch an und verleitet vielleicht dazu, ebenfalls mehr zu kaufen als nötig.

Viele Regale sind auch deutlich ausgedünnt. Eier mal wieder komplett weg. Und von Klopapier und Co. fange ich lieber gar nicht erst an. Leute, was macht ihr bloß mit dem ganzen Zeugs??? Das kann mir keiner mehr erzählen, dass ein Gang, der sonst immer gut gefüllt war und alle trotzdem entspannt aufs Klo gehen konnten, plötzlich trotz zusätzlicher Paletten zum wiederholten Mal leer gefegt ist. Inklusive feuchtem Toilettenpapier, das ich sonst immer scheinbar alleine kaufe - alles weg. Küchenrolle - ausverkauft. Taschentücher und Servietten - weg. Oder hab ich was nicht mitbekommen und das Zeug hat Heilkräfte? Oder kann man das einem Esel füttern und der macht Gold draus? Dann bitte ich um Hinweise und werde sofort ebenfalls in rauen Mengen nachkaufen.

Gut, Klopappier hatte ich noch. Ich war auf der Suche nach Taschentüchern. Aus aktuellem Pollenflugbedingtem Anlass besteht hier erhöhter Bedarf. Zwei Pakete lagen noch unter einem Stapel Pappe. Und ich habe EINES mitgenommen.

Meine Lieblingswurst war ausverkauft, was ich dann ja doch etwas skandalös fand und die Fleischpreise sind auch gerade nicht so dolle. Hab fünf Euro für 500 Gramm Hack bezahlt. Das ist zwar verglichen mit anderen Ländern immer noch günstig, aber doch eben deutlich teurer als sonst. Angebot und Nachfrage, so hat man es mir im BWL-Studium beigebracht.

Aber mal ganz im Ernst. Manche Sachen mögen gerade nicht verfügbar sein, aber es gibt genügend Substitute. Verhungern muss niemand. Und auch wenn Vorräte haben absolut okay ist. Aber einen Jahresvorrat bunkern und andere gucken in die Röhre ist nicht okay und auch nicht notwendig.

So, jetzt lege ich mir die letzten zwei Scheiben Lieblingswurst aufs Brot und genieße den sonnigen Tag. Immerhin hat Petrus rechtzeitig Frühlingswetter geliefert um die angeschlagenen Gemüter etwas aufzuhellen.

In diesem Sinne, bleibt gesund und seid nett zueinander.

Sonnige Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Montag, 16. März 2020

Kettenreaktion

Gartenbesitzer kennen das. Sobald die Sonne sich im Frühjahr blicken lässt, röhrt auch schon der erste Rasenmäher. Und die Dinger sind Herdentiere. Also röhrt es schon bald darauf in der ganzen Nachbarschaft.

Ich habe mich heute auch in den Kanon eingereiht. Allerdings musste ich morgens den Wetterumschwung und die damit verbundenen Kopfschmerzen erst einmal mit einer Tablette behandeln. Am Vormittag genoss ich dann erst einmal den Sonnenschein von der Couch aus - Jobsuchenderweise. Heute waren auch tatsächlich mal ein paar ganz interessante Sachen dabei. Ich klopf mal fix aufs Holz. Denn die aktuelle Situation macht mir schon etwas Sorgen. Die drastischen Maßnahmen werden Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Wenn man dann gerade ohne Brötchengeber ist, macht es die Sache nicht besser. Übrigens, wenn jemand eine erfahrene Projektmanagerin sucht, ich wäre verfügbar 😎

Pünktlich zum Ende der Mittagszeit ging es dann aber dem Grünzeug an den Kragen. Erst einmal eine gefühlte halbe Tonne Tannenzapfen absammeln. Denn wenn die Dinger in den Mäher geraten, werden sie zu Raketengeschossen. Dann mit dem Rechen das vorwiegend im vergangenen Jahr vertrocknete Gras anheben. Und mit dem Mäher wieder platt fahren. Verdammt. Also mehrere Runden aufrichten und plattfahren. Dann war das meiste tote Zeugs weg und die in den Rasen gewachsenen Efeuranken kamen zum Vorschein. Nicht, dass ich die ersten schon per drüber stolpern gefunden hätte. Also kräftig ziehen und irgendwo mehrere Meter weiter im Gebüsch raschelte es. Schon bemerkenswert, wie lang die Dinger werden. Bei der ganzen Aktion habe ich dann wohl ein Rotkehlchenpaar gegen mich aufgebracht. Tschuldigung. Ich hab dann extra ein paar Pausen gemacht, damit sie Würmer einsammeln konnten. Nicht etwa, weil mir die Puste ausgegangen war 😁 Zum Schluss noch ein paar Hände Samen verteilt und nun heißt es für die nächsten Wochen: Das Betreten der (hoffentlich bald wieder) Grünfläche ist verboten.

Sobald der zu erwartende Muskelkater abgeklungen ist, muss dann die Terrasse geschrubbt und entgrünt werden. Da ist so einiges in den Ritzen gewachsen und der Dauerregen hat seine Spuren auf den Platten hinterlassen.

Jetzt ist erst einmal chillen angesagt. Ich werde heute noch zwei Mal aufstehen. Das erste Mal, wenn der Ofen das Essen fertig hat und dann noch einmal, wenn ich ins Bett gehe. Ich bin platt.

Müde Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Sonntag, 15. März 2020

Dokumentation historischer Ereignisse



Die aktuelle Situation rund um das C-Wort dürfte ja allen bekannt sein. Ich möchte im Rahmen des Tagebuchcharakters meines Blogs vorwiegend ein paar Ereignisse festhalten Wer also nicht noch mehr von dem Thema lesen möchte, möge mir verzeihen und weiterziehen.

Eine Freundin ist seit gestern vorsichtshalber in Haus-Quarantäne. Ein Arbeitskollege war mir einem bestätigten Fall in Kontakt und nun heißt es abwarten. Es geht ihr aber gut und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt.

Eine Freundin aus Spanien (Madrid) muss inzwischen auch Zuhause bleiben, wie die meisten Madrilenen. Sie ist aber eben eine typische Spanierin, die es mit stoischer Gelassenheit hinnimmt. Gut so, sollten sich manche ein Beispiel dran nehmen.

