Dieser Tag ist etwas aus den Fugen geraten. Nachdem es gestern beim Abendessen vernehmlich im Mund geknirscht hatte und ein halber Zahn nur noch am seidenen Faden hing, war die Nacht extrem unentspannt. Da sich der Gang zum Zahnarzt nicht vermeiden ließ, saß ich also schon sehr früh am Schreibtisch um vorzuarbeiten.
Donnerstag, 12. Mai 2022
12 vom 12.5.22
Donnerstag, 5. Mai 2022
WMDEDGT 05/22
Puh, was für ein Tag. Haben wir echt schon wieder Mai???
Bei mir ging es um viertel vor Acht los. Mails schreiben, Termine koordinieren, Telefonate führen. Den Nachmittag hatte ich mir geblockt, denn ich musste für Morgen eine Management-Präsentation und einen Workshop vorbereiten. Aber wie das dann immer so ist, in einer Tour klingelt das Telefon oder kommen komische Mails rein, die Aufmerksamkeit brauchen. So ein bisschen auch meine Schuld, ich habe bei meinem derzeitigen Projekt mächtig aufs Gas getreten und entsprechend viel gibt es jetzt auch zu tun. Aber immerhin, wir kommen jetzt voran.
Die Präsentation ist jetzt auch fertig, wenn auch nicht so, wie ich sie gern gehabt hätte. Aber ich denke sie ist annehmbar. Den Workshop muss ich Morgen noch irgendwie zusammen klöppeln, denn die kommende Woche ist auch schon echt voll. Wird also wohl Morgen ein langer Tag, denn eine Deadline für Anforderungen habe ich auch noch und die Sachen sind noch nicht wirklich in Form. Aber um halb sieben hatte ich dann heute auch einfach keine Energie mehr.
In der Mittagspause habe ich begonnen, meinen neuen Schuhschrank aufzubauen. Bzw. ich hatte es vor. Es ist ein extra großes Modell aus der Serie meines Schlafzimmers. Damit ich den Überblick nicht mehr verliere und Schuhe doppelt kaufe (ja, echt...). Ich hatte durchaus Respekt davor, so einen großen Schrank aufzubauen. Und zu Recht.
Bis ich die 1000 Einzelteile ausgepackt hatte und dann feststellte, dass nix nummeriert ist und ich das erstmal machen muss, war die Pause auch rum. Eventuell finde ich da gleich noch die Energie, sonst Morgen oder am Wochenende. Inzwischen sieht das Schlafzimmer aus wie eine Schreinerei. Und riecht auch so.
Aber dann wird sich schließlich auch das Schuhkartonchaos lichten und dann sollte es auch wirklich erst mal der letzte Schrank sein für eine Weile.
So, genug gequatscht hier. Das Teil baut sich nicht von allein (leider).
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Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Mittwoch, 13. April 2022
Fix und alle
Ich habs nicht vergessen gestern, sondern einfach nicht geschafft. Zwei volle Tage Workshop liegen hinter mir, mit anschließendem Essen gestern, entsprechend wenig Schlaf und erst Recht keiner Zeit zu schreiben oder zu knipsen.
Aber ich hab auch mal meine Linienkollegen aus der Nähe gesehen (bisher vorwiegend nur online). Unser Bereich und Team wird gerade erst aufgebaut. Zusätzlich schon jede Menge Projekte. Wir wissen alle gar nicht so Recht, wo anfangen. Aber war schon sehr gut alles, es liegt nur einfach unglaublich viel Arbeit vor uns.
Gestern Abend haben wir das gemeinsame Essen dann sogar draußen einnehmen können. Der Pott hat gerade Frühling. Es war echt cool mit den Leuten, aber dann war ich auch erst um halb 12 im Bett und musste um acht heute früh schon wieder aus der Tür sein.
Heute dann Workshop mit 20 Leuten, X-Meinungen und Anforderungen, viel Historie im Thema und großem Druck zu liefern. Also hatte ich alle mal an einen Tisch gebracht. Nicht ganz einfach, wenn man selbst das Unternehmen und die Themen kaum kennt. Der Vormittag war schon recht Ergebnisreich, dann war meine Mittagspause mit Feuerwehrthemen voll (also kein Essen) und am Nachmittag kam ein echter Einbruch bei den Themen. Da war dann sogar ich erst ratlos, hätte am liebsten das Weite gesucht, habe die Leute dann aber durch gezielte Fragen aber wieder auf den Weg gebracht. Kam auch gut an, Lob vom Chef und ChefChef, zufriedene Teilnehmer und einen kleinen Schlachtplan haben wir auch. Auch wenn das Thema ansich wirklich Intensivpflege braucht. Ich würd ja gern, aber es geht aus Gründen nicht (zumindest noch nicht), also auf dem Heimweg noch einen ehemaligen Kollegen angerufen. ob er Zeit hätte in den nächsten Monaten. Mal sehen ob das klappt oder der Hut doch noch zu mit kommt. Mein Chef hat jedoch Sorge, dass er mich dann nie wieder sieht :-D
Zuhause angekommen musste ich erstmal Pizza bestellen, denn mein Magen zog mir schon die Beine weg. Aber ein Thema brannte noch lichterloh. Dachte ich zumindest. Es stellte sich dann raus, dass mir Emails fehlen, weil ich in einem Verteiler nicht drin war. Der weltbeste Kollege hatte sie aber weiter geleitet und mir damit einen spontanen Feierabend beschert. Sonst würde ich da jetzt noch sitzen. Aber so kann ich schon die geschundenen Füße hochlegen, aufs Essen warten und noch fix was schreiben.
