Sonntag, 18. April 2021

Hausarrest

Das letzte Mal, dass ich abends bis neun Uhr Zuhause sein musste, ist schon so ca. 28 Jahre her. Aber Dank Corona passiert es mir jetzt in meinen Vierzigern wieder. Dieses Wochenende war von 21 bis 5 Uhr Ausgangssperre angesagt. War im Pott hier und da örtlich schon mal der Fall aber bisher war ich nie betroffen.

Und dann hab ich es auch tatsächlich vergessen und sah erst kurz vor neun auf die Uhr am Samstag um dann hektisch eine Freundin nach Hause zu schicken. Alles noch mal gut gegangen aber es fühl sich schon komisch an. Viele Freiheiten sind schon eingeschränkt, nun auch noch die Möglichkeit das Haus zu verlassen. 

Angeblich soll ja jetzt im Mai endlich impfen für alle möglich sein. Wir haben Ende April und bisher kann ich als Gruppe-2-Patientin nicht mal ansatzweise einen Termin bekommen. Ich glaube dran, wenn ich wirklich die Nadel im Arm habe. Eine Freundin ist vor ein paar Wochen in die USA umgezogen. Sie ist  jetzt bereits geimpft. 

Ich will einfach wieder so etwas wie Normalität. Mir reicht das Corona-Gedöns. Und Sommer möchte ich bitte auch. Und nen Sechser im Lotto...

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Montag, 12. April 2021

12 vom 12.04.21

Beinahe so etwas wie Sonnenschein begrüßte mich heute Morgen. Aber immerhin schon mal besser, als das November-Grau vom Wochenende...



Erstmal auf in die Küche, Kaffee machen. Ja, richtig, die Küche ist seit Samstag fertig. 😁


Beim Rollos hochziehen Blick auf die zum Einzug geschenkte Glückspflanze. Wächst und gedeiht. 



Kann man vom Osterstrauch nicht behaupten. Der kann wohl weg...


Der Mandelbaum blüht tapfer gegen den Frost an.

Erstmal Frühstück. Naja, so ähnlich. Nicht wirklich Hunger heute früh.



Dann gehts ab an den Schreibtisch. Sieben Stunden Calls am Stück. 


Zwischendurch verdunkelt sich der Himmel, dann schüttelt Frau Holle wieder die Betten aus. Der Winter will einfach nicht aufgeben...


Kleine süße Pause zwischendurch. Wobei ich mit Headset in die Küche schleiche. Denn zwischen den Terminen ist heute keine Minute Zeit. Einige gehen drüber und zwei Mal muss ich mich entschuldigen, weil irgendwann muss ich dann auch mal wohin...


Nachdem die Pflicht für heute erfüllt ist, will ich mich eigentlich noch mal mit dem neuen Schrank beschäftigen und die Türen ausrichten. Da geht schon wieder das Telefon.


Danach habe ich keine Lust mehr und auch wirklich Hunger jetzt. Also geht es ans Kochen.


Und dann ist der Montag auch schon wieder rum.




Noch mehr 12 von 12 gibt es hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Freitag, 9. April 2021

Hachja...

 ... was soll man nach so einem Tag anderes sagen. 

Eigentlich sollte ja seit Donnerstag meine Küche stehen. Aber der launische schwedische Möbelgott hatte mal wieder keine Lust die bereits bezahlten Leistungen zu erbringen. Am Dienstag sollte die Platte kommen. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es nun Donnerstag wäre. Die Platte käme zwischen 7 und 9. Ab 9 die Monteure. Und da wusste ich schon irgendwie, das wird nix. Bisher hat über vier Wochen nix geklappt, und jetzt plötzlich so eine Feinplanung? 

Und was soll ich sagen... Donnerstag, halb zehn. Keine Platte. Anruf bei Rhenus: Ich werde zurück gerufen. Drei Stunden später immer noch nix, auch keine Monteure. Wieder Anruf bei Rhenus. Jaaaa, das Auto der Monteure hatte eine Panne. Mein Kommentar: Wie passend, denn wären sie hier gewesen, hätten sie ohne Platte ja auch nix machen können. Gestotter am anderen Ende der Leitung, den Part hatte er bei seiner Lügengeschichte nicht einkalkuliert. Ungeniert wurde dann die Lieferung für den nächsten Tag angekündigt. Aufbau Samstag. Denn es wäre ja besser, wenn zwischen Lieferung und Aufbau ein Tag wäre. ACH WAS??? Mein Hinweis, dass ich kein weiteres Drama hinsichtlich des Abstellortes wünsche, nahm der Disponent auch auf. Sieben Uhr am nächsten Tag sollte es werden.

Es wurde halb zwei, aber dann kamen sie. Und marschierten zielsicher auf das falsche Haus zu. Alles Winken und Schreien half nichts. Irgendwann ging der Fahrer ans Telefon und schickte seine Kumpanen zu Fuß den Weg zu mir. Und schon ging das Palaver wegen der Treppe wieder los. Und sie würden sich wegen sowas jetzt verspäten. Achja, aber der kleine Spaziergang mit meiner Platte um den Block war eingeplant? Ich biss mir auf die Lippen. Dämlicher hätte man die Platte dann auch nicht abstellen können, aber die letzten Meter habe ich selbst geschafft und habe noch mehr als je zuvor die Nase voll von diesem Kackladen und seinen unfähigen Erfüllungsgehilfen.