Ich hingegen meide Menschen so gut es geht, nutze noch weniger Bargeld als sonst schon (weil es einfach eklig ist) und gehe dann einkaufen, wenn es sonst kaum jemand tut. Wo immer möglich nehme ich die Self-Checkout-Kassen, denn mir tun die Kassierer/innen gerade richtig Leid. Den ganzen Tag Geld annehmen und in nächster Nähe zu unzähligen Menschen zu sein muss echt nervenaufreibend sein. Ich wische inzwischen auch den Handlauf der Einkausfwagen ab. Feuchttücher und Handdesinfektion gehören seit eh und je in meine Handtasche. Besonders im Winter. Auch im Büro habe ich immer feuchte Reiningungstücher, denn seien wir realistisch. Die Reinigungskräfte gehen mit einem Lappen über alle Tische und verteilen mehr, als sie entfernen. Nur mal so.

Gestern war richtig gutes Wetter und trotzdem waren fast alle Nachbarn Zuhause und auf den Straßen nicht viel los. Ich musste zum Baumarkt, denn mein Pollen-/Mückenschutz im Wohnzimmer hat das Zeitliche gesegnet. Da ich ja schon mit Heuschnupfen zu kämpfen habe und gegen Kribbelmücken allergisch bin (die in meinem Garten leider heimisch sind), konnte das nicht lang so bleiben. Der Baumarkt war auch recht gut besucht. Wenn zunehmend Leute Zuhause bleiben müssen, wird halt eben an Haus und Heim gewerkelt. Ich hab dann auch gleich noch Grassaat mitgenommen und werde das Wetter kommende Woche nutzen und den Garten auf Vordermann bringen. Im Freizeitbereich sind auch die ersten Sachen abgesagt worden. Aber das ist okay, ich verstehe, dass wir alle eine Verantwortung dafür tragen, dass sich das Virus möglichst langsam ausbreitet.

Vor einigen Jahren habe ich mal in einem Buch einen theoretischen und augenzwinkernden Beitrag gelesen, was es bedeuten würde, wenn man versucht ein Virus auszumerzen. Aufgrund des Mindestabstandes müssten dann aber einige Menschen in der Wüste stehen und die Wirtschaft würde natürlich auch ordentlich Beulen bekommen. Damals habe ich drüber geschmunzelt. Nun werden wir Zeugen von Maßnahmen, die drastisch sind und Folgen haben werden. In welchem Ausmaß ist nicht absehbar. Ich kann aber auch nicht behaupten, dass ich niemals gedacht hätte, so etwas mit zu erleben. Es war eher eine Frage der Zeit.

Ob eine Vollquarantäne wie in manchen Ländern tatsächlich wirksam ist oder nachher alles von vorn beginnt, kann ich nicht beurteilen. Auch, ob es sinnvoll ist Menschen aus medizinischen Berufen aus der Rente zu holen, die ja aufgrund ihres Alters einer Risikogruppe angehören, um sie dann ins Feuer zu schicken. Zeit gewinnen, bis es einen Impfstoff gibt, macht aber sicherlich Sinn. Auch gibt es Interviews mit Experten, die dringend zum Überdenken der Produktion von Arzneimitteln in fernen Ländern anregen. Es wird sicherlich einige Themen zum Aufarbeiten geben.

Aber auch weiterhin sollte es vorwiegend darauf ankommen, dass jeder einen kühlen Kopf bewahrt. Zunehmend machen nun Fake-News die Runde. Was auch nicht überraschend ist, aber dennoch bedenklich, wie viele Menschen immer noch darauf reinfallen. Verhaltensforscher dürften derzeit ihre wahre Freude haben. Auch hier muss verstärkt daran gearbeitet werden, dass Menschen lernen mit digitalen Massenmedien besser umzugehen. Um meine Nerven zu schonen (ich rege mich nicht über die Situation auf, sondern über zu viele dumme Menschen), habe ich Newsrolls abbestellt, Social Media auf ein Minimum reduziert (nur schöne Sachen) und lese auch nur noch zwei Zeitungen sowie RKI. Und auch nur einmal am Tag plus Tagesschau um auf dem Laufenden zu bleiben.

Als ich gestern draußen war, konnte ich die weiterhin hohe Nachfrage nach Klopapier gut beobachten. Denn so ziemlich jeder, der Einkaufstaschen trug, hatte auch mindestens ein bis zwei Pakete unter die Arme geklemmt. Mein bevorzugter Konsumtempel hat die begehrte Ware auf Sonderverkaufsflächen gestapelt. Ich habe aber auch schon von Leuten gehört, die im näheren Umkreis leer ausgingen. Aber so etwas sind Momentaufnahmen. Ich vertraue weiter auf unsere stabilen Lieferketten. Klar, wenn die Leute horten wie doof, gibt es Engpässe. Hier kann man nur auf den Aha-Effekt hoffen, dass die Leute merken, dass die Regale weiter aufgefüllt werden.

Aber es gibt nicht nur schlechte Meldungen. In Italien musizieren Menschen auf Balkonen.

https://twitter.com/StrebelLuca/status/1238584078993104897

In Spanien gab es Beifall von den Balkonen für die Hilfskräfte im Dauereinsatz.

https://twitter.com/valeriefidan/status/1238939741648818177

Irgendwo las ich, dass die Deutsche Version dann so aussehen wird, dass die Menschen auf dem Balkon stehen und sich die Hausordnungen vorlesen. 😁 Auch in ernsten Zeiten muss ein bisschen Spaß sein. Lachen entspannt.

Außerdem orakeln "Experten", dass uns die aktuelle Situation in Sachen Digitalisierung mal einen Schubs geben könnte. Da bin ich irgendwie auch dabei, aber so lang wird die Situation dann doch nicht andauern (im Geiste auf Holz klopf) um dann jetzt schnell nachhaltige Strukturen zu schaffen. Immerhin könnte es der Start eines Umdenkens in Sachen Homeoffice sein. Wenn dann auch alle Zuhause fleißig arbeiten.

In diesem Sinne, bleibt gesund.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Donnerstag, 12. März 2020

12 vom 12.03.20

Heute war der erste Tag ohne Social Media Konsum für mich. Ich hab das recht spontan entschlossen. Es geht einfach gerade zu viel Müll durch die weite Welt des Internets. Und ich hab leider nicht die Gelassenheit eines Steins. Aber dazu demnächst mehr.

Nun aber zum Tag. Am 12. eines jeden Monats sammelt Frau Kännchen im Netz 12 Bilder von jedem, der mitmachen möchte.

Es ging das Gerücht um, dass sich heute die große gelbe Scheibe mal wieder blicken lassen wollte. Zwar wurde mal wieder vor Sturm gewarnt, aber ich brauchte Sonne und Luft. Also sch... was auf die Frisur 😎 Soll übrigens die ganze nächste Woche schön werden. Garten, ich komme. Bin nur nicht sicher, ob mein Körper noch mit so viel Vitamin D umgehen kann?

