Samstag, 5. September 2020

WMDEDGT 09/20

Hapuh, was für eine Woche. So viele neue Infos im neuen Job. Das wird ganz schön viel Arbeit. Aber auch sehr nette Menschen soweit. Also glaube ich, dass es auch gut werden wird. 

Heute war dann aber Pause angesagt. Also habe ich bis neun Uhr geschlafen, dann hatte ich aber auch Hummeln im Hintern. Also erst mal etwas Haushalt gemacht. Bleibt ja doch unter der Woche viel liegen, zumal ich die ganze Woche im Büro war. Das wird ab kommender Woche dann langsam anders werden und dann kriegt man auch Zuhause mehr geschafft.

Aber ich brauche auch ein besseres Set Up hier, wenn ich öfter Zuhause arbeite. Ich habe wenig Lust mein ganzes Equipment immer mit zu schleppen. Also habe ich heute früh erst einmal meine Büroausstattung im Netz erweitert. Denn nach Shoppen ist mir mit Maske einfach nicht. Ich krieg immer gleich Schweißausbrüche, wenn ich das Teil im Gesicht habe. 

Dann wars auch schon Zeit zum Umziehen und ab zum Mittagessen mit einer Freundin. Chinabuffet, zum ersten Mal in diesem Jahr. Dabei fangen die ersten Bäume schon an die Farbe zu wechseln und die ersten Lebkuchen stehen schon wieder im Supermarkt. Wo ist bloß das Jahr geblieben? 

Glücklicherweise war der Parkplatz noch recht leer, als ich ankam. Denn seit Dienstag fahre ich nun Puma. Nein, ich meine nicht Jaguar, sondern Puma 😁 Ich hatte ja schon ein bisschen Bauchschmerzen, da ich nicht wusste, was ich für ein Auto bekomme. Seit zehn Jahren sitze ich vorwiegend in meinem treuen aber alternden Polo und kann den im Schlaf einparken. Und im Pott sind die Parkplätze nicht eben reichlich gesät. Da ich ja noch in der Probezeit bin, muss ich also noch das nehmen, was mein AG mir gibt. Und so standen nun ein Golf und ein Puma zur Wahl. Ich Gewohnheitstier wollte natürlich prompt dem VW nehmen. Und doch habe ich schon eine Weile mit den kleinen SUVs geliebäugelt. Und dann hab ich ihn spontan genommen. Und noch während die Papiere fertig gemacht wurden, wollte ich mich schon wieder umentscheiden. Aber ich blieb dabei. Und er fährt sich echt super. Piept sofort los, wenn es wo eng wird und beim rückwärts fahren geht die Kamera an. Erleichtert die Sache sehr, die neuen, recht üppigen Maße besser einzuschätzen. Ansonsten ist mir da etwas zu viel Kirmesgeblinke drin. Aber gut. Auch ist er nach oben hin etwas knapp bemessen. Plus eine recht große Konsole um den Rückspiegel, die mir etwas die Sicht nimmt. Da hab ich mir jetzt schon ein paar Mal den Kopf gestoßen. Mal sehen, was es dann letztendlich wird. 

Mit reichlich Glutamat im Bauch haben wir dann noch etwas die Sonne genossen und auch wenn ich auf der Stelle hätte ins Fresskoma fallen können, habe ich noch fix den Einkauf erledigt. Und die Bewegung tat auch gut, also Zuhause noch Wäsche aufgehängt und im Netz weiter nach einem neuen Heim gesucht. Aber ich bin auch jetzt immer noch sowas von satt. Also fiel das Abendessen aus. Na gut, so ein oder sechs Toffifee gehen immer 😎

Und eigentlich müsste ich die Arbeiten für ein Geburtstagsgeschenk beginnen, aber die Couch ist einfach gerade sowas von bequem. Ich fürchte das wird heute nix mehr 😄

Ich gehe also mal schauen, was heute sonst noch so bei WMDEDGT los war.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Sonntag, 30. August 2020

Hallo Herbst?

 Ja, ich weiß, dass wir offiziell noch Sommer haben. Aber nach dem Temperatursturz fühlt es sich gerade eher wie Ende September an. Mir ist so richtig herbstlich. Aber ich glaube, man kann sich zumindest wettertechnisch nicht über das Jahr 2020 beschweren. Wir hatten ja doch einige schöne Tage bisher. Wenn auch etwas trocken. Aber irgendwas ist ja immer.

Die Äpfel sind fast reif. Das wissen die Eichhörnchen auch und ich hoffe, ich kann wenigstens ein paar Äpfel retten. Denn ein bis zwei Wochen brauchen sie noch, bevor ich pflücken kann. Auch die Himbeeren sind reif, aber ich tue mich schwer damit sie zu ernten, denn die Pflanze stand recht unglücklich unter einem Vogelnest und hat so einiges abbekommen. Auch wenn der Regen das meiste weg gewaschen hat, ich weiß, dass die Vögel da drauf gemacht haben... 

Morgen geht es für mich dann wieder zurück zur Arbeit. Ich weiß echt nicht, wo die letzten acht Monate geblieben sind. Und auch wenn jetzt so das Gefühl aufkam, noch ganz schnell ganz viel erledigen zu müssen, ich hatte schon vor Wochen die Nase voll vom Faulenzen und freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Hatte letzte Woche schon ein kleines Kennenlernen mit ein paar Kollegen und das hat die Vorfreude nur bestärkt.

Das gute Gefühl und gleichzeitig sehr unerfreuliche Begebenheiten mit meinen Nachbarn haben nun auch dazu geführt, dass ich schon auf Wohnungssuche bin. Wenn alles gut geht, bin ich spätestens im Januar oder Februar hier raus. Und dieses Mal gibt es nicht den Wehmut vom letzten Jahr, denn die Entwicklungen hier sind unerträglich. Ich musste noch nie im Leben die Polizei rufen. Eine traurige Premiere, auf die ich gern verzichtet hätte...

Entsprechend habe ich die  letzte Woche dazu genutzt um das Netz nach einer neuen Bleibe zu suchen. Ein ganz tolles kleines Häuschen hatte ich gesehen, aber war schon zu spät. Eine andere Wohnung sah im Netz so toll aus, aber als ich die Adresse bekam stellte sich heraus, dass direkt unter dem Balkon ein Restaurant ist und gegenüber eine Schule. Also neee, eher nicht so. Ich such mal weiter. Ich werde künftig auch öfter von Zuhause aus arbeiten und dann brauche ich nicht nur ein Arbeitszimmer, sondern auch die entsprechende Ruhe.

Auch ein paar kleinere Reparaturarbeiten habe ich hier begonnen, denn mein potenzieller Nachmieter
hat es sich angesichts der letzten Entwicklungen hier jetzt auch anders überlegt. Ich kann es verstehen. Also werde ich wohl komplett renovieren. Zumindest das Streichen werde ich machen lassen. Hatte mir schon Angebote im Netz geholt. Bei dem fast drei Meter hohen Decken hier plus Höhenangst, da lass ich lieber einen Fachmann ran. Ich werde mich dann noch an den Türzargen auslassen, zumindest in Küche und Bad. 

Aber ein bisschen Herbstdeko muss doch noch sein. Also habe ich heute angefangen Kürbisse zu bemalen. Auf der Suche nach der restlichen Deko habe ich mal wieder geflucht. Selbst in so einer kleinen Wohnung verlieren sich noch Sachen. Oder gerade dort, weil ich die Sachen immer so weg räumen muss, wo gerade Platz ist. Das wird sich bald ändern 😎

Kommende Woche bekomme ich dann auch mein neues Auto, bzw. den Firmenwagen. In der Probezeit erstmal noch vom AG ausgewählt. Ich bin gespannt und hoffe, dass es nicht so eine riesige Karre ist. In den kommenden Monaten muss ich mir dann mal Gedanken machen, was ich künftig fahren will. Aber das hat jetzt erst mal noch Zeit.

Jetzt genieße ich erst mal noch den Rest vom Sonntag. 

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 




Montag, 17. August 2020

Durchatmen

Puh, die Hitzewelle macht endlich eine Pause. Also, ich mag den Sommer ja wirklich, aber alles über 35 Grad in diesem Land ist einfach die Hölle. Aber heute sind es mal "nur" 25 Grad und ich konnte mal den ganzen Tag die Fenster offen lassen. 