Dass dann heute einer meiner Juniors einen Rabenschwarzen Tag hatte und ich nach jedem Call mit ihm Notfallpläne machen musste, meine Heizung ausfiel und nach der Reparatur irgendwoher eine Menge Wasser kam, und ich keine Ahnung habe woher es kam, machten den Tag rund.

Morgen ab sieben werde ich dann die Tür bewachen, sollten die Monteure auftauchen. Ich hoffe Ikea hat ihnen mitgeteilt, dass die Spüle undicht ist. Auf meine Mängelanzeige hat gewohnheitsgemäß natürlich niemand geantwortet...

Genervte Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 5. April 2021

WMDEDGT 04/21

 Hui, der April gibt heute wirklich alles. Von Sonnenschein bis Schneesturm ist alles dabei. Teils kamen hier dicke Flocken im 45-Grad-Winkel runter. 

Ich habe das ganze von drinnen betrachtet. Aufgrund diverser privater Vorkommnisse am Wochenende hatte ich eigentlich andere Pläne. Aber egal, am Ende hat sich eine Sache halbwegs entspannt und die andere Sache kann mich gerade mal. Meinen Bewegungsdrang habe ich unterdessen bei der Renovierung meiner Küche ausgelassen. War eine eher spontane Aktion. Eigentlich hatte ich die Küche erst mal nicht auf dem Plan. Bis ich die Küche leer gesehen habe. Latex gestrichene völlig abgeranzte Raufaser...

Als ich eingezogen bin, habe ich nur fix so viel Tapete entfernt, damit am nächsten Tag der Fliesenspiegel an die Wand konnte. Danach den Tag sollte dann schon eigentlich die Küche aufgebaut werden. Eigentlich. Von der ersten Aktion war Teils die Tapete schon über die Fliesen hinaus ab, also musste der Rest eh dran glauben. Nur ist meine Küche ja weiter eine Baustelle. Also kann ich auch gerade keinen Maler/Tapezierer holen. Angeblich soll es diese Woche mit dem restlichen Aufbau zwar was werden, aber da glaub ich erst dran, wenn ich es sehe.

Also habe ich dann heute mal selbst angefangen die Tapeten abzureißen. Erst die Plastikschickt abgepolkt, dann den Rest. Dabei sind dann schön die Sägespäne von der Raufaser überall rumgeflogen. Nun sah die Küche erstmal so richtig Sch... aus. Dann war irgendwer so intelligent, die Plastikfarbe direkt auf die Wand zu pampen. Was in noch mehr kratzen, scheuern und schleifen endete. Echt ey... Und da es ja nun nicht so bleiben konnte, habe ich für den Übergang weiß drüber gestrichen. Schön ist anders aber, aber es wird für ein paar Wochen gehen und ist immer noch besser als das Ekelzeugs vorher...

Ich bin echt froh, wenn die ganze Plackerei hier erledigt ist. Zwei Räume müssen noch gestrichen werden plus einige Schönheitsarbeiten. Aber es wird Stück für Stück. 

Und damit ist das lange Wochenende auch wieder vorbei. Hatte ich mich lang drauf gefreut, ist nur halt nicht so ganz gut gelaufen alles. Aber gut, da kommen ja noch ein paar in den nächsten Wochen. Ich geh jetzt mal die zweite Schicht Farbe verteilen. Noch mehr WMDEDGT gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 29. März 2021

Schwups - Frühling

 Ja, ich lebe noch. Übersäht mit blauen Flecken und Kratzern vom Schleppen, Rücken, Streichen, Bauen und Gegenlaufen - Bin wie ein Hamster, ich muss mein neues Habitat erst kennenlernen. Besonders nachts kriege ich die Laufwege noch nicht so ganz schmerzfrei hin...

So langsam lichtet sich hier das Chaos. Auch, wenn ich immer noch keine vollständige Küche habe, so stehen Fragmente davon an ihrem geplanten Ort und ich muss über Ostern nicht weiter den Lieferdienst laufen lassen. Kann auch jetzt erstmal keine Pizza und Burger mehr sehen... Alles Weitere wird derzeit mit Hilfe eines Anwalts "geklärt". Was Ikea sich da geleistet hat, steht im krassen Gegensatz zu der angeblich so freundlichen Art. Und wenn man Facebook, Verbraucherzentrale und Co. glauben darf, bin ich bei Weitem nicht die einzige Kundin, die gerade wie Dreck behandelt wird. Ikea scheffelt trotz Pandemie reichlich Kohle, schickt seine Mitarbeiter trotzdem in Kurzarbeit und scheißt auf seine Kunden. Das ist das wahre Gesicht des Möbelschweden.

Die fehlende Küche und das damit verbundene Chaos hat nicht gerade dazu beigetragen, sich hier gut einzuleben. Auch die Corona-Kacke und die damit beschränkten Möglichkeiten, die deutlich größere Wohnung entsprechend einzurichten, war nicht gerade hilfreich. Und so war ich geradezu aufgeregt, als ich Freitag einen Shopping-Slot im Baumarkt ergattert hatte und Blumen und Balkonzeugs holen konnte. 