Aber erst einmal Frühstücken. Hatte mal Chia-Pudding mit Banane ausprobiert. War aber echt nicht mein Fall. Was im Netz als cremige Konsistenz angepriesen wurde, finde ich einfach nur glibberig. Stattdessen wanderte das Zeug dann in einen Smoothie.




Stattdessen gabs also Toast, Obst und Eier. Als ich diese im Halbschlaf aus dem Kühlschrank holen wollte, gewann die Schwerkraft gegen meine Reaktionsfähigkeit.


Ich hole also Papiertücher, schlage mir dabei am Küchenschrank den Zeh ein und zerdeppere den Nagel. Irgendwie gelingt es mir dabei das Küchenhandtuch in die Pfanne zu schubsen, die noch vom Vorabend zum Einweichen in der Spüle steht. Alter... Ich werfe einen imaginären warnenden Blick Richtung Universum. Nicht heute! Freitag der 13. ist erst Morgen!

Lust auf Eier habe ich jetzt doch keine mehr. Also mehr Obst auf den Tisch.


Beim Frühstück mal schnell ein Blick in die Zeitung. Der Mann mit der lächerlichen Frisur aus dem Land jenseits des großen Teichs hat endlich wieder einen Weg gefunden den Europäern vor den Koffer zu scheißen und schließt die Grenzen. Die Auftritte von diesem Mann könnten Trash-Comedy-Qualität haben, wenn er nicht zufällig eines der größten Länder regieren würde. Ne, ich hab heute keine Lust auf sowas. Inzwischen scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Also aufessen und fertig machen.

Ich will laufen, was sehen (und zwar nicht unbedingt Menschen) und Fotos machen. Also entscheide ich mich für den Dortmunder Zoo. Da war ich schon länger nicht mehr. Leider ist auch vieles grade durch Bauarbeiten nicht zugänglich oder eher unansehnlich. Aber dafür ist es wirklich schön leer. Der Wind braust ordentlich durch die Bäume und lässt die Wärme der Sonne nicht wirklich durchkommen.

In einigen Gehegen gibts Nachwuchs. Hier eine Baby mit Minihörnern. Süß.


Weiter zu meinen Lieblingstieren. Hätte gedacht, dass sie noch drinnen sind. Giraffen sind eher empfindlich gegen Kälte. Aber die beiden hier sind wohl abgehärtet.



Ein paar Nummern kleiner gehts bei den Erdmännchen zu. Den kleinen Dingern kann ich Stunden lang zusehen.



Etwas imposanter gehts bei den Dickhäutern weiter. Leider konnte ich das Baby nicht sehen. Es war mit seiner Mama im Stall. Man konnte dort zwar hinein gehen, aber die Box ist nicht wirklich einsehbar. Also musste Papa fürs Bild posieren. Hat er gut gemacht.


Diese Kollegen hier klauen gerade einem Gürteltier das Mittagessen. Ich hätte auch ein kleines Hüngerchen. Zoopommes schweben mir vor. Leider hat der Imbiss nur Indisch. Mag ich zwar auch, aber wenn man sich gerade auf Pommes und Currywurst eingeschossen hat, ist Butterchicken doch zu weit weg davon. Also gehts erst mal weiter. Denn ich meine doch Pommes gerochen zu haben?


Die Seelöwen drehen ihre Runden im Außenbecken. Wäre mir persönlich noch etwas zu kalt.


Hier werde ich vermutlich gerade ausgelacht. Denn schon zum zweiten Mal an diesem Tag breche ich mir fast den Hals. Überall im Park sind noch so kleine Matschestellen, die sind glatt wie Eis. Beim ersten Mal rette ich mich mit einem tiefen Knicks. Beim zweiten Mal rudere ich wild mit den Armen, fange mich aber. Bin ja Stuntman, ne. Im dem Moment fährt ein Servicewagen vorbei. Die Insassen kichern zwar, steigen dann aber aus und fegen die Pampe weg. Nicht, dass noch jemand hinfällt...


Auch wenn mir inzwischen ein bisschen kalt ist, der Frühling kämpft sich durch.


Zum Abschluss geht es ins Tropenhaus. Gefühlte 40 Grad und 500% Luftfeuchtigkeit schlagen mir entgegen und treiben mir in Sekunden den Schweiß auf die Stirn. Meine Linse beschlägt in einer Tour. Aber schließlich springt mir diese kleine Motte vor die Linse. So süß. Hätte ich am liebsten geklaut.


Inzwischen sind meine Klamotten recht klamm und draußen wirds mir dann richtig kalt. Also ab Richtung Ausgang. Leider ist das andere Restaurant geschlossen, also nix mit Pommes. Naja... Von unterwegs nehme ich noch frisches Baguette und Knobidipp mit. Auch lecker.

So, das waren 12. Ich geh jetzt couchen.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Donnerstag, 5. März 2020

WMDEDGT 03/20

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Ja, das frage ich mich auch manchmal in den letzten Wochen. Sehr viel rumhängen vor allem. Weil Petrus mir einen Vorhang aus Regen vor die Ausgänge hängt (und keine Besserung in Sicht), ich immer noch im Winterschlafmodus bin oder vielleicht auch einfach nur faul. Erstaunlich, wie die Tage trotzdem so dahin fliegen.

Immerhin war ich gestern mal vor zwölf im Bett und entsprechend früh wach. Was auch damit zusammenhing, dass mal wieder irgendwer auf der Straße einen Dezibeltest mit seinen (ihren?) Autotüren veranstaltete. Argh!

Also erst mal eine kleine Whatsapp-Runde, während ich noch im Bett lag. Zwei Freundinnen bereiten sich gerade, ebenso wie ich, auf Vorstellungsgespräche vor. Wir Unruhegeister. Viele gedrückte Daumen und hoffentlich sind es endlich die Traumjobs.

Weiter im Programm mit dem Frühstück. Ich bin ja so gar kein Morgenmensch und deshalb zelebriere ich es derzeit, morgens mein ganz eigenes Tempo gehen zu können.

Danach geht es ans Ausmisten. Hab ich zwar letztes Jahr schon im großen Stil gemacht. Aber irgendwie steht schon wieder alles voll. Wo kommt das ganze Zeug schon wieder her?  Ich hasse es, wenn überall Kram steht. Also nochmal von vorn das Ganze. Ich stelle fest, dass ich besser im Ausmisten werde. Konsequenter vor allem. Und auch der Drang unsinniges Zeug zu kaufen ist nicht mehr so ausgeprägt.