Eigentlich wollte ich seit neun Uhr am Schreibtisch sitzen und lernen, aber seit gestern macht mein Magen-Darm-Trakt Sperenzchen. Also war ich erst ab Mittag halbwegs einsatzfähig und hab erstmal mit dem Antragsprozess für die Prüfung begonnen, denn meine Unterlagen dazu sind nun auch angekommen. Die ganze Sache wurde dann eine Nachmittagsfüllende Beschäftigung, obwohl ich alles Infos schon zusammen hatte. Nun heißt es warten. Im schlimmsten Falle komme ich ins Audit. Was mich bei meinem Karma nicht wundern würde. Aber dann dauert es halt eben noch ein paar Tage länger. Ich erfülle alle Anforderungen und muss deshalb nix befürchten.

Was mir schon noch weiter Kopfschmerzen macht, ist die Frage, wo ich die Prüfung nun ablege. Es gibt zwei Optionen.

1. Zuhause

Wird auch als: "Mach den Test im Schlafanzug wann immer du willst", angepriesen. Klingt erst mal verlockend, ABER: Da wären zunächst mal meine Nachbarn aus der Hölle, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Anfälle haben, da wäre mein Blutdruck dann an der Decke und die Konzentration futsch. Dann wäre noch das Risiko, dass mein Internet abraucht. Tut es zwar nur selten, aber bei meinem Karma, wer weiß. Bisher konnte ich auch keine belastbaren Infos bekommen, wie empfindlich das System bei kleineren Unterbrechungen ist. Und Unbekannte sind immer gemeine Risiken. Will man nicht.

Option 2 wäre: Im Testcenter

Gibts sogar zwei hier ums Eck. Mein Problem damit ist: Laut der Orga muss ich dann vier Stunden mit Maske da sitzen. Der Test an sich ist schon extrem, aber das alles dann noch unter Sauerstoffmangel, mit juckender Nase und Schweißausbrüchen - keine gute Idee. 

Also hab ich erstmal so spitz zulaufende Masken geordert, um zu probieren, ob das besser geht. Leider nein. Die Dinger liegen zwar weniger auf dem Gesicht, sind dafür dicker, riechen komisch und ich atme mir quasi die ganze Zeit in die Augen, was nach zehn Minuten dazu führte, dass meine Kontaktlinsen sehr unangenehm wurden. Verdammt. 

Dann gibts ja immer mal wieder so Leute, die so einen Plastikschild mit Kopfband tragen. Also hab ich heute mal um Testcenter angerufen um zu checken, ob die Dinger wohl erlaubt wären. Die Dame hatte diese Dinger noch nie gesehen und war sich auch nicht sicher, ob meine Prüfung derzeit angeboten würde, sagte dann aber, dass ich die Maske nicht in der Prüfung tragen müsste. Man könnte mich auch allein in ein Zimmer setzen. WHAT??? Da war ich schon ziemlich erleichtert. Das würde alle meine Probleme lösen. Jetzt will sie Morgen nochmal zurück rufen, ob meine Prüfung denn bei denen noch gelistet ist. Ich drücke mal die Daumen.

Die Prüfung auf später verschieben, ist keine Option, denn ab 2021 kommt ein neues Themengebiet hinzu, also müsste ich nochmal in den Kurs und es wird vorerst kaum gute Vorbereitung dazu geben. Also zu viel Risiko. Und außerdem will ich das von den Füßen haben, bevor es zurück zur Arbeit geht.

Hachja, bin ich froh, wenn das alles vorbei ist. Ich hatte mich auch durchaus schon gefragt, warum ich mir das alles antue. Aber ich wollte das schon so lange machen, ich will das jetzt endlich durchziehen. So.

Für heute ist jetzt aber erst mal Feierabend. Ich werd mal früh ins Bett gehen und hoffe, dass ich Morgen wieder fit bin.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Mittwoch, 12. August 2020

12 vom 12.08.20

Eigentlich wollte ich hier heute als erstes Bild den Sonnenaufgang in der blühenden Heide posten. Aber das Wetter spielte nicht mit. Also hab ich weiter geschlafen und dann erst Mal die Fenster aufgerissen. Es kühlt hier auch nachts nicht mehr unter 22 Grad ab, aber das ist schon arktisch im Gegensatz zu den Tagestemperaturen. Speziell in der Sonne.

Frühstück fällt bei dem Wetter aus und ich versuche auch gar nicht erst nach dem Duschen meine Haare zu föhnen. Einfach hochbinden, fertig. Ab gehts zum Frauenarzt. Die jährliche Kontrolle steht an. Danach zum Bäcker, denn so langsam knurrt der Magen. Danach zur Post, meinen Arbeitsvertrag zurück schicken 😎

Erst muss ich mangels Parkplätzen eine Extrarunde drehen, dann geht der Parkscheinautomat nicht, dann hat die Post zu. Warum auch immer, das passiert hier immer mal wieder. Okay, also Marke aus dem Ekelautomaten ziehen. Mein Magen knurrt inzwischen drohend und NINA heult auch schon wieder rum. Es wird heiß sagt sie. Hätte ich bis auf die Pfützen in meinen Schuhen fast nicht bemerkt. Also erst mal nach Hause und umziehen. Ich habe meine Sommer-Schlafanzüge (Shorts und Top) vorübergehend zur Hausbekleidung umdeklariert. Denn alles andere ist zu warm. Wer sieht das schon, außer mal dem Paketboten. Und der hat sicher schon schlimmeres gesehen.

Und wieder heult NINA, jetzt warnt sie vor Hochwasser. Beim Blick in den strahlend blauen Himmel, hab ich da grad so meine Zweifel. Allerdings kann es hier lokal tatsächlich immer Mal schnell Unwetter geben. Da der Boden teils so ausgetrocknet ist, nimmt er das Wasser nicht auf und schon sind die Straßen überschwemmt. 

Dann wird der Sonnenschirm aufgespannt und mit Tüchern bestückt. Es macht echt einiges aus, wenn sich Wände und Platten nicht so aufheizen.

Derzeit sind Latschen Pflicht auf der Terrasse, denn überall liegen tote Wespen. Nicht, dass die Viecher zu meinen Lieblingstieren gehören, aber trotzdem tun sie mir irgendwie Leid. Manche laufen auf dem Boden im Kreis, andere fallen einfach tot von den Wänden. Zusätzlich zu den zwei Teichen habe ich weitere Schalen mit Wasser im Garten verteilt. Trotzdem leiden viele Tiere gerade. Vorgestern auf dem Supermarkt-Parkplatz saß ein Rabe mit weit offenem Schnabel. Ich wollte ihm Wasser geben, aber das hat er nicht kapiert und ist weg gehüpft. Bitte denkt bei dem Wetter an die Tiere und stellt Wasserschalen auf!

Und dann gibts endlich was zu essen.

Die Küche bleibt hier derzeit kalt. Wenn überhaupt wird draußen "gekocht".

Danach kann ich das am Morgen gewaschene Oberbett schon wieder von der Leine holen. Das ist immerhin ein Vorteil, die Sachen trocknen gerade in Null Komma Nix.

Ich stelle noch eine Maschine an, dann geht es wieder ans lernen.

Dieses Teil pustet mir dabei kühle Luft zu. Es hat sich vor allem nachts schon in wenigen Tagen bezahlt gemacht. Dank Timer geht es irgendwann aus, aber ich kann einfach viel besser einschlafen.

Zwischendurch stelle ich meine Füße ins kalte Wasser. Das tut einfach nur gut.


Nach heißen Tagen brauche ich abends immer etwas salziges. Es gibt Cracker mit Ziegenkäse und Honig und Serrano gefüllt mit Frischkäse. Lecker. 


Und das waren dann schon wieder 12 Bilder. Weitere Galerien gibt es hier.  

Verschwitzte Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 


Samstag, 8. August 2020

Summertime...

 Mir schwirrt schon der ganze Tag der Song von Ela Fitzgerald durch den Kopf. Der Sommer hat den Pott gerade in einen Glutofen verwandelt. Ich habe schon wieder früh den Sonnenschirm aufgespannt und zusätzlich lange Tücher daran gehängt, damit sich hier nicht alles so aufheizt. Im Garten geht kein Lüftchen und die Sonne sengt den ganzen Tag auf die Mauern. Da ich für die restliche Zeit hier keinen Pool mehr anschaffen wollte, muss halt eine Plastikbox als Fußbad her halten. Aber das ist auch schon sehr angenehm. 

Gegen Mittag bin ich freiwillig rein gegangen, habe Türen und Fenster verrammelt und einen Wäscheständer mit nassen Handtüchern neben dem Ventilator aufgestellt. So kann man es jetzt aushalten. Zumindest abends gehen die Temperaturen aber (noch) runter, so dass man lüften und schlafen kann. Sofern die Nachbarn einen lassen... 