Denn während hier Samstag noch Schnee und Hagel in Massen vom Sturm herumgewirbelt wurden, knackte der Frühling heute gleich mal die 20-Grad-Marke. Kopfschmerzen inklusive. Und dazu der Mini-Jetlag, da die Hochwohlgeborenen in Brüssel nicht in die Gänge gekommen sind und wie von den EU-Bürgern gewünscht, die Zeitumstellung endlich abgeschafft haben.

Inmitten des ganzen Chaos ist dann auch noch mein Kühlschrank kaputt gegangen. Eigentlich wollte ich den gar nicht mehr mitnehmen, aber damals lieferte keiner bis in die Wohnung und so musste mein altes Schätzchen mit. Es sprang auch wieder an, versagte dann aber im Tiefkühlbereich und ich konnte jede Menge Essen wegwerfen. Nun zittere ich schon seit Tagen ob der sich wieder zuspitzenden Lage, ob die in die Wohnung Lieferung und Mitnahme der Leiche noch klappt. Morgen soll geliefert werden und bisher habe ich noch keine komischen neuen Erlasse der verwirrten Berliner gesehen. Bin gespannt...

Und dann ist auch bald schon Ostern. Wenn auch nicht schon einen Tag früher, wie von der Mutti erst behauptet. Unsere Personalabteilung war noch fleißig auf der Suche nach Antworten (ist es nun ein Feiertag oder nicht?) als Berlin zurück ruderte. Aber gut, auch vier Tage Pause nehm ich gern. Der Umzugsurlaub war ja nun alles, aber keine Erholung. Wobei auch Ostern hier munter weiter Putzlappen und Pinsel geschwungen werden. Es ist doch deutlich mehr zu tun, als gedacht. Aber auch Ausschlafen und ein bisschen rumbummeln muss sein. Bin ja auch nicht mehr die Jüngste (ähem...).

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Freitag, 12. März 2021

12 vom 12.3.2021

Es ist Freitag. War eine kurze Woche, da ich bis Mittwoch Urlaub hatte. Trotzdem wartet heute ein enormes Pensum. Da der Großteil des Tages mit Terminen geblockt ist, müssen Notfälle vorn und hinten angeflanscht werden. Und bei drei Junioren im Team gibt es immer Notfälle. Also Frühstück um sieben.  




Auf dem Weg ins "Büro" begegne ich den Spuren des Umzugs. Muss ich die Tage mal zu schreiben.


Ebenfalls kein schöner Anblick. Ikea hat es nach wie vor nicht nötig die bereits teuer bezahlte Küche aufzubauen. Da wird wohl ein Gespräch mit einem Anwalt nicht mehr zu umgehen sein. 



Das Büro ist noch etwas karg eingerichtet und Kisten müssen auch noch ausgepackt werden.


Mittags gibt es kalte Reste vom Lieferdienst vom Vorabend.


Zwischendurch nutze ich Lücken zwischen den Calls um es ein bisschen wohnlicher zu machen.


Unten muss jedes Bild mit dem Bohrhammer angebracht werden, oben geht es teilweise. Also weiter dekorieren.


Und noch ein Bild. 


Wetter ist heute für die Tonne. Dritter Tag Sturm und als ich gerade Gardinenhaken in die Wand drehe, Blitzt es über den gesamten Himmel.


Zwischendurch mal wieder Klärungsversuche mit Ikea, aber man kann mir dort nicht helfen und die, die helfen können, kann man nicht anrufen. Ja, sicher. Ihr könnt mich!!!


Dann geht es noch zum Konsumtempel. Alles für die kalte Küche...


Und dann endlich Feierabend. Morgen gehts weiter mit Auspacken...


Noch mehr Bilder vom Tage gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Donnerstag, 4. März 2021

Nie wieder Ikea

 Boah, ich bin geladen. Heute sollte ja meine neue Küche geliefert werden. Irgendwo zwischen 8 und 12 Uhr. Wollten sich eine Stunde vorher melden. Taten sie dann 5 Minuten vorher. Gut, dass ich schon vor Ort war. 

Kaum dass ich die Tür geöffnet hatte, wurde ich schon angeschrien, warum man nicht vor dem Haus parken kann. Kann man seitlich durchaus, hatte der Planungsservice auch bestätigt, dass das vollkommen ausreicht. Nicht aber dem Fahrer und so wurde weiter geschrien. Und nach oben tragen wollten sie das Zeug auch nicht. Hatte ich ebenfalls geklärt vorher. Die Wohnungstür ist nun mal oben. Aber auch das interessierte die Lieferanten nicht. Am Ende musste einer ganz allein schleppen, während der Rest der Bagage im Auto wartete. Entsprechend sehen die Sachen jetzt aus. 

Ein Paket, das verdächtig zu lang aussah war auch halb aufgerissen. Inhalt: Arbeitsplatte - falsche Farbe und viel zu groß. Der Trupp war natürlich schon über alle Berge und die halbe Lieferung stand immer noch unten. 

Also Anruf bei Ikea. Warteschleife 60 Minuten, keine Antwort. Nochmal eingewählt, 78 Minuten ohne Erfolg. Noch zwei Mal je 30 Minuten. Ebenfalls keiner da bei Ikea. Dann war mein Akku leer.

Inzwischen gab es noch eine Mail, dass Kleinteile Morgen nachgeliefert werden. Ob das Rechtzeitig zum Aufbau sein wird, weiß man nicht. Auch nicht, was jetzt mit der Platte ist. Denn so kann die Küche ja nicht aufgebaut werden. Aber ich hänge auch erst wieder 2 Minuten in der Schleife, nachdem ich schon mehrfach rausgeworfen wurde. Ich kann dieses Dreckslied nicht mehr hören!