Was mir einmal mehr auffällt. So hart die letzten zwei Tage waren und so müde ich jetzt bin. Trotzdem, dass es heute nicht optimal lief. Ich bin so zufrieden und glücklich.
Und trotzdem bin ich nicht böse, dass ein langes Wochenende ansteht :-D Aber jetzt erstmal Essen.
In diesem Sinne.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Donnerstag, 7. April 2022
Griechenland und Rinderwahnsinn
Sämtliche Autokorrekturen dieser Welt haben sich heute gegen mich verschworen,
Im Supermarkt stand da plötzlich Griechenland auf meiner Einkaufsliste. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, was ich da kaufen wollte. Griechenland sicher nicht. Mein Größenwahn hält sich meist einigermaßen in Grenzen...
Dann wollte ich eine Freundin fragen, ob sie eine Idee für eine freie Stelle bei uns hat und wollte die Bezeichnung Genderkorrekt schreiben, wobei ich mir fast das Gehirn verstauchte. In Klammern wollte ich anmerken, dass das Genderwahnsinn ist. Und was macht WhatsApp draus? Rinderwahnsinn... Naja, gewisse Parallelen, finde ich, gibt es da.
Ja, ich bin durchaus für Gleichberechtigung, aber diese Genderei finde ich eher anstrengend. Mir war das auch immer egal, ob da jetzt die männliche oder weibliche Form steht. Ich fühl mich da weder mehr noch weniger angesprochen. Und selbst wenn alle Varianten da stehen, schützt es nicht vor Diskriminierung. Ich hab es ja am eigenen Leib erlebt. Um mehr Gleichberechtigung zu erreichen braucht es ganz andere Schritte.
Hab ich übrigens schon gesagt, dass ich meinen neuen Job liebe? Keinerlei Diskriminierung, kaum Politik, flache Hierarchie, wenig bis gar kein Gezicke. Es ist fast zu schön um wahr zu sein. Ich geh abends zwar müde, aber immer gut gelaunt vom Schreibtisch weg. An manchen Tagen tut mir das Gesicht von ganzen Grinsen und Lachen weh. Hach, so darf das bleiben.
Ansonsten wird der Pott gerade ganz schön durcheinander gepustet. Der April gibt echt alles. Aber immerhin sieht es so aus, als wenn ab kommender Woche der Regen wärmer wird.
Und dann steht da ja ein langes Wochenende ins Haus. Juhuu! Ja, ich liebe meinen Job, aber ich kann auch Feierabend machen.
In diesem Sinne.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Dienstag, 5. April 2022
WMDEDGT 03/22
Huch, beinahe vergessen.
Ich bin heute früh gen Mitteldeutschland gestartet. 6.15 Uhr, um genau zu sein. Das ist ja mal gar nicht meine Uhrzeit, aber da gestern an einem anderen Standort ein Workshop war, bin ich dann heute 250 Kilometer in die andere Richtung zum nächsten Workshop gedüst.
Zuerst noch tanken, das hatte ich gestern vergessen. 1,99€ für Super. Diese Verbrecher. Die Preise bleiben hoch. Aber Bahnfahren ist bei den Strecken immer noch teurer, liebe Berliner...
Das Glück war heute nicht mit mir. Eine Autobahnsperrung führte dazu, dass aus zweieinhalb Stunden Fahrt viereinhalb wurden. Glücklicherweise haben wir ja Handys und so konnte ich die meisten Termine per Telefon machen.
Als ich endlich im Büro war, konnte ich gerade noch den Workshopraum vorbereiten. Bin ja noch neu und kenne die Technik noch nicht so. Hat auch prompt vieles nicht funktioniert. Die IT ist derzeit eine große Baustelle. Aber wir haben uns beholfen. Und sonst war die Runde ganz lustig. Außer ein Kollege, der eigentlich den Stream übernehmen sollte und dann kurz vor Ende doch nicht wollte/konnte. Hab schon ein anderes Projekt von ihm geerbt. Fand ich nicht so witzig, mein Chef auch nicht.
Dann noch ein paar Termine abgenudelt. Mir macht der neue Job richtig Spaß. Aber manche Dinge müssen mühsam aus Nasen gezogen werden und Verantwortliche finden ist nicht immer einfach. Ich verspreche mir einfach, dass ich in den nächsten Monaten sämtliche Stolpersteine finde und beseitige oder zumindest Wege drumherum finde.
Dann gings wieder gen Heimat. Dies mal ohne Stau. Den Rest der Woche arbeite ich Zuhause. Unterwegs noch ein paar Telefonate und eine Pause beim Burgerbrater. Hatte ich mal wieder Lust drauf (seit drei? Jahren). Prompt den ersten Menschen ohne Maske in den Verkaufsräumen begegnet. Mögen sie geimpft oder sonstwie immun sein. Ich finde die Zahlen noch etwas zu hoch für oben ohne. Aber muss ja jeder selbst wissen.
Zuhause mit einer Freundin virtuell auf den 50. angestoßen. Gefeiert wird später. Duschen, Glas Honigwein und dann fiel es mir gerade noch ein, dass ja der 5. ist. Jetzt bin ich platt, das Bett ruft.