Heute ist mein neuer Arbeitsvertrag angekommen. Juhuuu! Ab September darf ich wieder für mein Geld was tun. Und ich bleibe dem Pott auch erhalten. Also Umzug rein aus kosmetischen Gründen demnächst. Etwas abseits, mit weniger durchgeknallten Nachbarn. Ich hab schon mal so ein bisschen den Markt sondiert. Und prompt kam eine Freundin gestern auch schon mit einem Angebot. In der Ecke, wo ich hin will, bekommt man gute Heime auch eher mit Vitamin B. Aber zum November wird mir das wohl noch etwas zu früh. Ich will zumindest den größten Teil der Probezeit erst mal abwarten. Es gab zwar dieses Mal keinerlei Bauchschmerzen im Vorfeld, aber die Welt ist derzeit ja etwas durcheinander und der Arbeitsmarkt auch nicht so üppig. Also gehe ich lieber auf Nummer sicher.

Aber ich freue mich trotzdem jetzt schon, dass ich das Thema bald aktiv angehen kann und dann mehr Platz und Ruhe haben werde. 😊😊😊

Generell kann es jetzt mit diversen Planungen und generell meinem Leben endlich weiter gehen. Auch wenn die Zwangspause auch gute Seiten hatte. Aber jetzt ist auch gut.

Meiner Lunge geht es auch wieder besser, ich kann anfangen das Cortisonspray abzusetzen, bzw. es auf die Nebenhöhlen umleiten. Denn da kommt das Problem mit dem Reizhusten wohl her. Immerhin, mit Medikamenten wird auch das schon besser. Also sind die Chancen, diese Baustelle dieses Jahr noch zu schließen auch gut. Da ich erst wieder im Februar zur Nachkontrolle muss, konnte ich mir trotz tropischer Temperaturen nicht verkneifen der Ärztin schon mal frohe Weihnachten zu wünschen 😁 Mir fiel dann aber ein, dass ich sie doch noch mal in diesem Jahr sehe. Im Oktober stehen ja noch die Termine im Schlaflabor an.

So, jetzt genieße ich den ersten ruhigen Abend seit Wochen (ein Teil der Terrorfamilie ist in den Urlaub gefahren) auf der Terrasse mit einem Glas Wein und den Füßen im Wasser.  Hach...

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Mittwoch, 5. August 2020

WMDEDGT 08/20


Heidewitzka, da hätte ich doch fast vergessen, dass schon wieder der 5. ist. Zeit für WMDEDGT?

Der Oberflächenprovider dieses Blogs hat nun auf eine neue Version umgestellt und ich musste gerade erstmal ein paar Sachen suchen. Das Handling von Fotos nervt jetzt ziemlich.

Also, zum Tag. Wach geworden bin ich um 8.30 Uhr. War spät gestern. Ich habe noch telefonisch bis nach Mitternacht mit einem Lieblingsmenschen Weltpolitik diskutiert. Und bis ich dann mal in den Federn war, war es halb zwei. Denn einfach mal so schlafen gehen, klappt gerade nicht gut. Mein Husten ist zurück. Und wenn auch kein Asthma mehr dabei ist, wenn ich nicht abends diverse Dinge tue und nehme, huste ich die Nacht durch. Ätzend. Morgen habe ich den nächsten Termin beim Facharzt. Mal sehen, was das gibt. Das muss jetzt mal aufhören. Es ist einfach gerade nicht die Zeit um Husten zu haben. 

Ansonsten ist der Hochsommer nun wieder im Anmarsch. Also habe ich den Schirm frühzeitig über die Terrasse gespannt, damit sich hier nicht alles so aufheizt. Und so Sachen wie Staubsaugen und Co. auch früh erledigt. In den kommenden Tagen werden wir wohl mehrfach Richtung 35 Grad marschieren. Vorsorglich habe ich mir schon eine Windmaschine im Netz bestellt. die dann auch passend heute geliefert wurde. Eingekauft hatte ich auch schon alles, so dass ich möglichst erstmal nicht mit Lappen im Gesicht in den Konsumtempel muss. Ich schwitze schon bei 20 Grad wie verrückt mit dem Ding. 

Bei warmem Wetter will mein Magen kein Frühstück, also gibts gegen Mittag ein paar Brötchen. Nach Kochen ist mir nämlich nicht.

Weiter ging der Tag mit Lernen für meine Zertifizierung und ein paar Recherchen. Aber so richtig in Gang komme ich heute irgendwie nicht. 

Zwischendurch checke ich meine Mails und wundere mich, wie bei dem Wetter ein Onlineretailer auf
die Idee kommt für Wollpullover zu werben. Da war wohl der Praktikant am Werk. 😂 Nicht ganz so lustig finde ich, dass ich mich auf der Second-Hand-Plattform nicht anmelden kann um meine Anfragen zu checken. Der Support schnallt nicht, was das Problem ist und sendet Standardantworten, das kann ich ja immer gut leiden... Im Laufe des Tages verschlimmbessert sich das Problem. Auch hier vermutlich gerade ein Praktikant am Werk. 

Für die Abendstunden hatte ich vorsorglich ein paar Klumpen Eis eingefroren, die dann in ein erfrischendes Fußbad kommen. Kühles Getränk und ein Buch dazu. Könnte alles schlimmer sein. 😎 Ich hatte sogar überlegt mir ein kleines Planschbecken auf die Terrasse zu stellen. Aber dann wiederum weiß ich ja auch, dass ich kommenden Sommer sehr wahrscheinlich nicht mehr hier wohne und wer weiß, wie viel Platz ich künftig habe. Also lassen wir das mal.

Dann gibts einen leckeren Salat zum Abendessen mit Avocado, Schinken, Walnüssen und Ziegenkäse. Lecker, aber so richtig Appetit habe ich heute nicht. Was ist denn da los?? 

Anschließend bekommen die Blumen noch Wasser und ich dann gleich in der Dusche auch noch. Und dann ist auch schon wieder der Tag rum.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Sonntag, 26. Juli 2020

Countdown

So, die letzten Stunden sind angebrochen. Ab Morgen darf ich nicht mehr sagen, dass ich 39 bin. Die Karte eines Lieblingsmenschen kam gestern schon an. Und da stand sie dann so, die 40...

Schon echt komisch, wenn ich so an meinen 30. zurück denke. Das war doch erst vor zwei Jahren? Aber es ist schon so einiges passiert in den letzten Jahren.

Ich habe mich unselbstständig gemacht. Zum ersten Mal bezahlter Urlaub, das war echt der Hammer 😁 Dann habe ich mit Blut, Schweiß und Tränen mein Abendstudium durchgezogen. Aufgrund rasanter Entwicklung bei meinem Arbeitgeber, wurde das echt zur Zerreißprobe. Aber ich wollte das schaffen und war so froh, als ich aus der mündlichen Prüfung kam und ab dann abends und am Wochenende nicht mehr an die Bücher musste.

Und ich konnte endlich wieder in den Urlaub fahren. Und so habe ich mir dann endlich meinen Traum erfüllt und bin nach New York geflogen. Etliche weitere Trips folgten, aber auch beruflich habe ich die Welt umrundet. Meine 30er waren von vielen Reisen und tollen Erlebnissen geprägt und einer rasanten Entwicklung. Also zumindest beruflich wurde mir so manches Mal bewusst, dass ich nun eigentlich erwachsen bin.

Viele neue Leute sind mir begegnet. Manche blieben, manche gingen wieder. Von ein paar sehr geliebten Menschen musste ich für immer Abschied nehmen. Aber auch das gehört wohl leider dazu, dass mit fortschreitendem Lebensweg ein paar zurück bleiben.

Man sagt ja, 40 ist das neue 30. Und wenn ich so die Generation meiner Eltern und Großeltern sehe, stimmt das auch irgendwie. Selbst mein Vater ist nur acht Jahre zur Schule gegangen. Das war da noch völlig normal. Danach Ausbildung und dann war man mit Anfang 20 schon meist verheiratet und hatte Kinder. Und dann war man mit 40 manchmal selbst schon wieder Großvater oder -mutter. Als Kind kamen mir Menschen in den 40ern auch wirklich alt vor. Gut, so mancher Jungspunt mag das nun auch von mir denken, aber trotzdem ist die Welt heute eine andere. Vielleicht sähe die Sache auch anders aus, wenn ich selbst Kinder hätte.

Trotzdem glaube ich, dass meine Generation heute viel mehr Möglichkeiten hat. Die Technisierung und Globalisierung hat uns ganz neue Türen geöffnet. Und auch, wenn ich meine 30er mit ein paar Stolperern beende, ich denke es dürfte noch sehr spannend bleiben. Immerhin hab ich ja noch knapp drei weitere Jahrzehnte bis zur Rente.