Nie, nie, nie wieder Ikea!

Extrem wütende Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Samstag, 27. Februar 2021

Noch eine Woche

 Es ist kaum zu glauben, aber nächste Woche geht es endlich los. Die Kisten sind gepackt, bis auf wenige Dinge, die ich noch im Alltag brauche. Sonntag kriege ich endlich den Schlüssel. Montag kommen meine Küchenfliesen an die Wand. Ab Donnerstag hab ich dann Urlaub und werde streichen, Möbel aufbauen, auf die Küchenlieferanten, den Elektriker und den Telefonmenschen warten. Freitag wird die Küche geliefert, Samstag kommen die Möbel rüber. 

Und dann kommt endlich wieder alles an Ort und Stelle. Zuletzt hat mich die Kistenwirtschaft echt genervt. Aber da man je derzeit nicht mal eben losfahren kann um schnell ein paar Kartons zu kaufen, habe ich frühzeitig angefangen zu packen. Und musste prompt Kisten nachkaufen. Mit Order vorab und Abholung am nächsten Tag.

Allgemein ist der Koordinationsaufwand durch die ganze Online-Situation sehr hoch gewesen. Sachen finden, umleiten, abholen. Heute muss ich noch mal zum Möbelschweden, weil Einzelteile meiner Küche wohl nicht lieferbar waren, aber abholen kann man sie? Naja, egal. 

Ich wollte aber auch nicht mehr warten, wann dann irgendwann die Läden mal wieder öffnen dürfen. Jetzt gehen die Zahlen trotz harter Maßnahmen wieder hoch, ich seh das vor April alles nicht. Und ich will aber gerade jetzt, wo man ja nirgends hin kann, auch nicht ewig auf einer Baustelle leben.

Hier stehen noch ein paar kleine Schönheitsreparaturen an und nach dem Auszug dann der "Abriss". Die alten Möbel müssen für den Sperrmüll raus. Dann noch der Maler rein und dann ist das Kapitel hier Geschichte.

Ich freu mich sicher auch aufs Einrichten, aber auch auf die Zeit, wo die Abenden und Wochenenden nicht mit Onlineshopping, warten auf Lieferanten, Packen, Renovieren, Organisieren oder Klick-und-Collect-Anstehen gefüllt sind. 

So, jetzt gehe ich mal die Türrahmen streichen und meine vorbestellten Einkäufe einsammeln.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Sonntag, 21. Februar 2021

Frühling?

 Ja, so schnell kann das gehen. Vor einer Woche bin ich noch durch Schnee und Eis gestapft. Heute hätte es fast für ein T-Shirt gereicht. Aber auch nur fast. Aber immerhin haben wir ja auch noch Februar. Und dafür war es heute mit 17 Grad echt warm.

Gestern hatte die Sonne bereits ordentlich Präsenz gezeigt und ich habe die Gelegenheit genutzt und den Garten fertig zur Übergabe zu machen. Nochmal 12 Säcke Grünschnitt kamen zusammen sowie diverse Säcke mit Zeug, dass ich nicht mitnehmen kann oder will. Aber jetzt ist es fast geschafft. Ein paar Pflanzen ziehen noch in ihr neues Zuhause um. Ein paar gehen mit ins neue Domizil. 

Auch wenn ich hinterher fertig wie ein Brötchen war, es fühlte sich echt gut an, das endlich fertig zu haben. Und der Kahlschlag hilft auch beim Abschiednehmen. Denn der jetzige Anblick hat nichts mehr mit meinem kleinen grünen Paradies zu tun. Der nächste Sommer würde noch mehr Nähe zu den Assis nebenan bedeuten und das will ich ganz sicher nicht. Alleine heute musste ich dann auch wieder die Fenster schließen, denn es mussten am Sonntag mal wieder lautstark sämtliche Autos gesaugt werden. Wer auch immer hier einzieht, tut mir jetzt schon Leid.

Heute früh grüßte dann erstmal der Muskelkater. Also habe ich erstmal gemütlich bei offener Terrassentür in der Sonne gefrühstückt. Aber ich bin noch vorsichtig optimistisch. März und April können noch ziemlich launisch werden. Aber tat schon ziemlich gut nach dem ollen Corona-Winter mal wieder eine warme Briese um die Nase zu haben. Mir gibt das sehr viel Energie.

Diese reagierte ich dann mit weiteren Umzugsvorbereitungen ab. Eigentlich wollte ich anfangen Türrahmen zu streichen. Stattdessen habe ich Kisten gepackt und meinen Werkzeug-/Putzmittel-/Chaosschrank ausgeräumt. Und weitere fünf Kartons gepackt. Und festgestellt, dass ich noch Kartons nachordern muss. Es lebe der Abholservice beim Baumarkt.

Ich bin gespannt, ob ich die Türrahmen noch mache oder doch dem Maler aufs Auge drücke... 

Inzwischen sieht es hier eher aus wie in einem Lagerraum, aber sind ja nur noch ein paar Tage. Trotzdem kämpfe ich gegen das Chaos an, denn es liegt schnell zu viel Kram rum. Und das eine oder andere schon verpackt Teil wurde auch schon vermisst. Aber ich fange sicher nicht an zu suchen. Umso mehr bin ich froh, wenn alle meine Sachen wieder an (neuer) Ort und Stelle sind.