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Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Samstag, 12. März 2022
12 vom 12.3.2022
Von der allgemeinen Weltlage gerade mal abgesehen, war heute ein sehr schöner Frühlingssamstag. Ich wurde von Vogelgezwitscher geweckt, nachdem es die Nachttemperaturen nun wieder zulassen, mit offenem Fenster zu schlafen. Da ich heute Mittag mit Freunden zum chinesischen Buffet verabredet war, fiel das Frühstück aus. Ein kleines Stillleben stattdessen.
Der Gang auf die Wage bestätigte, dass ich brav war diese Woche. Zwei Kilo weniger. 😎
Vor der Abfahrt wildes hin- und hergeschreibe. Die Firmenwageninhaber wurden zu Fahrern erkoren. Die Sprittpreise sind gerade einfach unerträglich. Vor gut zwei Wochen hatte ich bei 2.10€ nur das nötigste getankt und mir im Nachhinein gewünscht, ich hätte das "Schnäppchen" genutzt.
Nach dem Essen setzten wir uns noch ein bisschen in die Sonne. Kurz nach uns kamen zwei ältere Frauen raus, Der einen ging es sichtlich schlecht. Während ich noch rief, ob sie Hilfe brauchen, sackte die ältere Frau zusammen. Ich rief einer Freundin zu, sie soll einen Krankenwagen rufen und lief rüber, erste Hilfe leisten. Nach ein paar Minuten ging es ihr schon etwas besser, sie schien dehydriert und war verwirrt. Der Krankenwagen kam und nahm sie mit.
Auf der Rückfahrt waren wir uns einig, eigentlich wollen wir jetzt alle auf die Couch und das Essenskoma ausschlafen. Ich entschied mich dann aber doch, erst mal zum Baumarkt zu fahren. Zuhause wurde ein Teil der Beute erstmal getaucht.
Und der Rest ging auf den Balkon. Die Winterpatina muss von den Holzkästen runter.
Der Mandelbaum ist kurz vor dem Ausschlagen.
Samstag, 5. März 2022
WMDEDGT 02/22
Es ist das erste lernfreie Wochenende seit einer Weile. Ich habe die Prüfung erfolgreich hinter mich gebracht und habe das ganze Wochenende zur freien Verfügung. Juhuuu.
Ich bin erst um vier Uhr ins Bett gekommen. War irgendwie bei einer Miniserie hängen geblieben, die ziemlich spannend war und zu Ende geguckt werden musste (They were 10, gibts online beim ZDF). Da war ich gar nicht böse, dass meine Verabredung zum Schwimmen sich kurzfristig abmeldete, da konnte ich noch eine Runde schlafen.
Dann erst mal ganz gemütlich gefrühstückt. Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel, Vogelgezwitscher und ich musste nur zwei Mal an die Scheibe klopfen und die Tauben verjagen. Die haben nämlich das Vogelfutter entdeckt, was eigentlich für die Blaumeisen, Rotkehlchen, Amseln und Co. war. Gut, Tauben haben auch Hunger, aber ihre Vermehrung muss ich nicht fördern, zumal mir die doofen Viecher zum Dank für die Mahlzeiten hier alles vollscheißen. Da die kleinen das Häuschen nicht annehmen und ich ohne Überdachung die Tauben nicht wegkriege, werde ich die Fütterung für diesen Winter mal beenden.
Dann erledigte ich ein paar Onlineeinkäufe, die in der realen Welt hatte ich gestern schon getätigt. Dann noch ein bisschen im Netz bummeln, schließlich putzen, aufräumen, R2D2 grundreinigen und ein bisschen Frühlingsdeko verteilen.
Montag hatte ich schon ein paar Sachen im Bastelladen für neue Projekte gekauft. Nun fehlten mir noch ein paar Zweige. Und wie ich so aus dem Fenster schaue und überlege, ob ich mal eben zum Wald fahre, fällt mein Blick auf den Haselbaum, der bis an meinen Balkon reicht. Die Zweige liegen nun auf der Heizung und trocknen. 😎
Danach war Zeit zum Kaffeetrinken. Die Muffins aus dem Kalorienschrank waren staubtrocken. Was mich erinnerte, dass ich die Fastenzeit dieses Jahr mal etwas nutzen wollte. Stattdessen gabs also einen Apfel. Ich war immer noch echt müde, aber bevor mir die Augen zufallen konnten, legte Bob der Baumeister mal wieder los und versetzte mit schwerem Gerät das ganze Haus in Schwingung.
Also weiter mit Müll rausbringen, kurzer Plausch mit einer Nachbarin, Abstellraum aufräumen und R2D2 in die zweite Etage bringen. Zwischendurch bin ich immer wieder mal auf den Balkon, denn die Tauben wurden nun doch recht aufdringlich. Außerdem war es heute nicht so kalt und es roch nach Frühling.
Dann habe ich die Bastelsachen schon mal nach unten gebracht, da beschäftige ich mich Morgen mit. Weiter ging es mit der Sichtung der Filmauswahl für heute Abend, dann weiter in die Dusche und gleich mache ich noch Abendessen, Es gibt frische grobe Bratwurst. Mir hängt der Magen auch langsam in den Kniekehlen.
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Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Donnerstag, 24. Februar 2022
Krieg
Es gibt ja so Filme, die so überspannt erzählt werden, dass man entweder mit den Augen rollt, wenn die Akteure sich hingegen jeder Vernunft und Erwartung benehmen. Oder man schreit den Fernseher an.