Das Feiern muss dieses Jahr ausfallen. Ich mach mir eh nichts groß aus meinem Geburtstag. Aber mit Corona und meiner derzeitigen privaten Situation ist auch einfach keine Party angesagt. Vielleicht zum 50. dann. Puh, will ich noch gar nicht dran denken...

Immerhin habe ich mir dieses Wochenende mal die totale Entspannung gegönnt. Am Freitag hatte ich schon alle Haushaltspflichten erledigt, inclusive Rasen mähen. Also konnte ich gestern so vor mich hinbummeln, Kuchen backen und abends gabs Tappas. Wenn ich schon dieses Jahr nicht verreisen kann, dann doch wenigstens ein bisschen was kulinarisches aus meinem Lieblingsland. Dazu eine kleine visuelle Reise. Herrlich, unsere Welt ist doch einfach wunderschön.

Heute Morgen gabs dann das Gebäck zum Frühstück. Wie dekadent 😁 Der Kuchen ist super lecker geworden, aber auch ein echtes Monsterteil. Also habe ich der Lieblingsnachbarin direkt mal eine Ladung verabreicht. Er soll sich angeblich gut halten, also dürfte ich die ganze Woche noch was davon haben. Beim nächsten Mal reicht wohl auch das halbe Rezept.

So, ich werde mich wieder in den Chill-Modus begeben, bevor dann Morgen wieder Lernerei und Jobsuche beginnen.

Schönen Sonntag noch allerseits!

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Sonntag, 19. Juli 2020

Happy Birthday!

Heute wird mein Blog schon ein Jahr alt. Die Zeit verfliegt. Vor einem Jahr war die Welt noch eine andere, ohne Corona und so.

Ich hänge heute etwas durch. Gestern Abend bin ich spontan auf Kometenjagd gegangen. Hier sind ein paar Felder in der Nähe, von denen man Neowise recht gut sehen müsste, so dachte ich und immerhin war zum ersten Mal seit Tagen der Himmel einigermaßen klar. Also positionierte ich mich auf einem Feldweg und suchte den Himmel ab. Nach ca. zehn Minuten suchte ich das Weite, nachdem zum dritten Mal ein Auto mit den gleichen merkwürdigen Gestalten an mir vorbeigefahren war. Ist halt einfach nicht so die Gegend hier, wo man abends gern noch vor die Tür geht.

Also weiter zu Aussichtspunkt zwei. Hier kann man aber nicht wirklich halten, da eine Schnellstraße zwischen den Feldern lang geht und die einzige kleine Bucht war bereits von einem anderen Auto besetzt. Daneben standen Leute und suchten offensichtlich ebenfalls den Himmel ab. Auf dem Rückweg hielt ich noch einmal mit etwas Abstand zu dem ersten Feld und siehe da, ein heller leuchtende Punkt erstrahlte am Himmel. Nachdem ich ihn ein paar Minuten beobachtet hatte, konnte ich auch sicher gehen, dass es kein Flugzeug ist. Zum fotografieren war es allerdings inzwischen zu dunkel. 

Aber nun hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Also machte ich Zuhause meine Kamera startklar, stellte den Wecker auf vier Uhr und fuhr noch vor Sonnenaufgang wieder los. Der Himmel war größtenteils klar, bis auf den Bereich, wo der Komet zu sehen sein sollte. Dort tummelten sich dicke Wolken. Ich fuhr dieses Mal noch ein Stück weiter zu einem Museumsbauernhof, um wirklich möglichst wenig künstliches Licht zu haben. War schon etwas gruselig, so ganz allein im dunklen, mitten in der Pampa. 

Alles Warten half leider nichts. Die Wolken wollten nicht weg gehen. Also kroch ich im halb sechs wieder ins Bett.

Morgen startet der Vorbereitungskurs für meine Zertifizierung. Alle Beschleunigungsaktionen führten dazu, dass ich Freitag dann quasi auf die letzte Minute endlich alle Zugänge hatte. Bin mal gespannt. Dass es viel Stoff ist, weiß ich ja schon. Aber ich will die Prüfung wenn es eben geht dann Ende August machen. Und dann endlich einen neuen Job finden. Und dann endlich aus diesem Tollhaus ausziehen. Gerade heute meinen meine Assinachbarn wieder, sie müssten mit lautem Getöse ihre Garage aus ausräumen. Seit dem frühen Morgen ist wieder Geschrei im Hof. War gestern auch den ganzen Tag so. Boah, ich will hier nur noch weg.

Also, ab Morgen dann doppelt Gas geben. Desto schnelle gehts dann hoffentlich.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Mittwoch, 15. Juli 2020

Sternengucker

Wer derzeit in den spät abendlichen oder sehr früh morgendlichen Himmel sieht, könnte Glück haben und etwas ganz Besonderes sehen.

Der Komet "Neowise" ist uns derzeit nämlich so nah, dass man ihn mit bloßem Auge sehen kann. Also wenn keine Wolken da sind, theoretisch. Und nah ist natürlich in kosmischen Dimensionen relativ. Der Komet ist immer noch gut 103 Millionen Kilometer von uns entfernt. Aber gut, so ganz nah will man so ein Geschoss aus Eis, Stein und Gas dann ja auch nicht bei sich haben. Die Dinosaurier konnten ein Lied davon singen...

Jedenfalls dürfte es sich lohnen in den nächsten Tagen öfter mal in den dunkeln Himmel zu sehen. So ganz oft kriegen wir Kometen nicht so gut (also mit bloßem Auge) zu sehen. Das letzte Mal ist auch schon wieder mehr als 20 Jahre her. Und Neowise im Speziellen wird man auf der Erde erst wieder sehen, wenn wir hier alle schon lange Staub sind. Denn das wird erst in ca. 7000 Jahren wieder passieren. Naja, vielleicht ist dann hier auch gar nix mehr zu sehen oder niemand mehr, der sehen kann. Wer weiß das schon.

Aber ich finde so große Zeitspannen ja immer sehr interessant und musste gleich mal nachsehen, was hier das letzte Mal so los war, als Neowise an der Erde vorbei flog. Also es sollte definitiv dunkler gewesen sein. So 4000 bis 5000 vor Christus. Aber da Kometen ja Überreste aus der Entstehung unseres Sonnensystems sind, dürfte die Erde in den letzten ca. 4,6 Milliarden Jahren immer mal wieder anders ausgesehen haben. Immerhin dürfte der Komet hier dann ja jetzt schon zum etwa 657.148. Mal vorbeikommen.

Also beim letzten Mal haben ca. fünf bis sieben Millionen Menschen auf der Erde gewohnt und waren gerade dabei das Rad zu erfinden. Aus Eurasien schwappte die neue Mode nach China herüber, Haustiere zu halten. Die Vorzüge des Ackerbaus sprachen sich langsam herum und die Menschen fingen sogar an Pflüge zu nutzen. Pferde wurden domestiziert. Die ersten Sachen aus Gold und Kupfer wurden hergestellt. Damals war die Sahara grün. Der Meeresspiegel hob sich um ca. 2,5 bis 4 Meter über das Niveau, was wir kennen (die Niederländer hätten also ziemlich nasse Füße gehabt, wenn es sie schon gegeben hätte).

Die Menschen waren also schon auf einem recht guten Weg. Wenn man noch einmal ca. 7000 Jahre zurück schaut, werden die Infos schon dünner. Damals ging eine sehr kalte Periode der Eiszeit zu Ende und es wuchsen wieder Bäume und Wild siedelte sich an. Die Speere, die zur Mammutjagd gute Dienste taten, wurden unpraktisch und Pfeil und Bogen wurden erfunden. Irgendwann um die Zeit (vor ca. 13.000)  könnte auch ein Meteorit eingeschlagen sein. Die Temperatur sank stark ab. Große Tiere, wie das Mammut starben so um die Zeit wohl auch aus. Es wurden aus der Zeit Mammuts gefunden, die noch unverdautes Futter im Magen hatten und scheinbar stehend eingefroren waren. Also irgendwas krasses muss passiert sein. Erste Hunde wurden als Haustiere gehalten. Und erste Menschen konnten schon Brot backen, obwohl der Ackerbau noch nicht so verbreitet war. Vermutlich sammelten die Menschen Körner von Wildgräsern.

Wenn ich so an mich denke, die einfach googelt, wenn sie nicht weiß, wie man was backen soll. Vor 14.000 Jahren haben die Menschen auch ganz ohne Youtube verstanden, dass man Körner malen, mit Wasser mischen und dann backen kann. Angesichts der Umstände, finde ich diese Transferleistung genial.

Tja, und nun stehen wir hier. Wieder mal ca. 7000 Jahre rum und wissen nicht nur, dass es Neowise gibt, wir können sogar Selfies mit ihm machen. Ich würde ja so einiges geben um zu wissen, was in 7000 Jahren hier los ist.