Jetzt geht es erstmal ans Teilprojekt "Tiefkühler leer essen". Es gibt Hähnchenschenkel mit glasierten Möhren. Mjam. 

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel







Sonntag, 14. Februar 2021

Corona-Winter-Sonntag

 Hapuh, ich kann weg für heute. Ein Sonntags-Spaziergang von sechs Kilometer ist ja an sich machbar. Wenn der Gehweg vorwiegend aus Eis besteht und man ständig wild über die Wege rodelnden Kindern ausweichen muss, wird das aber doch recht anstrengend. 

Trotzdem tat es gut sich mal wieder so richtig "auszutoben". Auch wenn der Weg mit dem Auto die Hölle war. Der Pott kennt Schnee halt vorwiegend aus dem Duden und somit sind die Straßenverhältnisse auch eine Woche nach dem Wintereinbruch ein echtes Desaster. Viele Straßen wurden gar nicht geräumt und sind inzwischen bestenfalls mit Schlittschuhen befahrbar. 

Irgendwie scheint man hier vor allem zu meinen, dass Linksabbieger eh über sind. Auf dem Weg zum Konsumtempel gestern bin ich wie in einem schlechten Sketch mit Ach und Krach auf die Spur gekommen. Nur um dann in Zeitlupe nach rechts auf die geräumte Spur zu rutschen. Glücklicherweise war da gerade kein anderes Auto...

Auch die Autobahnzufahrten sind eine Eiswüste. Vom Gehwegräumen hält hier auch keiner mehr was. Und selbst wenn, sollte man sich gerade weit von Häusern entfernt halten. Denn es krachen überall Dachlawinen herunter. Aber es nahen Temperaturen oberhalb der Null. Vorher soll es Morgen schonmal Regen auf den gefrorenen Boden geben. Blöderweise muss ich ausgerechnet da ins Büro. Ich hoffe mal, dass Petrus sich bis ca. 11.30 Uhr gedulden kann, bis dahin müsste ich es wieder nach Hause schaffen. Zum Ende der Woche könnte es dann aber immerhin schon Richtung 15 Grad gehen. 

Ansonsten habe ich inzwischen die Hoffnung aufgegeben, in naher Zukunft ein Möbelgeschäft betreten zu können. Denn selbst wenn ein Wunder geschieht und Anfang März das Hausarrest aufgehoben würde, möchte ich sicher nicht mit der Stampede von Shoppingwütigen in die Arena stampfen. 

Also habe ich die notwenigsten Dinge nun online geordert. Beim Möbelschweden sind die Lieferkosten gesalzen, also habe ich mich fürs Abholen entschieden. Zwei Mal in zwei verschiedenen Städten. Und was soll ich sagen? Die Berliner Mischpoke sollte samt sonders mal ein Praktikum in Sachen Krisenmanagement dort machen... Das System, um den Lockdown zu umgehen, ist echt durchdacht und super organisiert. Gut, man kann sich die Sachen vorher nicht ansehen, aber das hatte ich ja noch fix erledigt, bevor die Läden dicht machen mussten. 

Ein anderer Lieferant war da etwas schwieriger. Um die günstigen Lieferkosten beibehalten zu können, werden deren Fahrer echt schlimm geknechtet. Und dann kann man die Lieferung nicht mal umbuchen, wenn man nicht Zuhause ist. So war es gestern absolutes Glück, dass ich den Fahrer abpasste. Die zwei Pakete waren viel zu schwer und sperrig für eine Person. Ich half schnell mit, aber nicht jeder kann das auch. Sonst würde der arme Kerl vermutlich jetzt noch im Schneehaufen stecken. 

Immerhin, jetzt bin ich erstmal gerüstet. Nur Farbe muss ich noch kaufen. Dann kann ich mein neues Heim einigermaßen einrichten, bis die Welt sich wieder normalisiert.

So, inzwischen sind meine müden Beine wieder einigermaßen aufgetaut. Nun werde ich sie in Feierabendposition auf der Couch lagern.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Freitag, 12. Februar 2021

10 vom 12.02.21

 Schon wieder eine Woche und ein Monat rum. Noch drei Wochen bis zum Umzug. Yes!

Entsprechend sieht es hier auch aus.

Aber von Beginn. Es ist einfach saukalt gerade.


Entsprechend macht der Schnee auch keine Anstalten zu verschwinden. Es ist inzwischen auch eigentlich nur noch Eis alles.



Mir fallen ein paar Vögel auf, die auf der hartgefrorenen Fläche nach Futter suchen. Mit Vogelfutter kann ich nicht dienen, aber vielleicht mögen sie Nüsse?



Bei der Essenausgabe rutscht mir prompt eine Ladung Gefrorenes in die Schlappen. Urgh... Erstmal Frühstück.



Da meine Nebenhöhlen immer noch auf dem Kriegspfad sind, eine runde Salzwasserdampf inhalieren.