Genau diesen schlechten Film haben wir in den vergangenen Wochen in Europa gesehen. Nach jahrelangen schweren Konflikten zwischen Russland und der Ukraine hat der Psychopath aus dem Osten erneut der Welt bewiesen, dass alle Diplomatie und Verträge nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen. Demokratie und Souveränität sagen ihm eh nichts, denn er ist ein Despot und Diktator und strebt danach Russland weiter auszubauen und nur die eignen Interessen durchzusetzen.
Also hat er vor den Augen der westlichen Welt einen Krieg vorbereitet. Und wir haben zugesehen.
Wir rechnen ca. 90 Jahre zurück, als ein inzestuöser Bastard eine ähnliche Show in Europa abgezogen hat. Bis heute beteuern wir alle, dass sich so etwas ja nicht wiederholen kann. Aber Putins Schlägertrupps töten weltweit ungeniert Menschen, holen Flugzeuge vom Himmel, manipulieren Wahlen, führen Cyberkriege. Das Gesicht des Kriegs, den Russland schon lange gegen die Welt führt hat ein anderes, als die Grabenkämpfe in der Normandie. Aber Geschichte wiederholt sich bekanntermaßen. Und nun fallen sogar wieder Bomben in Europa. Putin kennt kein Halten mehr.
Die Ukraine soll sich nicht weiter mit dem Westen verbünden, sondern ins vereinte Russland zurück kehren. So devot wie Lukaschenko wollte die Ukraine aber nicht sein. Also spricht Putin der Ukraine sogar ihre Existenz ab und scheut sich auch nicht von Genozid zu sprechen. Alle Argumente Putins sind an den Haaren herbei gezogen. Er hat die Unruhestifter in die Ostukraine eingeschleust und für Krieg gesorgt. Dann entscheidet er mal eben, die angeblichen Separatistengebiete anzuerkennen und bietet ihnen natürlich, ganz der Schützer der Freiheit, Hilfe an, wenn sie nur Fragen. Und - Huch, so ein Zufall - da stehen ja gerade 150.000 Soldaten in der Nähe rum.
Jemand der beteuert seine Soldaten abzuziehen, während diese ihre Waffen laden, jemand der immer wieder Staatsgebiete verletzt und gewaltsam übernimmt (wir erinnern uns an die Krim und an Georgien), jemand der auf sämtliche Friedensabkommen scheißt, jemand der durch seine Geiseln (Weißrussland) seinen Nachbarn mutwillig Schaden zufügt, dem kann man künftig nicht mehr vertrauen.
Putin hat der Welt mal wieder ins Gesicht gefurzt. In seinem eigenen Land macht er sich keinen geschichtsträchtigen Namen. Russland leidet seit langem unter schwacher Innenpolitik und Unterdrückung. Also muss er den skandalösen und blutige Weg gehen und ermordet Menschen, um sich seinen Eintrag in die Geschichtsbücher zu sichern.
Putin ist ein schwer psychisch kranker Mann, der sich sogar selbst innerhalb seiner Beraterkreise isoliert hat. Sein gesamtes Verhalten in den letzten Jahren wäre eine Bilderbuchstudie für diverse psychische Störungen.
Und trotzdem hat er die Macht über wirtschaftliche und militärische Ressourcen, die der Welt großen Schaden zufügen können. Nicht zuletzt die fortwährenden wirtschaftlichen Verbindungen zum Westen haben das aber auch erst möglich gemacht. Denn selbst jetzt, wo Sanktionen verhängt werden und die westliche Welt sich empört zeigt, klingen in Nebensätzen die Wünsche durch, das russische Gas solle aber natürlich weiter fließen. Dabei wären Sanktionen in diesem Bereich wirklich schmerzhaft für Russland.
Zum Preis eines warmen Heimes sieht man aber weiter zu, wie Putin immer wieder jegliche Grenzen überschreitet. Noch sind es ja nicht die Grenzen der EU, noch stehen die Panzer nicht vor der eigenen Haustür. Aber man muss sich da realistisch dem Problem stellen. Russland hat bisher trotz enormer Verletzungen von Völkerrecht keine derart empfindliche Strafen erhalten, die weitere Überfälle auf Nachbarländer verhindert hätten. In den vergangenen Tagen wurde mehr über die Auswirkungen von Sanktionen gegen Russland auf die deutsche Wirtschaft diskutiert, als über die Menschen, die keine zweitausend Kilometer von hier getötet werden.
Es ist nicht so, dass wir aus dieser Sache ungeschoren rauskommen können. Wir haben Handel mit dem Despoten betrieben und wenn wir unsere Grundwerte nicht aufgeben wollen, müssen wir sie jetzt verteidigen. Vielleicht zunächst noch nicht mit der Waffe in der Hand, weh tun wird es dennoch. Börsen reagieren und treffen damit jeden, Gaspreise werden steigen und manche Waren nicht verfügbar oder absetzbar sein. Aber es gibt keine Alternative, denn wir wollen nicht in ständiger Angst vor Krieg leben. Stattdessen muss sich Deutschland, Europa und die Welt fragen, ob es künftig noch irgendeine wirtschaftliche Verbindung zu Russland geben kann und Alternativen zum Beispiel zum russischen Gas und Öl finden. Es ist nicht unmöglich, aber die Bequemlichkeit lieber mit Diktatoren zu handeln muss jetzt enden und eine Unabhängigkeit von Schurkenstaaten aufgebaut werden.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit und hat ihren Preis. Das haben wir in der Wohlstandsgesellschaft aber vergessen. Nun werden wir auf sehr unangenehme Weise daran erinnert und müssen langfristig dafür sorgen uns nicht weiter erpressbar zu machen.