Gut, Klamotten habe ich schon deshalb zu viel, weil ich die gesamte Größenpalette hier habe. Die Zelte brauch ich derzeit ja noch, auch wenn manches schon deutlich lockerer sitzt. Und die kleineren Sachen sollen ja demnächst wieder passen und getragen werden. Immerhin habe ich mir ein striktes Shoppingverbot auferlegt. Will in der jetzigen Größe nichts Neues mehr kaufen. Und wenn die schon vorhandenen Sachen nicht mehr passen, gehen sie in die ewigen Jagdgründe ein.

Bilanz für heute:

Der Schrank, in dem sich seit Jahren Wein- und Sektgeschenke angesammelt haben, ist nun fast leer, bzw. enthält Dinge, die woanders rumstanden und da nicht hingehörten. Nein, ich habe mich nicht voll laufen lassen 😎Aber nachdem ich letztens einem Besuch ein Glas anbot und feststellte, dass ich 12 Jahre alten Wein beherbergte, der aufgrund unsachgemäßer Lagerung nicht mehr genießbar war, habe ich alle älteren Semester nun entsorgt. bevor hier noch einer Magenprobleme bekommt. Ich trinke das Zeug eh nur selten und kaufe wenn dann das ein, was ich mag.

Die Schublade unter dem Herd, in die so einige Sachen gewandert sind, die man mal praktisch fand, aber dann nie mehr benutzt hat, wurde nun auf Dinge reduziert, die ich wirklich benutze. Wie viele angebrochene Packungen Müllbeutel da zu Tage kamen... Manche Dinge konnte ich nicht einmal identifizieren. Vermutlich gehören die irgendwo zu. Aber ich hab sie jetzt lang genug nicht vermisst. Wobei ich es schon erstaunlich finde, dass man Sachen in seinem Heim hat, von dem man sich partout nicht mehr erinnern kann, was es ist oder wo es herkam... Direkt mit in dem Müll gewandert sind diverse Schalen. Entweder so gar nicht mehr mein Geschmack oder doppelt und dreifach vorhanden, aber nicht nötig (aber auch nicht mehr zum Weitergeben brauchbar). Wenn ich mal so zusammenrechne, wie wie viel Geld ich schon für Zeug ausgegeben und dann weg geworfen habe. Ne, lass ich lieber...

Der Aktenschrank enthält nun deutlich weniger Akten, denn vieles war einfach so veraltet, das brauche ich eh nicht mehr. Vieles ist ja glücklicherweise inzwischen auch digitalisiert. Und so Aktenordner brauchen einfach viel zu viel Platz. Mir tun jetzt die Hände weh von dem ganzen Papier zerschreddern (ohne Schredder). Aber es ist wieder Platz und Ordnung.

Müllsäcke sind auch schon entsorgt. Dabei bin ich dann auch noch nass geworden. Wettermäßig haben wir gerade November.

Also jetzt noch ein kleiner Abendsnack mit Lieblingsserie, duschen, Couch. Wenig spektakulärer Tag, aber immerhin ein produktiver.

Verregnete Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Dienstag, 3. März 2020

Verdächtigt

Nach dem Aufwachen heute hatte ich soooo einen Hunger auf Tomatenbrot mit Kresse. Aber außer
Brot hatte ich keine der Zutaten mehr Zuhause und auch das Obst musste etwas aufgestockt werden. Also hob ich meinen Supermarktboykott auf und pilgerte zum Konsumtempel.

Die Regale waren noch deutlich von überproportionalen Einkäufen gefleddert. Mancherorts gähnende Leere. Aber immer noch genug für alle da, wenn man etwas flexibel ist.

Wasser und Klopapier türmte sich Palettenweise auf Sonderverkaufsflächen. Das Seifenregal war dafür extrem leer. Bis auf eine Sorte, die offensichtlich niemand haben will. Aber im Ernst, Marktforschung kann man gerade fast zum Nulltarif haben. Einfach ein paar Praktikanten mit Stift und Zettel losschicken. Was selbst jetzt "in der Not" keiner haben will, ist vielleicht einfach out.

Nicht ganz erschlossen hat sich mir der Zusammenhang zwischen Eiern und Corona. Jedenfalls war das Regal leer gefegt. Gefärbte Eier wären noch zu haben gewesen, aber ist wohl noch niemand in Osterstimmung.

Auf der Suche nach Vitaminen umkreiste ich das angebotene Grünzeug und dann passierte es. Erst ein leichtes Kribbeln in der Nase, dann ein Schniefen und schon entfleuchte mir ein lautes Niesen. Vorschriftsmäßig in die Armbeuge natürlich. Aber es war passiert. Zwei einkaufende Damen in meiner Nähe gefroren in ihrer Bewegung und starrten mich an. Kennt ihr diesen Zombiefilm (der mit Brad Pitt), wo eine Stimme im Off die Sekunden zählt, bis der Gebissene aufsteht und selbst los beißt? Ich könnte schwören, so etwas in der Art ging durch den Kopf der Kundinnen. 😂

Nun gehöre ich nicht unbedingt zu den Menschen, die sich erklären. Aus Prinzip schon nicht (mind your own business). Und trotzdem taten mir die Ladies Leid und ich wollte ungern an der Wursttheke angekettet und mit Kohl beworfen werden (oder Schlimmeres) und so sagte ich laut und deutlich durch die Obst- und Gemüseabteilung: "Keine Panik, ist nur Heuschnupfen." Dame 1 grinste mit einem leichten Anflug von Schuldbewusstsein in der Miene. Dame 2 entfernte sich rückwärts von mir, wenn auch bemüht es normal aussehen zu lassen.

Denn ja, sie fliegen wieder, die lästigen Pollen. Und seit ein paar Tagen fangen sie an mich zu plagen. So wie sie es seit vielen, vielen Jahren tun. Und auch wenn ich nicht zum medizinischen Fachpersonnal gehöre, kann ich wohl guten Gewissens sagen: Es ist nicht ansteckend. Vererbbar vielleicht, aber das steht ja nicht zur Debatte, wenn ich im Supermarkt mal niesen muss.

Interessanterweise scheint es ein Jahr zu werden, in dem es mir auch auf die Bronchien schlägt. Das kann ja ein tolles Frühjahr werden. Vielleicht bastel ich mir einfach ein Schild und hänge es mir um den Hals? Nicht, dass noch irgendwelche Menschen in Schutzanzügen auftauchen und mich in ihr Seuchenschutzgefährt zerren. Oder jemand einen Herzinfarkt bekommt, wenn ich mir die Nase putze.