Dann gehts in den Endspurt für diese Woche. Im Moment ist es einfach unfassbar viel an Arbeit. Alleine diese Woche waren 33,5 Stunden mit Meetings belegt. Kommende Woche sind bereits 29,5 Stunden verplant. Alles andere muss dann drumherum ja auch noch gemacht werden. Also pendele ich derzeit vorwiegend zwischen Bett und Schreibtisch. Ist auch okay, ich wusste auf was ich mich einlasse. Einem Kollegen wurde es heute wohl zu viel. Er hat hingeworfen. Das stellt uns vor weitere Probleme. 


In drei Wochen ist das mit dem wackeligen Gartentisch dann endlich vorbei und mein neuer, höhenverstellbarer Schreibtisch steht in meinem neuen Büro. Jetzt, wo es so nah ist, erwische ich mich jeden Tag ein paar Mal beim Snoopy-Dance. Ich freu mich einfach nur noch auf die neuen vier Wände. 

Gegen Mittag werden ein paar Meetings umgeschoben. Also mache ich mich auf den Weg zur Apotheke. Muss heute Nacht wieder ins Schlaflabor. Da beim letzten Mal kaum eine Messung machbar war, weil ich einfach nicht schlafen konnte, kriege ich dieses Mal Schlaftabletten. Die ich nun holen muss. Dick eingepackt.


Und da dann noch eine Besprechung ausfällt, kann ich sogar noch in Ruhe was essen. Kommt hier nicht so oft vor...


Nachtisch im Sonnenschein gibts auch noch.


Und dann gehts wieder zurück an die Arbeit. Da ich nachher gleich zum Krankenhaus fahre, muss es heute auch leider bei den zehn Bildern bleiben. 

Ein paar mehr Bilder gibts hier.

Oh, damit bin ich heute erste bei Frau Kännchen!

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Sonntag, 7. Februar 2021

Wo ein Wille, da ein Weg

 Es ist 5.45 Uhr am Sonntag Morgen. Vor ca. 30 Minuten bin ich nach Hause gekommen. Todmüde und halb erfroren. Jetzt tauen meine Finger an einer Tasse Kaffee auf.  Aber von Anfang an...

Aufgrund meiner Asthma-Anfälle letzten Sommer und weiterer Umstände muss ich für zwei Nächte ins Schlaflabor. Krankenhäuser sehe ich auch außerhalb von Corona schon lieber aus der Ferne.

Beim Check Inn gab ich wahrheitsgemäß an, dass ich letzte Woche getestet wurde. Ich huste ja immer noch etwas, also lieber direkt heraus damit. Dass nicht gleich rote Warnlampen aufleuchteten, Gitter von den Decken fielen und Sirenen erschollen, war echt alles. Ich durfte also erst mal in die Notaufnahme, wo ich nochmals erklärte, dass ich zu Beginn der nun abklingenden Symptome getestet wurde. Ja, aber das sei ja schon total lang her jetzt und ich könnte mich ja danach angesteckt haben. Ich so: ??? Weil, das könnte ja mal auf so ziemlich jeden zutreffen. Naja, dann kam der diensthabende Arzt. Mir gingen Bilder von Kalimero durch den Kopf (den mit der Eierschale auf dem Kopf). Das Jüngchen war war etwas überfordert und ließ sich von 3 Kollegen bestätigen, dass ich mit negativem Schnelltest aufgenommen werden könnte. Also hatte ich Test Nummer 2 gewonnen. Während mein Arzt das recht kurz und schmerzlos gemacht hatte, wollte sich die Schwester scheinbar für den verspäteten Feierabend rächen. Mir tut jetzt noch der Hals weh.

Am Ende war ich dann endlich im Zimmer, verkabelt und draußen rieselte eben nicht leise der Schnee, sondern tosend der Eisregen. Von Schlaf war kaum die Rede, denn um mich auf die linke (Einschlaf-)Seite zu drehen, musste ich mich quasi strangulieren. Das Bett war für Menschen über 1,80m nicht gemacht und die Decke war wohl auch von der Kinderstation.

Übrigens mal wieder ein sehr trauriges Bild unseres Gesundheitssystems. Die Fenster waren von 18hundertirgendwas, abgeblätterte Farbe, schmutzige Wände. So dürfen Krankenhäuser einfach nicht sein, aber es ist nicht das erste Mal, dass ich das hier im Pott gesehen habe.

Naja, irgendwann bin ich dann doch immer mal wieder eingeschlafen. Aber um 4.30 Uhr hatte ich die Nase voll und musste auch mal wohin. Die Nachtschwester hatte ein einsehen und entkabelte mich direkt, so dass ich auch schon nach Hause konnte. 

Draußen erwartete mich Eisregen und eine solide Schicht gefrorener Schnee am Boden. Im Watschelgang ging es zum Auto. Mit knirschenden Geräuschen fuhren die Seitenspiegel aus. Aber die Tür wollte nicht aufgehen. Das ganze Auto war von einer soliden Eisschicht überzogen. Alle Türen und Klappen zugefroren. Mit roher Gewalt bekam ich schließlich die Fahrertür auf. Da der Eisschaber unerreichbar im Kofferraum eingefroren war, also erstmal alle Heizungen auf Volldampf und warten. Schließlich konnte ich die Fenster runterfahren. Die Eisschicht blieb stehen und musste eingeboxt werden. Der Kofferraum ging immer noch nicht auf, als wurden die restlichen Scheiben ebenfalls mit Fäusten geräumt. Ohne Handschuhe natürlich. Ganze Platten von Eis habe ich von den Scheiben geholt.