Dienstag, 22. Februar 2022
22.02.2022
Das ist mein 222. Blogeintrag.
Ganz schön viele 2er heute. Ich hatte mir den Eintrag extra für dieses Datum aufgehoben.
Das es ausgerechnet der Tag wird, an dem Putin endgültig die letzte lockere Schraube rausfällt, steht auf einem anderen Blatt...
Heute früh habe ich erst mal einen Ausflug gemacht, um mein Auto vom Händler zu holen. Die Bahn machte ihrem Ruf wieder alle Ehre und auch wenn ich einen modernen Regionalzug (sogar mit zweisprachiger Ansage) erwischte und es nicht so voll war, stand ich dann mal 30 Minuten im Nirgendwo, verpasste meinen Anschluss und musste für den restlichen Weg ein Taxi nehmen, was nochmal fast so viel wie die Fahrkarte gekostet hat. Danke Bahn, für nix. Mal wieder.
Gut aber auch, dass ich nicht gestern fahren musste, da ging sturmtechnisch nämlich gar nichts. Gleich drei Unwetter hintereinander gabs in den vergangenen Tagen nicht nur im Pott. Aber das Dach ist noch drauf auf dem Häuschen, auch wenn es sich manchmal so anhörte, als wenn das nicht mehr lange so ist. Letzte Nacht kam mir dann im Bett irgendwas sehr merkwürdig vor. Richtig, es war Stille. Zum ersten Mal seit Tagen.
Immerhin, jetzt ist das neue Auto da. Und wunderschön ist es. Das andere geht Freitag weg. Da fiel mir dann heute früh siedend heiß ein, dass ja die Sommerreifen noch eingelagert sind. Also da auch noch einen Termin zur Abholung gemacht.
Heute Nachmittag meldete sich dann mein neuer Chef um für nächste Woche schon mal grob den Ablauf zu besprechen. Ich gehöre Standorttechnisch jetzt in ein anderes Bundesland, was okay ist, da wir auf lange Sicht nur zwei Tage im Büro sein müssen. Aber da fiel mir gerade auch so ein, ob die wohl die gleichen Feiertage haben? Und was soll ich sagen, die haben doch tatsächlich einen ganzen Feiertag weniger. Das ist ein Skandal.
Auch der Kostenvoranschlag von Zahnarzt hätte nicht unbedingt heute kommen müssen. Das wird auch wieder teuer. Ich gewöhne mich mal an den Gedanken, dass Balkonien oder Nordsee dieses Jahr für den Urlaub ausreichen müssen. Ostsee lassen wir wohl vorerst besser mal.
So, zurück an die Bücher, ich prokrastiniere hier nur rum.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Freitag, 18. Februar 2022
Heizkostenschock?
Ich mach mir ja schon seit Wochen ein bisschen Sorgen um die Nebenkosten. Das erste Jahr im neuen Heim ist fast rum und eines ist klar, von Sanierung hat man hier nicht viel gehalten. Die Heizung ist alt, die Architektur recht offen. Und den Verbrauch kann man ja erstmal nur schätzen.
Nun hatte ich glücklicherweise noch einen Vertrag gemacht, bevor die Gaspreise stiegen, also war das schon mal nicht mehr das große Problem. Aber was die Nachbarin so von ihrem Verbrauch erzählte, machte mir dann doch Sorgen. Sie zahlte mehr als doppelt so viel wie ich und musste trotzdem saftig nachzahlen. Gut, es wohnt eine Person mehr im Haus, aber durch Homeoffice bin ich dafür den ganzen Winter Zuhause gewesen. Außerdem hat sie schon neue Heizung und effizientere Fenster und eine vernünftige Haustür und sie ist in der Mitte, nicht wie ich an der Ecke und in der Windschneise. Mir schwante böses.
Also versah ich die Eingangstür mit Zugstopp und dämmendem Vorhang, das Teil ist nämlich uralt und es zieht jämmerlich. Zu Beginn des Herbst bemerkte ich, dass die Heizung dort wie verrückt bollert und sie ließ sich auch nicht regeln. Nach Rücksprache mit dem Vermieter wurde sie dann ganz abgeklemmt, ich brauch da unten kein Tropenklima. Und der Vermieter wollte den Heizkörper natürlich nur ungern austauschen. Trotzdem kam es mir im Abstellraum am Eingang manchmal verdächtig warm vor und auch im oberen Bad habe ich Fußbodenheizung, obwohl da keine ist. Es ist einfach nur verdammt schlecht gedämmt hier und entsprechend erwartete ich eine dicke Rechnung.
Auch in den Zwischengang zur Wohnung kam noch ein Vorhang und an die Fenster, was sich durchaus bemerkbar machte. Trotzdem ging bei der großen Heizung im Wohnzimmer nur ganz oder gar nicht. Ständig ging die Heizung an und aus. Nur warm wurde sie nicht. Der herbeigerufene Montur erklärte, dass die Mamorplatten über der Heizung so doof angebracht waren, dass die Heizung sich zu schnell wieder abschaltet und ich sie nur noch höher stellen kann. Das erschien mir keine gute Lösung und so montierte ich die Platten neu und zwar so, dass das Thermometer nicht mehr überhitzt und siehe da, seitdem läuft die Heizung gleichmäßig ohne voll aufgedreht werden zu müssen. Und ich weiß jetzt, wie man diese Platten montiert. Man lernt ja nie aus.