Fühle mich jetzt ein bisschen ausgegrenzt und esse zum Trost Erdbeeren. Die ersten in diesem Jahr 😋

Genervte aber auch irgendwie amüsierte Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 2. März 2020

Trip down memory lane

Ich habe gerade viel zu viel Zeit, glaub ich. Das Wetter lädt auch gerade nicht zum Frischlufttrip ein, wie es da so vor sich hintröpfelt. Und da ich ja den schwarzen Gürtel im Prokrastinieren habe (Autokorrektur sagt, dass ich das falsch schreibe und schlägt Prostituieren vor...), habe ich am Wochenende ungeplant einen Trip in die Vergangenheit gemacht.

Irgendwo hab ich letztens gelesen, dass die Serie Lindenstraße in diesem Monat zum letzten Mal gezeigt wird. Mein erster Gedanke war eher so: Ach, die gibt es noch? Als ich noch sehr klein war, habe ich das samstags abends auch immer geschaut. Meist allerdings eher, weil es im Anschluss an Pumuckl lief und ich noch nicht fertig mit meinem Abendbrot war. Was vermutlich auch so ein bisschen Schlafenszeit rauszögern war. 😎

Wie auch immer, irgendwann ist die Serie aus meinem Fokus verschwunden. Da ich ja gerade Stammgast bei Youtube bin, habe ich also direkt mal nach ein paar alten Folgen geschaut. Diese schienen mir in Sachen Charakteren und Inhalt auch tatsächlich noch recht vertraut. Also mal weiter gescrollt und in die aktuellen Folgen geklickt. Und was soll ich sagen: Boah, sind die alle ALT geworden. Lachte ich noch so schadenfroh vor mich hin und dachte dann: Najaaaa, bist selbst auch nicht mehr so ganz faltenfrei.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich einen Termin beim Fotografen um neue Bewerbungsfotos zu shooten und hatte Dank einer Aktion gleich mal Profi-Makeup mit gebucht. Ich habs ja nicht so sehr mit Schminken und Schischi. Der Profi war der Fotograf selbst, blutjung und offensichtlich noch nicht so mit Falten vertraut. Denn sonst hätte er mir nicht noch eine Tonne Puder ins Gesicht gestaubt, worauf hin jede Linie in meinem Gesicht eine eigene Postleitzahl brauchte... Ein Bild konnte ich am Ende so gerade noch akzeptieren und Dank jahrelanger Nebentätigkeit als Fotografin Zuhause soweit retten, dass man mir glaubt, dass ich mich um einen Job und nicht um einen Platz im Seniorenheim bewerbe.

Die Moral von der Geschichte: Ich muss mich jetzt wohl doch noch selbst schminken lernen. Und zwar kaschierend. Denn um mir Spritzen in die Augenpartie jagen zu lassen, fehlt mir der Mumm. Habs nicht so mit Nadeln und schon gar nicht im Gesicht. Und bei meinem Glück geht das eh schief und ich sehe danach aus, wie nach einem Schlaganfall. Aber bleiben wir realistisch. Wie oft hab ich schon viel Geld für Kriegsbemalung ausgegeben und dann benutz ich das Zeug eh nie. Die Lösung bleibt weiterhin hinter der Kamera zu bleiben. Da fühle ich mich eh viel wohler und kann morgens länger schlafen. Soll ja auch gegen Falten helfen...

Nunja, zurück zu Mutter Beimer und Co. Ich finds ja toll, dass die Leute dort nicht endlos maskiert sind und auch die älteren Modelle nicht konsequent ausgetauscht wurden. Aber so manche Rolle kannte ich gerade noch auf Kinderbeinen und nun haben sie selbst Nachwuchs und das hat mir doch mal wieder sehr real vor Augen gehalten, wie alt ich selbst auch schon bin und wie schnell die Zeit vergangen ist. Wenn auch ohne Kinder und den Ring sie ewig zu knechten. Aber das habe ich mir ja selbst so ausgesucht.

Und trotzdem kommen dann in dem Moment viele Erinnerungen hoch und man stellt sich doch die Frage, ob man Dinge hätte anders machen sollen/ können. Zumal ich mich ja auch gerade mit der Frage nach meinem weiteren beruflichen Weg auseinander setze. Und darüber nachdenke, ob ich im Sommer die 40 feiern soll oder mich lieber für ein paar Tage irgendwo verstecke, bis alle Gratulanten kapituliert haben.

Nicht, dass ich nochmal jünger sein wollen würde. Wenn dann nur mit dem gleichen Level an Erfahrungen. Denn die möchte ich nicht missen, zumindest die meisten. Sie sind es auch, die mich immer ganz gelassen im Stuhl zurückgelehnt sitzen lassen, wenn ein Junior im Projekt die dicke Lippe riskiert und alles besser weiß. Ich hab dann doch etwas mehr drauf, als zu googeln. Und wenn die ersten roten Ampeln auftauchen, kommen sie ja doch wieder alle zurück gerannt 😎 Ein Manager, der meine jungen Kollegen in einer Lessons Learned Session mit mir erlebte, fragte ob ich der mütterliche Typ wäre, weil die alle so zahm bei mir wären. Neee, gelassen genug sie ihre Fehler machen zu lassen und erfahren genug, diese dann wieder auszubügeln.

Sodele, inzwischen bin ich wieder in der Gegenwart angekommen und mein Bedarf an Lindenstraße ist mehr als gedeckt. Aber ein paar Folgen Pumuckl muss ich die Tage unbedingt noch gucken. Da werde ich vermutlich nie zu alt für sein 😎

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Samstag, 29. Februar 2020

Hallo März!

So, der Extratag im Februar ist auch um und nun brechen wir also den letzten Monat des ersten
Quartals an. Der März kann eine kleine, kalte Bitch sein. Macht aber auch schon Hoffnung auf den Frühling. Und somit plane ich für diesen Monat schon mal ein paar Outdoor-Aktivitäten, speziell im Garten ein. Man soll ja optimistisch bleiben. Immerhin, gestern den ersten blühenden (vermutlich) Kirschbaum gesehen und die ersten Forsythien (Ha, ganz ohne Autokorrektur!).

Rückblick Februar

Der Monat hat die Jecken mal wieder ziemlich durcheinander gepustet. Einige Bäume hat es auch erwischt, wenn nicht bei Sturm eins oder zwei, dann bei drei oder vier und wo immer man im Moment durch den Pott fährt, sieht man gern mal Kleinholz liegen. Und es stürmt noch immer weiter. Heute früh lag mal wieder so einiges auf der Terrasse herum. Naja, wenn es schlussendlich warme Luft zu uns bringt, so sei es.