Dann ging es endlich nach Hause. Das Schnee- und Eisgemisch sorgte für genug Gripp, so dass ich den Berg hoch kam. Sämtliche Hauptstraßen waren vereist, so dass ich im Schneckentempo nach Hause kroch. Krankenwagen oder sowas fahren, würde ich um kein Geld der Welt heute Nacht wollen. 

Aber jetzt darf ich gleich in mein Bettchen. Da kann gern aller Schnee der Welt fallen, ich muss da erstmal nicht mehr raus. Und wenn ich den Wetterbericht so ansehe, dürfte es noch einige Tage dauern, bis der Rest von meinem Auto mal wieder auftaut. Hier steht richtig fieser Frost an.

Viele Grüße aus der Eishölle

Pottnudel





Freitag, 5. Februar 2021

WMDEDGT 02/21

Freitage sind bei mir leider alles andere als entspannt. Von früh bis spät stehen Reviews und Sponsorenmeetings an. Dazu kam diese Woche, dass ich bis Mittwoch das Bett gehütet habe und zusätzlich noch jede Menge Zeugs Zwischendurch machen musste. Außerdem zwei neue Mitarbeiter einarbeiten und so musste ich sogar in die frühesten Morgenstunden Termine legen und dann bis zum Abend noch eine dreistündige Playbacksession über mich ergehen lassen. Zwischendurch Eskalationen wegen Egoidioten. 

Denn gestern war auch nix mit aufarbeiten, da musste ich zum Lungenarzt. Funktion messen vor dem Schlaflabor, wo ich dann Morgen nächtigen werde. Immerhin Frau Doktor war zufrieden, gerade auch vor dem Hintergrund, dass ich ja noch krank bin. Und es ist übrigens kein Corona. Was meine App mir bis heute auch nicht verraten hat, sondern mein Arzt nach fünf Tagen... Ja, ähm. 

Der Tag schloss dann mit einer vierstündigen Zoom-Session mit ehemaligen Studienkollegen, die ich auch viel zu selten sehe. War sehr schön, aber jetzt tut der Hals weh und die Augen fallen zu. Morgen stehen dann einige Termine im Zusammenhang mit dem Umzug an (nur och vier Wochen, yes!!!),

Also ab ins Bettchen jetzt. Mehr WMDEDGT gibts hier. 

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Samstag, 30. Januar 2021

Tag 4

Es sind drei Tage vergangen, seitdem ich getestet wurde. Was auch immer mich da erwischt hat, hält mich weiter im Bett und auf der Couch. Kopfschmerzen aus der Hölle und Schwindel begleitet von ständiger Müdigkeit sind die vorwiegenden Symptome. Die Versuche, das Druckgefühl im Kopf mit Nasendusche und Spray zu lindern sind leider gescheitert. Normalerweise gehts mir bei den Winterbazillen nach zwei bis drei Tagen Ruhe immer schon besser. Leider nicht in diesem Fall. 

Naja, ich werde es wohl überleben, was mich aber so richtig nervt, ist die Tatsache, dass mein Testergebnis immer noch nicht da ist. Ich gehe auch mal nicht davon aus, dass sich dies über das Wochenende noch ändert. Denn irgendwann müssen die Laborarbeiter ja auch mal schlafen.

Kein Ergebnis bedeutet aber auch keine Nachverfolgung der Kontakte. Sofern ich Corona hätte, hätten sich die Kontakte inzwischen trotz Lock Down vermutlich so vervielfacht, dass sie eh nicht mehr nachvollziehbar wären. Denn wir verzichten ja auf das Treffen mit Bekannten, müssen aber einkaufen, Bahn fahren, tanken, etc. und treffen da diverse Leute, die maximal per App vor Kontakten gewarnt werden. Diese laufen aber auch weiter durchs Leben und wissen nichts von Risiko-Kontakten, da Tests ewig nicht ausgewertet werden.

Eine Freundin aus Spanien, ein Kollege aus den Niederlanden und eine Freundin aus der Türkei berichteten von Testabläufen in ihren Ländern. Dort gibt es die Ergebnisse jeweils binnen Stunden. Also ja, es ist unser Bananenstaat, der es nicht hinkriegt. Keine andere Ausrede.

Unterdessen versucht die Ursel in Brüssel mal herauszufinden, wie hoch die Frustrationstoleranz der Staaten ist, die früher und höher in Impfstofflieferanten investiert haben und nun dank Ausfuhrverboten in die Röhre gucken. Timing war noch nie die Stärke der Frau von der Leyen. Durchregieren, wenn man es einfach mal wieder gründlich verbockt hat, ist halt keine Option. Weltweit liegen die Nerven blank und Impfstoffe werden überall sehnlichst erwartet. Da sollte man nicht mit der Geduld der anderen Staaten spielen, bei dem Versuch die eigenen Unzulänglichkeiten zu verstecken. 

Besonders dramatisch ist der Kontrolldruck gegenüber Lieferungen an Drittweltländer. Denn die Liefermengen sind nun mal begrenzt und die reichen Länder haben sich vertragliche Überversorgung gesichert. Bleiben diejenigen, die den Kampf um den Impfstoff nicht finanzieren konnten. Aber darüber wird mal wieder nicht gesprochen. Und da wundern wir uns, warum der Migrationsdruck immer größer wird.