Außerdem schaffte ich mir Raumthermometer an, um die Temperatur im Auge zu haben. Wenn man viel am Schreibtisch sitzt, friert man irgendwann und unterschätzt das. Etwas Hoffnung machte mir auch der Kammerjäger, als er auf den Dachboden stieg und meinte, es müsse wohl sehr gut gedämmt sein.
Gegen Ende der letzten Jahres machte ich dann mal einen Zwischencheck mit dem Gasanbieter und mein Abschlag war tatsächlich etwas niedrig, was ich aber schon gedacht hatte. Lockangebote nennt man sowas wohl. Der neue Abschlag sollte also noch etwas aufholen, erschien mir für 100 Quadratmeter aber immer noch nicht dramatisch.
Nun ist die Periode also rum und erst mal bekam ich fast einen Herzinfarkt, denn im Onlineportal stand eine sehr hohe Verbrauchssumme. Die hatte ich auch nicht gemeldet und der Gaszähler sagte auch etwas ganz anderes. Nach Rücksprache mit dem Anbieter war es aber wohl nur ein Fehler. Mein Verbrauch entspricht den Erwartungen und so habe ich zwar eine kleine Nachzahlung, aber eben weil der Abschlag erst viel zu niedrig war. Im nächsten Jahr passt es locker, selbst wenn er ein kalter Winter wird.
Puh...
Next Stop Stromlieferant, denn wegen Homeoffice und vieler Geräte war ich hier auch nicht so sicher. Allerdings hatte ich den Abschlag hier damals schon großzügiger berechnet und verwende wo immer es geht sparsame Geräte und Birnen. Und Tatsächlich habe ich nicht ansatzweise den Verbrauch. Also auch alles gut und vermutlich sogar eine nette Nachzahlung.
Also muss ich wohl nicht in der Fußgängerzone singen gehen. Obwohl, wenn mein Zahnarzt so weiter macht... Neben der kaputten Krone muss ein Implantat rein und ein anderer Zahn bröckelt auch. Das wird noch was. Immerhin habe ich nun Hoffnung, dass die schon zwei Mal rausgebrochene Krone künftig hält, denn sie war schlicht falsch montiert. War also gut, dass ich zu meinem alten Zahnarzt zurück gekehrt bin. Auch wenn ich da jedes mal 45 Minuten pro Weg fahren muss.
Ansonsten macht sich der Pott gerade zur zweite Runde Orkan bereit. Von Mittwoch auf Donnerstag hat es hier schon gut geweht. Schlafzimmer unterm Dach mit Berglage ist da nicht gerade förderlich. Ich dachte, das Dach fliegt davon, so laut war das.
Auch wenn wir hier nur Warnstufe orange haben, gibt der Sturm schon in den ersten Minuten mehr, als was der ganze Donnerstag konnte. Das kann ja heiter werden.
Stürmische Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Dienstag, 15. Februar 2022
Stürmische Zeiten
Gerade scheint hier noch so unschuldig die Sonne und ich habe noch schnell die Gunst der Stunde genutzt, um alles was leicht wegfliegen kann vom Balkon zu holen. Denn während es vor Kurzem noch hieß, dass es im Norden stürmisch und hier gerade etwas ungemütlich wird, so ist die Sturmprognose nun doch ziemlich nah an Ruhr York gerutscht.
Gleich zwei Stürme sind im Anflug und beide könnten durchaus den Titel Orkan gewinnen. Was hier gestern noch helloranges Warngebiet war ist heute schon rot bis lila. Da trösten auch die erwarteten 14 Grad nicht, wenn man nicht mal mit Stein am Bein raus kann. Da muss ich dann ja nicht unbedingt draußen umrennen und so habe ich schon mal alles erledigt für diese Woche, was mit dem Verlassen der sicheren vier Wände zusammenhing. Und dann schauen wir jetzt mal, wo der Sturm wirklich lang zieht.
Nicht weniger stürmisch geht die politische Lage in Europa weiter. Herr Scholz stammelte zwar in der Pressekonferenz nach seinem kurzen Gespräch mit Putin von Dialog und Diplomatie, aber der Putin lacht sich wahrscheinlich gerade wieder ins Fäustchen. Marschiert mal eben mit ein paar tausend Soldaten an die ukrainische Grenze und demonstriert, was er von Souveränität und Demokratie hält. Als Erklärung nimmt er das Beispiel des Eingreifens der Nato in Jugoslawien her, nennt es selbst ein schlechtes Beispiel und schmunzelt vor sich hin, denn ihm ist klar, dass er wieder mal Eindruck auf Nato und EU gemacht hat mit seiner Aktion.
Gut, aus seiner Sicht kann man vielleicht nachvollziehen, warum er weder das eine noch das andere direkt vor seiner Haustür haben will. Aber als Despot und Diktator von Genozid in den Separatistengebieten zu sprechen, da muss ich sagen, ich hätte die Geduld nicht gehabt, mir so einen Schwachsinn anzuhören. Selbst im Beisein der deutschen Delegation zieht Putin seine Propagandashow ab und will Freifahrtscheine erpressen. Und er hat ja nicht erst einmal Erfolg gehabt. Georgien, Krim und Syrien sind die besten Beispiele. Und so wird es vermutlich letztendlich auch dieses Mal wieder laufen. Denn vor einem Krieg würde er nicht zurück schrecken, auch wenn er weiß, dass Russland ebenso bluten würde. Wenn die Innenpolitik und Wirtschaft am Boden sind, hat ein krankes Ego nicht mehr viel zu verlieren. Immer schön im Glauben, dass wenn es knallt er ja sicher im Bunker sitzt. Mit kriminellen Egomanen kann man nicht verhandeln und Drohungen sind nur Wind auf seinen Mühlen, denn so rechtfertigt er seine Kriegsspielchen gegenüber seinem Land. Aber sich weiter erpressen lassen wird keine Alternative für den Westen sein. Ein Krieg mit den heutigen Waffen aber auch nicht. Auch wenn jetzt angeblich ein paar Soldaten von den Grenzen abrücken sollen, vom Tisch ist die Sache noch lange nicht. Auch die Richtung dieses Sturms ist noch ungewiss.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Samstag, 12. Februar 2022
12 vom 12.02.2022
Es ist Samstag und ich werde von der aufgehenden Sonne geweckt. Schon der zweite Tag in Folge, obwohl Regen und Schnee angesagt waren. Wetterfrösche sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In diesem Fall ist es mir nur Recht, mir hat das Licht so gefehlt in den letzten Wochen.