Sobald hier die Wolken endlich mal weg sind, werde ich wohl auch mal einen Nachtspaziergang übers Feld einlegen. Denn je dunkler es ist, desto größer die Chance, dass man ihn gut sehen kann. Am 23.7. ist dann übrigens der Erde am relativ nahsten. Am besten zu sehen sein soll er jeweils 45 Minuten vor Sonnenaufgang oder 45 Minuten nach Sonnenuntergang.

Also viel Spaß beim Sterne gucken und nicht vergessen, einen neuen Eintrag in die Liste erlebter historischer Ereignisse zu machen.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 13. Juli 2020

Plattfüße

Puh, ich habe fertig für heute.

Nachdem heute endlich meine Unterlagen für den Zertifizierungslehrgang hier eingetrudelt sind, habe ich die ganze Sache mal etwas beschleunigen wollen. Schließlich soll es kommende Woche ja losgehen. Also erst noch irgendwelche Dokumente ausgefüllt und ab zum Copyshop. Denn ich habe keinen Drucker Zuhause. Der erste Laden hatte, trotz anders lautender Info im Netz, geschlossen. Super... Also noch mal um den Pudding fahren. Den anderen Laden hatte ich vermieden, weil man da immer ewig laufen muss, mangels Parkplatz.

Dort angekommen also erstmal gefühlte fünf Kilometer unter der sengenden Mittagssonne gelaufen. Denn statt den angesagten 24 Grad, hatten wir 29. Schwitz...

Im Laden musste ich husten. Der Typ hat mich voll geschockt angeschaut. Ich hatte aber gerade echt keine Lust was zu erklären. Er nahm dann ein Stück Pappe und schob damit mein Geld in eine Dose, statt es in die Kasse zu legen. Kommt vermutlich auf den Sondermüll.

Weiter zur Arge. Ebenfalls kleiner Fußmarsch inbegriffen. Sengende Sonne, Haupteingang zu. Briefkasten? Einmal ums Gebäude rum. Ufz. Dann müsste ich mal wohin und denk mir, spring schnell in den Ikea. Die haben WCs im Erdgeschoss. Oder auch  nicht. Also in den ersten Stock. Von da gehts aber nicht mehr zurück, sondern erst durch das Quengelware-Labyrinth.

Zurück ins Auto. Wasser stand in der Sonne. Lecker... (not)

Ab auf die Autobahn, denn die anderen Unterlagen mussten nach Düsseldorf. Nun hat diese Stadt wirklich schöne Ecken. Tolle alte Häuser und der Medienhafen ist auch sehr chic. Aber wer auch immer die Straßenplanung gemacht hat, muss sturzbesoffen gewesen sein. Die Straßen in Düsseldorf nehmen Wendungen, die niemand je vermuten würde. Und dann noch alles voller Fahrradfahrer. Einer konnte sich gerade noch retten, in dem er mich laut anbrüllte. Was fährt der Idiot auch über rot? Ich brüllte zurück, weil mir das mit den offenen Fenstern grad nicht bewusst war. Upsi  😁

Aber echt mal. Navi sagt: Geradeaus fahren. Da steht aber ein Haus. Solide aus Stein gebaut. Die Logik sagt also: Geht nicht! Ich fahre also rechter Hand an dem Haus vorbei und will dann geradeaus. Das Navi nölt, denn ich soll eigentlich rechts abbiegen. Das soll mal wer verstehen!?! Dann lande ich an einem Stoppschild, was mitten auf der Straße steht. Mehrere kleine Pädkes kommen hier zusammen. Ich muss von da auf die linke Seite einer dreispurigen Straße. Lasse den Bus durch, sehe der Rest hat rot. Fahre los und da kommt der Radler an. Doofmann...

Nun könnte man auch sagen, der Pott ist auch nicht besser. Und demjenigen würde ich auch Recht geben. Aber hier kenne ich mich nach 17 Jahren aus. Auch wenn ich am Anfang Blut und Wasser geschwitzt habe. Ich kam ja vom platten Land. Heißt anfahren am Berg war mehr Theorie als Praxis und meine Prüfung fand auf einer schnurgeraden Landstraße statt. Und hier dann so: Straßenbahnen, Hügellandschaft, Beschleunigungsspuren die keine sind und so weiter. Am Anfang war ich ein nervliches Wrack. Aber ich hab mich durchgebissen. Nur die Düsseldorfer Straßen werden nicht mehr meine Freunde.

Naja, schließlich habe ich es ohne Kollateralschaden geschafft mein Ziel zu finden. Im Prinzip. Denn an der angegebenen Hausnummer gibt es die Firma nicht. Ich will gerade anrufen, laufe dabei ein paar Meter weiter. Und im Hinterhof, in einem kleinen Anbau, der vermutlich mal ein Stall war, sehe ich das Logo. Da könnte man ja mal einen kleinen Hinweis vorn an die Tür machen, ne?

Egal, mein Wasser ist leer. Ich bin nass geschwitzt und will nach Hause. Aber erstmal muss ich noch einkaufen. Zum Beispiel einen neuen Wäscheständer. Denn meiner rostet. Und zwar vor allem an den Lötstellen der Leinen, was dazu führt, dass nur noch drei dran waren. Das sperrige Ding kollidiert mit der SB-Kasse. Kein Handscanner da und ich kriege den Strichcode nicht mal in die Nähe des Kassenscanners. Die Aufsichtsdame kräht: Das wird so nicht gehen! Ach echt??? Ich bin gerade etwas zu müde und gereizt um nett zu antworten und beiße mir auf die Zunge. Stattdessen ziehe ich die Folie vom Ständer, reiße den Barcode raus und scanne ihn. Take this! Die Kasse ist immer noch nicht kooperativ und will noch zwei Mal die Karte der Aufsicht. Sie bleibt dann direkt mal neben mit stehen, für den Fall der Fälle.

Was lange wärt... Zur Post muss ich jetzt auch noch. Als ich die lange Schlange sehe, ziehe ich ganz old school eine Marke aus dem Ekelautomaten. Hab ja Feuchttücher dabei. Nicht nur für die Hände, da kann man auch eine Briefmarke mit zum Kleben bringen 😎

Endlich Zuhause hat die Waschmaschine nicht geschleudert. Egal. Muss ich halt nachher noch mal in den Keller.

Und als ich gerade was aus dem Froster holen will, endlich ein Lichtblick. Aus einer Ecke blitzt die Folie eines Eis hervor. Ich dachte, ich hätte keins mehr. Boah, es gibt nix besseres, als ein Eis zu finden, wenn man gerade echt eins braucht 😁

Während die Simpsons laufen, rödel ich hier noch rum. Montags kommen ja immer noch zwei Folgen um 20.15 Uhr. Kann ich also später noch gucken. Dachte ich. Stattdessen läuft da schon wieder so ne Schrott-Show.

Aber egal, ich hatte ein Eis. Und bevor es Morgen wieder regnet, setze ich mich jetzt mit einem kühlen Getränk auf die Terrasse. Reicht für heute.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel
























Sonntag, 12. Juli 2020

12 vom 12.7.20

Um 8.50 Uhr weckt mich dieses Teil hier. Da am anderen Ende ein Lieblingsmensch ist, sei es verziehen.



Aber ich brauch trotzdem erst mal Kaffee. Danach folgt ein dreistündiges Gespräch. Dann hab ich irgendwie Hunger, aber keine Lust was zu machen, also geht es in den Garten, denn diese gelbe Scheibe lässt sich heute endlich mal wieder blicken.


Zumindest zeitweise. Aber immerhin schon deutlich besser, als das Dauergrau der letzten Woche.

Traditionsgemäß habe ich jedes Jahr irgendeine Plage im Garten, Dieses Jahr sind es also Ameisen. Die haben ein riesen Nest irgendwo bei den Treppen und im Kübel des Säulenapfel. Da können sie nicht bleiben. Denn sie graben die Erde von den Wurzeln ab und der Baum bekommt dann kein Wasser und keine Nährstoffe mehr. Und außerdem steht das Ding neben der Terrassentür und ich hab hier zunehmend die Kundschafter im Wohnzimmer. Also hab ich erstmal die sanfte Methoden der Vertreibung ausprobiert.