Neben Sturm gabs auch reichlich Regen und ein bisschen Hochwasser. Aber die letzten beiden heißen Sommer haben wir wohl immer noch nicht aufgeholt. Bei der Inventur im Garten musste ich feststellen, dass sogar das Moos letztes Jahr den Löffel abgegeben hat. Ich muss mal ein paar Hände Grassamen auswerfen. Oder gibt es Moossamen? Ist auch grün und muss nicht gemäht werden. 😎 Immerhin hat sich der Efeu erbarmt, den Rasen zu begrünen. War nur so nicht gedacht, also muss ich jetzt Wurzeln ziehen.Mit dem Rasenmäher drüberfahren wird da nicht reichen.

Die Medien hatte in den letzten Wochen zunehmend das Coronavirus im Griff (wie auch immer genau das Teil jetzt heißt). Und auch wenn ich natürlich null Bock habe krank zu werden, sehe ich gerade mit einer gewissen Fassungslosigkeit zu, wie abartig manche Medien die Angst der Menschen ausschlachten. Die Panik, die man sonst nur in Weltuntergangsfilmen sieht, verbreitet sich hier gerade wegen ein paar duzend kranker Menschen in Deutschland überproportional. Unterdessen haben sich allein in Deutschland in der laufenden Saison schon mehr Menschen mit Grippe angesteckt als weltweit Menschen an Corona. Die Grippewelle vor zwei Jahren hat allein in Deutschland etwa 25.000 Menschen das Leben gekostet. Nur mal so...

Die Medien berichten von Hamsterkäufen. Ob solche Massenansammlungen nicht gerade das Gegenteil von dem bewirken, was man verhindern will. Wer weiß es schon. Ich rechne damit, dass wir es früher oder später, eben wie jede Winterseuche, mal abkriegen. Deshalb jetzt die Weltwirtschaft ins Wanken zu bringen ist also völlig unnötig. In ein bis zwei Jahren werden wir uns vermutlich schenkelklopfend daran erinnern, wie wir in den Corona-Anfängen Konservendosen gebunkert haben.

Ich hab dieses Wochenende mal aufs Einkaufen verzichtet. Obwohl ich  überlegt hatte, eine Flasche Corona-Bier zu kaufen und als Aufmacherbild zu verwenden. Als ich las, dass dieses Bier derzeit in den USA aufgrund des Virus gemieden wird, war der Witz weg und ich beschloss mich an meinen Vorräten zu bedienen,  Und ja, man höre und staune, ich habe auch Vorräte Zuhause. Und zwar schon immer. Und zwar nicht, weil ich mit dem Ende aller Tage rechne, sondern weil man auch einfach mal so mit einem gebrochenen Bein oder Grippe flach liegen kann. Und weil ich natürlich gern im Angebot billiger kaufe. Und wenn ich schon koche, dann nicht nur eine Portion. Also gabs hier lecker Suppe aus dem Froster. Muss eh mal langsam Platz für den Sommer und damit Eiscreme machen. Was nicht heißt, dass ich jetzt nicht mehr unter Menschen gehe. So ging es gestern zum Osterdeko shoppen und ein Stück Kuchen war auch noch drin.

Abschließend sei allen Kranken gesagt: Gute Besserung, was auch immer euch erwischt hat. Und immer schön Hände waschen. Bitte nicht nur jetzt, sondern für immer. Danke.

An der Jobfront ist noch Flaute. Gab bisher nichts Dolles, was mich angesprochen hätte. Aber ein paar Gespräche laufen jetzt. Ich würde auch gern mal wieder die Hühner satteln, mir ist nämlich langweilig. Sehr, sehr, sehr... Entsprechend muffelig war ich in den letzten Wochen auch drauf und mein Youtube-Konsum ist eher im ungesunden Bereich zu bewerten. Mögen es die länger werdenden Tage richten. Und ja, wenn der Job gut ist, hätte ich ihn gern...

Ansonsten war der Monat nicht gut für die schlanke Linie. Einige Essenseinladungen und Karnevalsberliner schlugen zu Buche. Aber ich brauchte auch etwas Kontrastprogramm für die Seele.

März

Die To-Do-Liste für Garten und Terrasse ist geschrieben. Der Rasen braucht neues Grün, die Terrasse dagegen deutlich weniger. Da ist schrubben angesagt. Die Holzkästen brauchen frische weiße Farbe. Und irgendwas muss ich mir für den Sichtschutz einfallen lassen. Diverse Male wurde er umgepustet und fällt auseinander. Da ich weiterhin plane, hier nicht mehr all zu lang zu wohnen, möchte ich da aber auch nicht mehr viel Geld reinstecken. Mal sehen.

Mehr Bewegung, Motivation, sinnvolle Beschäftigung und Sonne und idealerweise ein neuer Job wären auch noch schön. Wobei erstere Punkte keine Wünsche, sondern Tatsachen sind.

Ein paar nette Besuche stehen an. Osterdeko muss entstaubt und verteilt werden.

Ansonsten halte ich mich mit den Plänen gerade etwas zurück. Es wird sich zeigen, was der März noch so bringt.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Mittwoch, 26. Februar 2020

Grau in grau

Jetzt ist der Februar schon fast um und man hat so leichte Hoffnung, dass der Frühling sich bald
blicken lässt. Und was ist? Es schneit! Den ganzen Winter passiert nix und jetzt, wo man sich über den Anblick von Schneeglöckchen und Krokussen kaputt freut kommt dann sowas. Braucht kein Mensch...

Vielleicht haben die Jecken nicht doll genug gefeiert? Denn Ursprung des Karnevals war ja mehr das Austreiben des Winters und weniger die alkoholische Eskalation. Aber es ist auch der Beginn der Fastenzeit. Und auch wenn ich nicht gläubig bin, erinnert es mich doch an meine Vorsätze. Die letzten Wochen waren doch auch etwas zu viel der kulinarischen Eskalation. Das muss sich jetzt wieder ändern.

Jobtechnisch hat sich noch nicht viel getan, aber ich kann auch nicht behaupten, dass ich da übermäßig viel Energie für aufgebracht hätte. Einfach auch, weil das Angebot gerade bescheiden ist. Und ich den Winterblues habe und mich zu wenig bis gar nichts aufraffen kann. Und ich wünschte, ich könnte verkünden, dass dies nun vorbei sei. Aber ich bin immer noch müde. Ich hoffe der Frühling richtet es. Blick nach draußen, jetzt schneit es dicke Flocken. Soviel dazu...