Es ist zwar nicht so, dass Deutschland kein Geld für die Kampagnen der Drittweltländer gegeben hätte, durch das politische Verhalten mit der EU blockieren wir eine zeitnahe Belieferung aber gleichzeitig. Das ist im Prinzip so, als wenn man dem Verhungernden Geld für Brot gibt, ihm dann aber den Zugang zur Bäckerei verwehrt, solange nicht alle anderen reichen Kunden ihre Brot bekommen haben. Und die zuerst reindürfen, gehen mit mehr Backwaren raus, als sie brauchen. Denn auch in 2021 gilt: Meine Herde zuerst. Wie in der Steinzeit damals auch. Manche Dinge ändern sich eben nie...

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Mittwoch, 27. Januar 2021

Ein Jahr

Heute vor einem Jahr tauchte der der erste Corona-Fall in Deutschland auf. Scheinbar bei einem deutsch-chinesischen Arbeitsmeeting ist es passiert. 

Ein paar Tage später wurde mein Friseurtermin abgesagt, weil die Friseurin plötzlich sehr krank wurde. Am Telefon stammelte ihre Kollegin etwas von Corona-Verdacht. Da dachte ich noch so: Na Leute... 

Ja, das es mal eine Pandemie geben kann, war bekannt. Aber beim ersten Mal SARS haben ja auch alle wild mit den Armen gefuchtelt und nix ist passiert. Vogelgrippe, Schweinegrippe, hört man alles immer mal wieder. Corona ging damals durchaus schon zunehmend durch die Medien, aber was da auf uns zukommen würde, hat sich kaum einer ausmalen können.

Ein Jahr später ist Homeoffice plötzlich für viele Leute was Normales, wir schütteln keine Hände mehr, auch der sich zwanghaft hebende Arm ebbt ab, Umarmen und unter Menschen sein ist auch nicht mehr, Masken und Desinfektionsmittel in der Handtasche sind normal, ebenso der primäre Sozialkontakt über das Telefon und Videoapps. 

Und ich könnte fast über die Ironie lachen, dass ausgerechnet heute früh mein Körper Ungemach meldete. Tatsächlich kämpfe ich gerade schon wieder mit den Tränen. 

Innerhalb von zwei Stunden ging es mir heute früh so schlecht, dass ich mich krank meldete und meinen Arzt anrief. Wie ich das jeden Winter tue, wenn mich die Seuche anspringt und ein paar Tage ans Bett fesselt. Dann gehts kurz hin, AU abholen und ab nach Hause, die Seuche wegschlafen.

Symptome wurden vorab schon abgefragt, wie immer. Um 11 sollte ich kommen. Das ist die normale Akutsprechstunde. Kenne den Arzt schon seit vielen Jahren und somit auch die Abläufe dort. Beim letzten Mal hatten wir noch über Corona geschnackt. Er ist von der entspannten und pragmatischen Sorte. Das mag ich so an ihm. 

Dort angekommen, wurde ich kurz eingecheckt. Im Hinterzimmer fiel der Satz: Jetzt gleich kommen die Viruspatienten. Dann musste ich draußen warten. Außer mir war keiner da, das Sprechzimmer war gesperrt. Schließlich wurde ich hereingerufen, musste sofort auf den Balkon durchgehen. Dort stand mein Arzt in voller Schutzmontur. 

Das war ein wirklich schlimmer Moment. 

Noch im Sommer hatte er auf Maske und Co. verzichtet und sogar Hände geschüttelt. Nun ist hier Corona aber auch angekommen. Und mir war auf der Stelle schlecht. Denn ja, man denkt schon, was einen da gerade angesprungen hat, aber an Corona denkt man dann ja doch nicht gleich. Ich trage FFP2-Masken seit Wochen und dürfte Desinfektionsmittel schon in der DNA haben. Ich hatte so eher die Nebenhöhlen in Verdacht.

Der Test ging schnell und ich konnte den Würgereiz gerade noch nieder kämpfen. Unterlagen mit Krankschreibung und QR-Code waren schon fertig. Und schon war ich wieder draußen. 

Und dann liefen die Tränen. 

Ich mein, ich hab ja jetzt nicht die letzten 12 Monate auf dem Mond gelebt, hatte Fälle im Freundeskreis und war selbst zwei Mal in Quarantäne. Aber das heute war wie ein Schlag mit dem Baseballschläger. Ich war auf diese Situation einfach nicht vorbereitet. Dann kamen die Gedanken, was wenn du es doch hast. Du bist Risikopatientin mit deiner Lunge. Wo kann das jetzt überhaupt hergekommen sein, ich pass doch so sehr auf!?

Und einfach diese sehr visuelle Erinnerung, wie sich unsere Welt in einem Jahr verändert hat. Der Mann, dem ich seit vielen Jahren meine Gesundheit anvertraue und der immer einen Schnack hält, steht da plötzlich wie ein Marsmensch. Alles muss schnell gehen, denn für den Moment bin ich eine potenzielle Gefahr. Scheißgefühl, echt. 

Nun heißt es also warten und hoffen. Bei meinem AG wurde die Vorwarnstufe ausgelöst, denn ausgerechnet gestern war ich noch im Büro. Kacke alles...

Traurige Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


12 vom 12.6.2025

Der Sommer zieht ein im Pott. Die nächsten Tage werden hochsommerlich. Heute musste ich mich aber erst nochmal ins Büro begeben. Mein letzte...