Angeblich mögen Ameisen strenge Gerüche wie Lavendel nicht. Aber meine Konsorten hier, fanden das zusätzliche Dach sehr gemütlich. Die Sumpfmethode (Kübel stark wässern) hat es auch nicht gebracht. Inzwischen scheinen sich die Nester zu vereinen oder zumindest rege Sozialkontakte zu pflegen. Jedenfalls krabbelt es hektisch auf der ganzen Terrasse, inklusive auf mir, wenn ich da sitze und auch meine Wäsche ist voll von den Viechern. Und jetzt reicht es. Ich habs versucht friedlich zu klären. Heute ging es dann mit heißem Wasser überall dorthin, wo die Pflanzen es nicht abkriegen und den Rest muss dieses Teil richten. Die Viecher können den ganzen Garten haben, aber nicht meine Terrasse! (hab das übrigens bezahlt und wurde auch nicht gebeten, es zu posten)


Inzwischen knurrt  mir jetzt doch der Magen. Also kochen.


War sehr lecker. Und während der Ofen das Ganze gar machte, habe ich noch einen asiatischen Spaghetti-Salat für die Woche vorbereitet. Da mein Spaghetti-Vorrat nicht mehr viel hergibt, gebe ich noch die übrigen chinesischen Nudeln hinzu. Dabei fällt mir noch der schwarze Sesam in die Hände. Keine Ahnung, wofür ich den gekauft habe, aber geschmacklich macht der sich hier sicher auch gut.





Danach werfe ich Limetten, Himbeeren, Mango und Maracuja zusammen, gebe etwas braunen Zucker dazu (soll ja auch ein bisschen Spaß machen), vereine es mit Mineralwasser und mache mich mit meiner selbst gemachten Limo auf in den Garten. Beine hoch, lesen, relaxen. Dazu ein paar Nachtischcookies. Die Limettenschalen hebe ich übrigens für später auf. Mit heißem Wasser überbrüht und ein paar Tropfen Lavendelöl (oder Lavandin) macht das einen schönen sommerlichen Raumduft.



Die Echinacea blüht endlich. Ich liebe diese Farbe 💖



Diese Dame hier lutscht noch die letzten Lavendelblüten aus. Hatte die abgeschnittenen Stängel in Vasen auf die Terrasse gestellt und die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind sehr dankbar dafür. Naja, eine scheint dann doch schlecht gelaunt zu sein und sticht die Lieblingsnachbarin in den Arm. Autsch...


Meine Laune trübt sich auch etwas, denn die männlichen Ameisen scheinen gerade heute fliegen zu müssen. Und da sie das nicht gut können, habe ich sie schon bald in den Haaren und im Ausschnitt. Als ich eine fast mit meinem Keks verspeise, reicht es mir. Ich gehe wieder rein.


Ich fange also mit einem neuen kreativen Projekt an. Wenn das fertig ist, wird es mal so etwas hier. https://www.youtube.com/watch?v=YYbWCzS6gbs&list=WL&index=13&t=749s

Aber ich bin noch ganz am Anfang.





Dann noch ein paar über das Wochenende verkaufte Kleider eintüten, dann können sie Morgen gleich zur Post.


Und das war schon wieder der Sonntag. Und der letzte Monat für mich mit der 3 vorn 😭

Mehr 12 von 12 gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Dienstag, 7. Juli 2020

Wohooo... (der Jubelruf, nicht die Ortsnachfrage)

Es scheint doch mal was zu klappen hier. 😁

Letzte Woche erzählte eine ehemalige Kommilitonin, die auch gerade auf Jobsuche ist, dass sie von der Arge diverse Fortbildungsangebote bekommen hatte. Zum Beispiel eine Zertifizierung zur Projektmanagerin. An dieser Stelle hatte sie meine volle Aufmerksamkeit, denn ich habe bisher auch noch kein Zertifikat. Denn mal ganz davon ab, dass das sehr teuer ist, muss man erst mal eine gewisse Anzahl an Jahren Praxis auf dem Buckel haben und dann einige Zeit um zu pauken. Als ich meine drei Jahre zusammen hatte, kam ein Katastrophenprojekt nach dem anderen und ich war froh, wenn ich mal ein paar Stunden Schlaf bekam. Dann war die Arbeit futsch und damit auch das Geld.

Also bin ich heute mal meinem zuständigen Arge-Menschen auf die Pelle gerückt. Und siehe da, ich bekomme auch eine Förderung. Und wie es der Zufall so will, sind die Kurse gerade online und es gab genau das, was ich brauchte und somit kann ich schon in gut zwei Wochen starten.

Geht doch 😁 Mit dem Zertifikat dürften meine Chancen vor allem bei den guten Jobs steigen. Und ich kann einen wichtigen Punkt meiner Bucketlist abhaken. Und ich muss es nicht aus eigener Tasche zahlen. Naja, nicht ganz. Ein paar hundert Euro Gebühren muss ich noch selbst drauf legen, aber das krieg ich auch noch irgendwie hin. Ich glaub ich sag gleich mal meinen Friseurtermin ab und steige auf Wasser und Brot um... Aber egal.

Dann bahnt sich vielleicht auch gerade jobtechnisch was an. Ich sag mal noch nix, aber wer gerade nix besseres vor hat, darf gern mal Daumen drücken 😁

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Sonntag, 5. Juli 2020

WMDEDGT 07/20

Die letzten zwei Wochen war ziemlich viel los und das Wetter ist gerade sommertechnisch wenig kooperativ. Also war heute der ideale Tag zum Faulenzen.

Nachdem ich erst nach eins im Bett war, konnte ich dann aber auch mal so richtig ausschlafen. Und dann noch mit dem Handy im Bett liegen bleiben und das Internet leer lesen.

Irgendwann knurrte dann aber doch der Magen, also aufstehen und Frühstücken.



Nebenbei Dokus auf Arte über die Maya gucken. Ich finde es ja immer wieder beeindruckend, wie diese frühen Völker zwar mathematisch und wissenschaftlich ihrer Zeit weit voraus waren und das mit dem Kultivieren von Pflanzen und den symbiotischen Beziehungen erkannt hatten, dann aber aus reiner Eitelkeit ihren Lebensraum zerstörten. So sind wir Menschen halt...

Zwischendrin ging mein Blick immer mal Richtung Garten, denn zwei Lavendel mussten noch geschnitten werden. Aber dann kam doch wieder Wasser von oben. Also habe ich mir den Rest Erdbeer-Tiramisu von gestern gegönnt. Ich hatte einen großen Pott zum Grillen mit Freunden gemacht und dann blieb noch genug für ein kleines Extra-Schälchen über. So ein Pech 😁



Schließlich hatte Petrus doch ein Einsehen und ich konnte den Lavendel schneiden. Fanden die Bienen allerdings doof. Ich hab ihnen aber noch die restlichen Blüten in Vasen stehen lassen. Direkt neben der Terrassentür, dann hab ich auch noch was von dem Duft. 💖 Die bereits vor ca. zwei Wochen geschnittenen Pflanzen treiben schon wieder gut aus. Da gibts im Spätsommer noch einmal eine Blüte. Dem großen Lavendel hab ich aber schon ein paar Triebe komplett weg genommen. Der wuchert seine Nachbarn zu. Dabei habe ich dann noch ein Ameisenvolk gegen mich aufgebracht, die mir plötzlich in die Sandalen stiegen. Da sag noch mal einer, Ameisen mögen keinen Lavendel...

Gerade noch Zeit für ein Foto, dann ging es mit Regen weiter. Allerdings nicht so ganz ergiebig, die ganze Sache. Also musste ich an manchen Stellen doch noch mit der Gießkanne nachhelfen.


Weiter ging es mit Faulenzen und Youtube auf der Couch. Gefolgt von der täglichen Dosis Simpsons. Und nun sagt das Gewissen, ich müsste noch eine kleine Runde Sport machen. Während der Schweinhund meint, das würde die Symmetrie des Tages stören...

Mal sehen, wer gewinnt. Weitere WMDEDGT gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Samstag, 27. Juni 2020

Meine Daten, deine Daten

Ich glaube, in den letzten Jahren ist kaum ein Thema so leidenschaftlich diskutiert worden, wie der Datenschutz. Haben wir früher ohne groß nachzudenken unsere Daten fleißig in Telefonbüchern, Gewinnspielkarten und der Gleichen eingetragen, hat spätestens das Internet dazu geführt, dass Daten schneller und weiter getragen werden. Und nicht immer nur an Menschen, die uns angeblich Autos, Reisen und Geld schenken wollen.

Corona hat das Thema mal wieder richtig befeuert. Denn während in 2018 im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) die Datenhaltung noch strenger limitiert wurde, ging die Rolle zuletzt eher rückwärts. Um möglichst schnell Daten im Sinne der Infektionseindämmung sammeln zu können, griff man sogar wieder auf Stift und Papier zurück und auch die neue Corona-Warn-App führte zu vielen Diskussionen. Die Menschen fühlen sich überwacht und fürchten um persönliche Freiheit.