Anstatt rumzunölen könnte ich mich ja auch einfach mal darüber freuen, dass ich derzeit sehr viel Zeit habe und wenn es morgens draußen schüttet kann ich mich noch einmal umdrehen. Wer wünscht sich das im Alltag nicht manchmal? Ich schon. Oder wenn es den ganzen Tag grau in grau ist, ich mich auf dem Sofa einkuscheln kann. Keine Terminkonflikte, kein Stress. Einfach mal Zeit für mich. Aber das ist dann wieder typisch für mich. Krieg ich es nicht, will ich es. Hab ich es, will ich es nicht mehr. Nicht, dass ich mir gewünscht hätte meinen Job zu verlieren. Aber mehr Zeit für mich stand schon öfter auf dem Wunschzettel. Aber wie heißt es so schön? Zufriedenheit macht faul.

Statt Sonne muss es nun also erst einmal der Kaffee richten. Dazu ein frischer Smoothie, auf das mich die Grippeviren mich verschonen mögen. Ja, ich mache mir mehr Sorgen um die jährlich wiederkehrende Pest und nicht um das Coronavirus. Auch wenn sich gerade alle deswegen verrückt machen und die ersten Fälle in NRW nun aufgetaucht sind. Jährlich sterben allein in Deutschland tausende Menschen an der Grippe und da hab ich so ein Palaver noch nicht zu erlebt. Aber vor dem was man schon kennt, verliert man scheinbar die Angst. Gibt man dem Kind einen neuen Namen fangen die Menschen an Gesichtsmasken zu kaufen. Aber immerhin. Während sich manchen Wirtschaftszweige über die Auswirkungen der Virushysterie beklagen, dürften die Maskenhersteller Rekordumsätze machen.

Letzte Woche war ich im Baumarkt, weil ich einen Teil einer Wand abschleifen muss. Dazu hätte ich gern eine Staubmaske gehabt. Konnte aber keine finden. Nur so teure High-End-Dinger, die für eine einmalige Aktion wohl etwas übertrieben wären. Der Mitarbeiter den ich ansprach wirkte genervt. Seine schlauen Marketingkollegen hatten die Baustellenmasken als wirksamen Virenschutz angepriesen und dann flogen die Dinger nur so aus dem Regal. Also hat nun Hans und Franz seinen Maskenvorrat und die Leute auf der Baustelle müssen eben den Staub einatmen oder die teuren Ladenhüter kaufen. Ich behelfe mir unterdessen mit einem handelsüblichen Schal.

Aber erst muss ich noch die Motivation finden. Beim letzten Anflug habe ich sie im Garten an den Büschen ausgelassen, denn ab März ist da erst mal nix mehr mit schneiden. Und nun ist sie wieder weg. Aber immerhin, sollte sie zurück kommen, bin ich vorbereitet 😁

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Mittwoch, 12. Februar 2020

12 vom 12.2.20

Der Tag beginnt Nahtlos hinter dem Dienstag. Ich arbeite bis gut zwei Uhr früh an Unterlagen, die ich für ein Telefonat mit einem Recruiter brauche. Zwischendurch gibt das Wetter alles. Seit Sonntag ist hier durchgängig Sturm angesagt. In Kombi mit Sonne, Regen und eben auch diesem ekligen Zeug hier...



Ja, die Terrasse könnte mal wieder eine Säuberung vertragen, aber es regnet seit Wochen mit extrem wenigen Pausen. Und wenn es dann mal kurz trocken ist, fallen mir bessere Dinge ein, als das Deck zu schrubben 😎

Aber ich hoffe, dass es so langsam trocken wird, denn die Büsche bräuchten dringend noch eine neue Frisur, bevor die Nistzeit beginnt.

Jetzt aber erst einmal eine Mütze Schlaf.



Weiter gehts ein paar Stunden später mit Vorbereitungen auf ein Telefonat.



Dann gibts Frühstück.



Nachdem alle Telefonate abgehandelt sind, muss ich an die frische Luft. Der Sturm ist weg und es war tatsächlich mal ganz nett draußen. Als schnappe ich mir die Heckenschere und los gehts.


Der Mandelbaum macht sich schon zum Ausschlagen bereit.


Und dieses Ding hier ist echt nicht tot zu kriegen. Im Sommer hatte ich das Bäumchen komplett runter geschnitten, nachdem es vor der Hitze kapitulierte. Dann vergas ich es zu entsorgen und ab November kam die Blütenpracht. Kein Ende in Sicht.


Was man von der Dipladenia nicht sagen kann. Gut, die muss jetzt auch nicht blühen, aber ich konnte sie auch nicht rein nehmen und sie sieht echt fertig aus. Nach dem Bild hab ich sie radikal runter geschnitten. Mal sehen was passiert.




Die Osterglocken sind bereit zu blühen. Vor Jahren hatte ich die Zwiebeln dort zwischengeparkt (vergessen)  und nun blühen sie jedes Jahr dort. 😎


Und dann ging es erst dem Efeu und dann der Hecke an den Kragen. Sechs Säcke hab ich da rausgeholt. Zwei braune Tonnen sind randvoll. Aber der Hecke sieht man es nicht an irgendwie...


Aber meine Knochen wissen, was sie getan haben. Und trotz schweißtreibender Arbeit war mir nun kalt. Ist halt noch nicht so wirklich warm draußen. Also heiße Dusche, dann Abendessen.



Dann noch etwas Haushalt und am Ende meine Gartengeschundenen Hände wieder auf Vordermann bringen.



Mal sehen, was sonst noch so los war.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Sonntag, 9. Februar 2020

Sturm-Sonntag und Kindheitserinnerungen

Im Pott ist es gerade sehr windig. Um nicht zu sagen stürmisch. "Sabine" pustet hier heute kräftig.
Und da sich Wetterdienst und Behörden einig sind und es draußen für gefährlich halten, hab ich heute mal den Tag drinnen verbracht. Mit kurzer Pause um die Terrasse zu sichern und das Auto umzuparken, denn die Bäume vorm Haus sind windgeschützter und kleiner. Ich hoffe also, dass ich Morgen mein Auto in alter Frische vorfinde.

Auch sonst geht hier nicht mehr viel. Veranstaltungen wurden abgesagt, die Bahn fährt nicht mehr und Schule fällt Morgen auch aus. Und wenn ich sehe, wie sich die Bäume beim Nachbarn biegen, hab ich auch wenig Lust raus zu gehen und bin froh, dass ich mir Morgen früh das zu erwartende Verkehrschaos nicht antun muss 😎

Aber so ein fauler Couch-Sonntag ist auch mal schön. Ich hab heute mal ein paar Erinnerungsstücke und Fotos aus meiner Kindheit hervorgeholt. In alten Kindergartenzeitungen, Geburtstagskarten und Briefen ans Christkind stöbernd ging die Zeit schnell rum und ich musste schon manches Mal lachen. Es sind manchmal ganz banale Dinge, an die ich mich natürlich nicht mehr erinnern kann. Aber es ist schon witzig sie so wieder zu entdecken. Aber es ist auch erstaunlich, wie viel man in seinem Leben so vergisst. Manchmal weiß ich nicht mal mehr, was letzte Woche war 😁 Wer weiß, wann ich das hier in Zukunft mal wieder lese...