Die Sonne malt Schatten auf die Wand und so sieht man mal, dass meine Wandfarbe eigentlich glitzert. Das kommt sonst so gut wie gar nicht raus.
Dann treiben mich aber ziemlich fiese Kopfschmerzen aus dem Bett. Irgendwie so halb beduselt fange ich an Frühstück zu machen und Zack - Scherben.
Nach ein paar Minuten wirkt dann die Tablette und ich kann frühstücken.
Danach ist Badetasche packen angesagt, ich treffe mich mit einer Freundin im Hallenbad um ein paar Bahnen zu schwimmen.
Es ist nicht viel los, die Sonne glitzert auf dem Wasser und die Bewegung tut richtig gut. Anschließend stehen wir noch draußen und quatschen ein bisschen. Ohne den eisigen Wind ist es richtig schön draußen. Dann knurrt uns aber beiden der Magen, also erst mal nach Hause, einen kleinen Snack genehmigen. Der Blob Vanillesoße sieht aus wie ein Herz. Ganz aufessen kann ich leider nicht. Mir wurde diese Woche ein Zahn abgeschliffen wegen einer Fehlbelastung. Der Nerv hat sich immer noch nicht beruhigt und findet kalt sehr doof. Die nächsten Minuten möchte ich mir den Zahn am liebsten selbst ziehen. Dann wird es aber schnell wieder besser. Ich hoffe der Zahn kriegt sich wieder ein, sonst steht eine Wurzelbehandlung an.
Nebenbei ein paar Nachrichten lesen. Die Ukraine-Krise ist allgegenwärtig. Mir macht das wirklich Angst, was da gerade passiert. Wenn der durchgeknallte Despot wirklich in die Ukraine einmarschiert und die Amis sich einmischen, wird es gewaltig knallen. Hier geht es längst nicht mehr nur um die Ukraine. Es kann nur eine diplomatische Lösung geben, aber die Fronten sind verhärteter den je und immer mehr Länder sind involviert. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen keiner die Nerven verliert.
Anschließend ist putzen und aufräumen angesagt. Die Amaryllis in der Küche ist nun voll ausgeschlagen.
Danach shoppe ich ein paar Sachen im Internet. Eine Freundin ruft an und erzählt, sie hatte letzte Tage Einbrecher im Haus. In der gesamten Straße wurden wohl Wohnungen ausgespäht und eingebrochen. Da fällt mir ein, dass ich ja auch mal so einen Türalarm gekauft hatte, vielleicht benutze ich den dann auch mal jetzt.
Schließlich begebe ich mich wieder in die Küche und werfe alle Zutaten für Nudelauflauf in die Form. Und während der Ofen jetzt den Rest erledigt, schreibe ich den Blogbeitrag. Danach gehts dann auf die Couch. Ich habe fertig für heute.
Noch mehr 12 von 12 gibts hier.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Mittwoch, 9. Februar 2022
Behördendschungel
Alter, meine Nerven. Ich kann Ineffizienz nicht ausstehen. Hat auch sicher ein bisschen was mit meinem Beruf zu tun. Aber auch so, was bei den deutschen Behörden los ist, grenzt an Wahnsinn.
Ich habe mir ein neues Auto gekauft. Das habe ich in meinem Leben erst zwei Mal gemacht und bin da entsprechend kein Profi. Jedoch traue ich mir durchaus zu, zu einer Behörde zu gehen und ein paar Anträge zu unterschreiben, deshalb sah die Schottin in mir es eigentlich nicht ein, dafür zusätzlich 150 € zu latzen. Zumindest dachte ich so, denn die Hälfte der Summe geht schon für Gebühren drauf, die ich eh zahlen müsste. Das hätte mir der Verkäufer vielleicht mal sagen können. Naja. Also reservierte ich mir gestern mein Kennzeichen und wollte frohen Mutes einen Termin beim Bürgeramt machen, als die böse Überraschung kam. Vor dem 3. März keine Termine. Vielleicht mit Glück kann man spontan einen Termin bekommen, wenn was frei wird. Aber auf gut Glück verlasse ich mich nicht. Ohne Termin geht aber grundsätzlich nicht, wegen Corona und so.
Und da platzte mir schon zum ersten Mal der Kragen. Seit zwei Jahren sind wir im Seuchenmodus. Trotz allem hält sich die Wirtschaft wacker und hat multiple Lösungen für die derzeitigen Anforderungen gefunden. Nur die Behörden kriegen es immer noch nicht hin einen normalen Betrieb aufrecht zu erhalten? Wenn die Unternehmen nur halb so arbeiten würden, wie die Behörden, dann wäre Deutschland sowas von pleite.