Nun sollte man das Thema Datenschutz natürlich keinesfalls wieder über Bord werfen. Jedoch muss ich auch immer mal wieder schmunzeln, wie jeder einzelne das auslegt. Bestes Beispiel: Ich habe in den letzten Wochen mangels stattfindender Flohmärkte ja nach Online-Verkaufsplattformen gesucht. Bei manchen gibt es geschlossene Systeme mit Käuferschutz. Um die damit verbundenen Kosten zu umgehen, weichen die Leute gern auf Paypal (und hier speziell auf das Modell Friends, welches für den Handel nicht gedacht ist) oder direkte Überweisung aus. Heißt, es werden hier teils sehr empfindliche Daten mit Fremden getauscht. Um ein paar Cent Gebühr zu sparen. Das Verständnis, wenn ich die Herausgabe meiner Bankdaten ablehnte, war sehr gering. Oft kam die Frage, was da schon passieren sollte.

Ja, was soll da passieren? Auf meinem Konto ist mein Geld. Mehr bräuchte man wohl nicht erklären.

Mit Bankdaten kann man Bezahlungen veranlassen. Nicht immer, speziell bei kleinen Beträgen, wird geprüft, ob es sich wirklich um den Konto-Inhaber handelt. Selbst wenn der Käufer meine Daten nicht missbraucht, wenn aber z.B. dessen Email-Konto gehackt wird und die Person meine Daten nicht vernünftig gelöscht hat, dann sind meine Daten im Umlauf. Je mehr ich verkaufe und entsprechend meine Daten verstreue, umso größer die Gefahr, dass Unbefugte damit Quatsch machen können. Ich bin ehrlich gesagt verwundert, dass offensichtlich viele Leute das so locker sehen.

Denn Emailadressen nebst Passwörtern wurden so manches mal zu tausenden schon im Netz zur Verfügung gestellt. Auch ich bekam schon Emails mit alten Passwörtern im Betreff. Allerdings tausche ich Passwörter regelmäßig aus, also habe ich nur herzhaft über die damit verbundene Drohmail gelacht. Aber wenn ich das PW nicht  getauscht hätte, hätte die Person rein theoretisch alles lesen und missbrauchen können, was in meinem Eingang war. Übrigens, nicht nur um sich vor Missbrauch zu schützen, sollte man öfter mal alte Mails löschen. Es ist auch ein riesiger Energieverbrauch nötig, um die Mails auf Servern vorzuhalten. Greta wird euch in ihr Nachtgebet einschließen.

Ebenfalls ein nettes Beispiel zum Thema Daten ist Google. Als Corona los ging, wurde das Thema Bewegungsdaten sehr populär. Und von wem kamen die Daten? Ohne Google kann man viele Services im Netz nur erschwert oder gar nicht nutzen. Und wer hat sich denn da wirklich schon mal die AGB durchgelesen? Google weiß eine ganze Menge von uns. Und nicht erst seit Corona. Aber aus Bequemlichkeit ist es dann akzeptabel. Ich bin da keine Ausnahme, aber ich bin mir dessen bewusst (ich lese tatsächlich AGBs). Wichtig ist vor allem, dass man einen Überblick behält, welche Daten wo und wie lange liegen und wenn es mal nicht mehr nötig ist, dass man die Löschung vornimmt, bzw. veranlasst. Trotz DSGVO. Das ist mit Aufwand verbunden, aber ich lasse meine Ordner mit persönlichen Unterlagen ja auch nicht auf der Straße liegen.

Wenn man aber nun schon den großen Datenkraken der Welt sein Einverständnis gegeben hat, jede Bewegung im Netz und der realen Welt zu tracken, muss sich dann über eine Corona-App wohl nicht mehr aufregen. Denn immerhin werden hier anonymisierte Daten verarbeitet und zwar zum Wohle der Allgemeinheit und nicht, um damit Geld zu verdienen.

Am Ende muss sich wohl jeder selbst die Frage stellen, welchen Vor- oder Nachteil die Herausgabe von persönlichen Daten hat. Es muss gar nicht immer so kompliziert sein. So Themen wie Geburtstags- oder Telefonlisten im Büro, die endlos auf irgendwelchen Servern liegen, sind ebenfalls ein gutes Beispiel. Oder in private Ordner abgelegte Emails mit Kundendaten, etc. Genau das war und ist immer noch eine riesige Herausforderung für die Datenschützer in den Unternehmen.

In meinem Bereich gibt es immer wieder Diskussionen wie detailliert Projektlisten, speziell bei Ressourcen und damit verbundenen Namen, sein müssen. Denn auch Arbeitnehmer haben das Recht Auskunft zu verlangen, wo welche Daten von ihnen gespeichert sind. Ich bin aber auch meist die einzige Projektleiterin, die solche Dinge anmerkt. Wenn ich überlege, wo ich meinen Namen allein schon überall in Dokumenten gesehen habe, die durch viele Hände und (auch externe) Postkörbe gingen. Das wäre für den besten Detektiv nicht mehr nachvollziehbar, was mit den Daten passiert ist. Wichtig ist, sich weiterhin stets zu Fragen, welche Daten wirklich nötig sind. Und wie man diese Daten möglichst gut vor Missbrauch schützen kann. Denn ganz ohne Datenherausgabe ist die digitale Welt kaum zu bewältigen.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Montag, 22. Juni 2020

Generation Großmaul

Wenn meine Oma früher sagte: "Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben", dann musste ich immer grinsen. Heute muss ich das bei dem Satz immer noch, zumindest innerlich. Aber heute kommt er eben nicht  mehr von Oma, sondern gern auch mal von mir.

Ich würde mich zwar noch nicht zu den Greisen zählen, aber auch ich merke schon deutlich, dass nachfolgende Generationen anders ticken, als ich. Und zwar nicht immer auf eine Art, die mir gefällt. Und offensichtlich bilde ich mir das auch nicht ein. Die Zeitungen (und zwar ausdrücklich nicht die Blöd-Zeitung) sind jeden Tag voll von Meldungen von Schlägereien mit Polizei-Beteiligung. Speziell auch hier im Pott. Mindestens ein mal die Woche geistert ein Video durch mein Social-Media-Netz, wo auf die bösen Bullen geschimpft wird, die dann gern bei einer Rangelei o.ä. gezeigt werden.

Ist die Polizei wirklich so gewalttätig geworden? Also mein Gefühl ist da eher, dass aufgrund der deeskalierenden Taktik sich unsere Gesetzeshüter ziemlich oft verarschen lassen müssen. Und ich will hier bewusst nicht die USA als Vergleich ran ziehen, das ist eine andere Geschichte (oder auch nicht?). Aber ich kann das auch mit vielen anderen Ländern vergleichen. Spanien zum Beispiel. Der Auftritt der dortigen Polizei strahlt Dominanz pur aus. Schon als Kind bin ich immer sehr kleinlaut geworden, wenn ich die Policia Local oder Guardia Civil gesehen habe. Und wenn da einer quer schlägt, gibts da auch kein pardon. Ähnlich habe ich die Polizei in vielen anderen Ländern erlebt. In Deutschland hingegen bin ich mit freundlich grinsenden, bunten Ausmalbildern der Ordnungshüter groß geworden. Die Polizei, dein Freund und Helfer. Von Kindesbeinen an. Nicht, dass mir nicht klar war, dass man mit der Polizei keine Späße macht. Aber so Respekt einflößend, wie die Gesetzeshüter in anderen Ländern, kamen mir unsere Beamten nie vor.

Und vielleicht ist das auch schon Teil des Problems. Die Werte, mit denen ich aufgewachsen bin, haben sich deutlich verändert. Freundlichkeit wird heute gern mal mit Schwäche verwechselt. Wer die Muskeln spielen lässt oder an der Ampel seine PS sprechen lässt, ist der Held. Schau euch mal die Trends bei Youtube an. Höher, schneller, weiter, dreister. Nett? Ist der kleiner Bruder von...

Das Jungvolk heutzutage hat endlose Möglichkeiten, im Vergleich zu meiner Generation. Und wir waren auch schon deutlich besser dran, als unsere Eltern oder Großeltern. Aber noch nie war die Welt so schnell, komplex und unstetig. Heute groß werden, ist sicher nicht leicht. Speziell, wenn der Support von Zuhause fehlt und man stattdessen Anerkennung bei Gleichaltrigen sucht. Und sich dann gegenseitig hochschaukelt.

Ich würde gar nicht mal sagen, dass die heutige Elterngeneration keine Werte mehr mitbekommen hat. Dennoch kommt da scheinbar zunehmend nichts mehr beim Nachwuchs an. Gut, ich wohne auch in einer recht speziellen Gegend. Auf dem Land mag das noch ganz anders aussehen. Aber auch BaWü hat so gar nicht mit dem Krawall gestern im Ländle gerechnet. Und trotzdem hat es da gewaltig geknallt.