Gemütliche Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Mittwoch, 5. Februar 2020

WMDEDGT 02/20

Der Tag beginnt wie jeden Mittwoch seit dem 01.01. auf der Waage. Es geht weiter bergab, wie geplant. 😁 Mit mehr Sport und weniger Kalorien trage ich immerhin schon sieben Kilo weniger mit mir rum. Der Muskelkater ist mein ständiger Begleiter, aber ich fühle mich trotzdem schon viel besser.

Inzwischen ist es auch hell geworden und wie es die Wetterfrösche versprochen haben, ist es endlich mal trocken und der Himmel ist klar. Gestern gab es gleich zwei Mal Hochwasser-Alarm per App. Ich werfe einen prüfenden Blick in den Garten. Gestern erfuhr ich von einer Nachbarin, dass sie einen Fuchs in meinem Garten gesehen hat. Schon etwas ungewöhnlich am helllichten Tag mitten in der Stadt. Aber ich sehe nichts. Also gehts erst einmal ans Frühstück machen.

Danach ein bisschen Hausarbeit und Papierkram, danach könnte ich im stehen einschlafen. Also gönne ich mir ein Mittagsnickerchen. Danach bin ich wieder fit und will endlich in die Sonne. Zuerst gehts nach Rüttenscheid, Ein bisschen bummeln und was Süßes.


Der Kuchen ist mäßig, aber die Kekse sind der Hammer. Wie praktisch, dass man sie gleich vor Ort kaufen kann 😁

Weiter gehts zum Grugapark. Seit Samstag ist wieder Parkleuchten. Wie erwartet ist nicht viel los mitten in der Woche. Mit ein paar Plätzchen vertreibe ich mir die Zeit, bis es dunkler wird.


Eine Ente möchte wohl auch gern etwas knabbern und wirft sich vor einem Scheinwerfer in Pose 😁

Dann gehts auf Fototour durch den Park. Aber dieses Jahr sind  weniger Projekte dabei und manche Bereiche werden nicht angeschaltet. Nach zwei Stunden sind meine Oberschenkel tiefgefroren.








Dann gehts ab nach Hause. Unter der Dusche wieder auftauen und dann ab auf die Couch. Fotos durchsehen und bloggen. Dann mal schauen, was sonst noch so im Netz los war.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Montag, 3. Februar 2020

Hallo Februar!

Ja, bin spät dran. Freizeitstress, Alzheimer und so. Dabei wollte ich so gern gestern über das Datum schon was geschrieben haben. Denn der 02.02.2020 ist (war) ja was ganz besonderes, was es seit gut 900 Jahren nicht mehr gab (11.11.1111, nein. der 21.02.2012 zählte nicht) und erst am 12.12.2121 ist es wieder soweit. Dann ohne mich... Also wurden die derzeit Lebenden Zeuge eines historischen Ereignisses. Ich sollte mal eine Liste dieser Dinge machen (Jahrtausenwende, Sonnenfinsterniss, usw.).

Aber gut, das war gestern.

Also ist nun schon Februar und einen Punkt konnte ich heute gleich schon abhaken. Nach acht Jahren mussten mal neue Bewerbungsfotos her, denn auch an mir geht ja der Zahn der Zeit nicht ohne Spuren zu hinterlassen vorbei. Und auch wenn man so etwas eher ungern unterstreicht, war mein altes Foto inzwischen aus verschiedenen Aspekten nicht mehr passend. Speziell nachdem ich mir nun so viel Mühe mit dem Layout meiner Unterlagen gegeben hatte, sollte da ein aktuelles und passendes Bild rein. Auch wenn ich es wirklich überhaupt gar nicht mag, mich vor die Linse zu stellen. Genauso wenig gern schmiere ich mir Farbe ins Gesicht. Nicht zuletzt auch mangels Geduld und Talent, also hatte ich das Profi-Makeup gleich dazugebucht. Der "Profi" war der gleiche Herr, der mir kurz darauf die Knipse ins Gesicht hielt. Also entschuldigte ich mich nach der ersten Aktion nochmal kurz und korrigierte etwas (viel) nach. Zumindest Frauen wissen eigentlich, dass Puder, speziell in Rauen Mengen, jede kleine Falte betont. Trotz Korrektur machte ich mir auf dem Heimweg ernsthafte Gedanken über Botox. Aber da ich mich ja nicht dauernd ansehe, wird das sicher vorbei gehen.

Schlussendlich war aus dutzenden Bildern genau eines dabei, welches ich akzeptabel fand. Und da es in den sozialen (Berufs-)Netzwerken und in der Bewerbung ja noch deutlich kleiner ist und ich noch etwas nachbearbeitet habe, finde ich es jetzt fast gut. Also erst mal wieder einen Haken dran für ein paar Jahre.

Weiter im Februar wird an der Figur gearbeitet. Der Januar ist trotz kleinerer Ausrutscher schon ganz gut gelaufen. Allerdings kollidieren meine Freizeitpläne weiterhin mit meiner Waage. Aber gut, der Trick ist ja dauerhaft die Balance zu halten. Aber das schlechte Gewissen is(s)t mit, wenn man dran denkt, wie mühsam man sich die Pfunde gerade runterstrampelt. Schmeckt aber dann trotzdem noch gut genug 😁

Ansonsten ist das Thema Bewerbungen schreiben weiterhin aktuell und wenn es endlich mal aufhören sollte zu regnen, sind die ersten Arbeiten im Garten fällig. Im Gruga-Park ist das alljährliche Parkleuchten Pflichttermin im Fotokalender.

Alles weitere wird sich dann zeigen. Ein paar kreative Projekte warten darauf beendet zu werden und ich hoffe mal, dass mit steigender Zahl an Tageslichtstunden auch die Müdigkeit mal etwas weniger wird. Liegt aber auch sicherlich daran, dass ich ziemlich unausgelastet bin. Denn bei aller Beschäftigungstherapie, mir fehlt die Arbeit.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel









12 vom 12.6.2025

Der Sommer zieht ein im Pott. Die nächsten Tage werden hochsommerlich. Heute musste ich mich aber erst nochmal ins Büro begeben. Mein letzte...