Nun gehen ja schon seit ein paar Wochen die Videos aus den USA um und die Kids sehen, dass die Cops da auch oft einstecken mussten. Nur, dass es sich da um viele Generationen von massivem Rassismus und Ungerechtigkeiten handelt, die sich gerade entladen. Und Gewalt auch keine Antwort ist. Aber die Kids sehen das und wollen mal wieder cool sein und haben den Bezug zur Sache nicht. Und scheinbar doch auch eine Menge Frust im Bauch.

Denn von dem generellen Verlust an Respekt in der Gesellschaft mal ab. Auch in Deutschland gibt es seit langer Zeit Ausgrenzungen gegen Familien mit Migrationshintergrund. Und die jüngeren Generationen haben schlicht keinen Bock mehr, sich in dem Land, in dem sie geboren wurden, wie Aussätzige behandeln zu lassen. Klar, Integration ist keine Einbahnstraße und es gibt genug, die sich nicht integrieren wollen. Aber auch die Politik hat das Problem seit zu langer Zeit verdrängt. Nun sind Lager entstanden. Und sie erfordern zunehmend die Aufmerksamkeit der Polizei. Besonders dann, wenn rivalisierende Gruppen die Probleme lieber "unter sich" klären wollen. Hier gibt es kulturelle Gräben, die sich mit deutscher Freundlichkeit und Deeskalation nicht mehr lösen lassen. Das muss auch die Polizei erst lernen.

Generell ist es in Deutschland Trend sich von der Masse abzusondern. Denn die Deutschen haben zwar in 2006 einen kleinen Boost in Sachen Nationalstolz bekommen, aber was unsere Großeltern totschwiegen, konnten unser Eltern auch nicht aufarbeiten. Meine Generation wurde mit einer Welle der Aufarbeitung fast erstickt. Aber eine Identität kam dabei nicht zustande. Also sucht man andernorts Zugehörigkeit, nicht nur als Migrant. Man ist Hooligan, Katholik, Influencer und weiß der Henker was. Aber in der Mitte scheint es keine gemeinsame Schnittmenge an Werten und Moral zu geben. Aber genau das macht eine Gesellschaft aus. Und da hilft es auch nicht, deutsche Traditionen kulturell glatt ziehen zu wollen. Integrationsgräben entstehen nicht durch die vorhandene Kultur, sondern wenn man die Hinzukommenden nicht einbezieht. Und durch Verweigerung der Anerkennung der neu hinzukommenden Kultur. 

Dann ist unsere Welt inzwischen auch zum Dorf geworden, weil alle vernetzt sind und Grenzen kaum mehr spürbar. Aber das Netz hat uns auch enthemmt, da wir dort rumtrollen können, wie wir wollen. Und das scheint in die reale Welt abzufärben. Pöbeln, beleidigen, sich schlecht benehmen. Diese Tendenz wächst gefühlt seit Jahren.

Ich bin noch in einer recht ländlichen Region aufgewachsen. Wenn wir Mist gemacht haben, wusste jeder aus welchem Stall wir kamen. Das war schon definitiv eine regulierende Situation. Aber auch, wenn man uns nicht kannte. Gut, an Gott hab ich nie geglaubt, aber man wollte doch durchaus zeigen, dass man aus gutem Hause kam. Ich glaub, das ist mir heute früh erst bewusst geworden. Hört sich jetzt vielleicht doof an, aber ich habe "Unsere kleine Farm" geschaut. Ja, sehr schmalzige Serie, aber auch sehr nostalgisch. Jedenfalls gab es da eine Szene, in der Laura von ihrer Mutter aufgefordert wird, sich für eine Missetat zu entschuldigen. Und es lodert in dem Mädchen, sie will das nicht tun. Aber sie tut es, denn sonst würde es auf ihre Mutter zurück fallen, die sie sehr respektiert und niemals schlecht dastehen lassen würde.

Und da dachte ich so bei mir. Wie ist das mit den randalierenden Gören? Fürchten die nicht, was ihre Eltern von ihnen denken? Oder finden die Eltern es vielleicht gar nicht mehr schlimm, wenn ihr Nachwuchs sich vor Gericht verantworten muss? Oder fehlt es heute einfach an so moralisch erhobenen Zeigefingern? Von den Kardashians und diesen Möchtegern-Rappern, lernen die Kids solche Sachen ja eher nicht.

Ich wusste damals genau, was mir geblüht hätte. Auch ohne TV-Erziehung. Allein deshalb wäre ich nie auf die Idee gekommen, Steine auf Polizisten zu werfen. Oder auf sonst jemanden. Das war mir schon im Kindergarten erklärt worden, dass man so etwas nicht tut.

Aber gut, bei mir war es ja auch noch der Freund und Helfer. Die Kids sehen im Netz heute vermeintliche Übergriffe der Ordnungsmacht. Weil kaum einer gelernt hat, Gesehenes zu hinterfragen. Denn dann würde man nicht selten auch das ungeschnittene Video finden, wo sich eben jene Polizisten beschimpfen, bespucken und bewerfen lassen müssen, bevor sie dann durchgreifen. Nicht selten wird es auch als cool angesehen, sich mit der Polizei zu battlen. Der Kumpel filmt mit und setzt es ins Netz. Die Polizei wird zum Sparringspartner für durchgeknallte Halbstarke.

Bis einer heult.

Und dann ist es die böse Polizei, die gegen Linke oder Ausländer oder was auch immer für eine Gruppe ist. Denn es ist so verdammt einfach auf Opfer zu machen in unserem Land. Denn wenn dann noch einer was sagt, sind das alles gleich Nazis. Und schon zucken alle zusammen.

Generell ist die Forderung nach dem individuellen Recht und Wohlbefinden heute etwas, was zum Teil schon in perverser Form erzwungen wird. Die Gemeinschaft oder Rücksicht auf andere sind den Egomanen egal. Hauptsache ich, ich, ich!

Ich kann auch nicht beurteilen, wie viele Polizisten rechtes Gedankengut haben oder einem Clan nahe stehen oder Drogen nehmen oder ihre Frau schlagen. Schwarze Schafe gibt es überall. Aber vor allem ist unsere Polizei der Prügelknabe für die Dinge, die in unserer Gesellschaft schief gehen. Denn sie setzen Gesetze nur durch. Wo keine sind, ist keine Handhabe. Wo die Politik die gesellschaftlichen Probleme ignoriert und nicht handelt, muss die Polizei es ausbaden. Und wo zunehmend kein Respekt mehr vorhanden ist, muss auch schon mal härter zugegriffen werden. Die Polizei hat das verdammt Recht Personen zu kontrollieren. Und wenn die Polizei sagt: "Stehen bleiben", ist das verdammt nochmal keine Aufforderung zum Ringkampf.

Herr Seehofer sprach heute ganz im Stile seiner Generation von harten Strafen als Erziehungsmaßnahme. Und ich bin auch kein Fan von Abenteuer-Pädagogik, aber das Ziel kann es nicht sein, zu warten bis es kracht und die Aggressoren dann weg zu sperren. Zumal die Angst vor Strafe ja auch zunehmend nicht mehr da ist. Wer so richtig cool sein will, muss mal gesessen haben.

Die Ursachen für die Probleme müssen endlich mal ehrlich benannt werden und dann kein Fingerpointing, sondern anpacken. Sonst wird sich die gesellschaftliche Situation nicht ändern. Zumindest nicht zum besseren.

Deutschland ist ein Schmelztiegel. Und ich finde das gut. Aber es muss uns auch gelingen gemeinsame Werte und Regeln zu haben. Etwas auf das wir alle stolz sein können und gemeinsam bewahren wollen.

Und dann malen die Kids vielleicht auch lieber wieder freundliche Bilder von Polizisten, anstatt ACAB an die Wände zu schmieren.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

PS: Bei aller Meinungsfreiheit und freier Presse und so. Auch der Journalismus kennt Grundwerte. Und wer Menschen, die ihren Job machen, auf den Müll werfen will, muss sich über das Echo nicht wundern. Auch wenn man selbst Opfer von Rassismus wurde. Man kann nicht nach Veränderung rufen und dann selbst das tun, wofür man andere verurteilt. Auch hier zitiere ich gern nochmals meine Oma. Was du nicht willst, das man dir tu...



12 vom 12.6.2025

Der Sommer zieht ein im Pott. Die nächsten Tage werden hochsommerlich. Heute musste ich mich aber erst nochmal ins Büro begeben. Mein letzte...