Also Online-Zulassung ausprobiert. Scheitert aber schon im ersten Schritt an Firewall-Einstellungen, die ich trotz ausgeprägter technischer Affinität nicht hinbekam und die App ist auch für die Tonne. Also auch eine Sackgasse. Und schon die nächste Krawatte, denn wie zur Hölle soll der 0815-Bürger da durchkommen? Da stellt man für Gott weiß wie viel Kohle ein Portal hin, dass sowas von Nutzerunfreundlich ist, dass er vermutlich auch keiner nutzen wird. Steuergelder in bester Verwendung.
Also zu Kreuze gekrochen und den Händler gefragt, ob der Dienstleister da schneller durchkommt. Ja, kommt er. Innerhalb einer Woche ungefähr. Weil diese Unternehmen nämlich eine Abkürzung nehmen können, die dem normalen Steuerzahler nicht offen steht. Auch die nächste Ader am Hals schwoll bedenklich an. Aber sieht wohl nicht so aus, als wenn ich eine Wahl habe.
Was ist das hier für ein Bananenstaat? Da muss ich extra zahlen, damit ich in einer akzeptablen Zeit mein Auto auf die Straße kriege?
Nächstes Problem, die brauchen meinen Personalausweis im Original. Also wieder eine Stunde hin und eine zurück um den Ausweis hinzubringen, denn auf die Schneckenpost will ich mich dann auch nicht verlassen.
Ernsthaft, wenn man schon angebliche digitale Lösungen anbietet, sollten sie auch halbwegs nutzbar sein. Oder man hebelt für die Zeit der Pandemie gewisse Prozesse aus und lässt z.B. nur noch Autohäuser Anmeldungen machen oder erlaubt es auch dem Normalsterblichen den kurzen Weg zu nehmen. Und zwar ohne Zusatzkosten. Dafür müsste aber mal der eine oder andere Bürohengst aus dem Bett aufstehen und innovativ denken. Wenn die KFZ-Behörde ein Wirtschaftsunternehmen wäre, gäbs da garantiert schon eine Toplösung.
Mann ey...
Genervte Grüße aus Bananaland
Pottnudel
Montag, 7. Februar 2022
Servicewüste
Man muss es derzeit erwähnen, denn es ist eine Seltenheit. Die Sonne hat heute schon wieder geschienen. Nachdem gestern sämtliche Wetterwarnungen aktiv waren und es gestürmt und gegossen hat, so dass ich schon überlegte, ob die Gesamtheit des im Haus vorhandenen Holz für eine Ein-Frau-Arche reichen würde, welche ich bei Bedarf vom Balkon aus zu Wasser lassen könnte...
Heute war es zwar nicht wärmer, aber dank des nicht mehr vorhandenen Windes fühlten sich sieben Grad auch wieder so an und nicht wie minus vier.
Nachdem ich am Samstag schon einen Ausflug in die Welt anderer Automarken gemacht hatte, beschloss ich nun doch bei den mir bekannten Leisten zu bleiben und suchte nach entsprechenden Angeboten. Das mir genehme Modell gibt es erst seit vier Jahren und weil der Hersteller wegen der derzeitigen Lieferprobleme keine neuen Autos auf die Straße kriegt, ist das Gebrauchtwagenangebot auch überschaubar. Also genehmigte ich mir etwas mehr Budget als zuerst geplant, denn wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe...
Ein Angebot in der Nähe betrachtete ich dann heute früh bei einem hier in der Gegend sehr bekannten VW-Großhändler. Ich bin kein Fan von dem Laden, die haben mich schon mal nicht bedient, als ich auf der Suche war. Aber eben wenig Angebot und die Nähe ließen es mich noch mal versuchen.
Und ich hätte es lassen sollen. Das ausgeschriebene Modell war definitiv ein Bauernfänger. Kein Jahr alt, aber sah aus, als wenn es mit der Schleifmaschine gewaschen und mit Splitt poliert wurde. Der Verkäufer war ein Lackaffe. Ich hatte gerade noch nach Schäden gefragt, die er verneinte, aber wieso die Fahrertür offensichtlich mit einem Lackstift behandelt worden war und der Kofferraum aussah, als hätte dort drinnen ein Rave stattgefunden, hat er nicht mal versucht zu beantworten. Alles kein Problem, nehmen sie doch ein anderes Modell. Kostet auch nur X-tausend mehr (und damit außerhalb des bereits genannten erhöhten Rahmens). Ein Wagen wäre vielleicht in Frage gekommen, aber Probefahrt und reservieren um eine Nacht drüber zu schlafen ist nicht. Klar müsse man so etwas überdenken, aber die Nachfrage wäre ja so hoch und wenn man nicht sicher sein könne, dass ich den Wagen auch kaufe. Bla, bla... Also dann knutsch mich doch mal da, wo die Sonne nicht scheint, lieber Gottfried. Ich kauf doch nicht die Katze im Sack. Ich kann mir dann ja schon vorstellen, wie ihr mit mir umgeht, wenn mal was mit dem Auto sein sollte. Zumal ich den Vergleich zu den sehr freundlichen und zuvorkommenden Händlern vom Samstag noch lebhaft im Kopf hatte.
Also zurück nach Hause, Alternativen suchen. Ein Wagen war bereits inseriert aber noch nicht fertig zur Besichtigung. Vielleicht nächste Woche. Ein anderer Händler hätte mehrere Modelle, aber ist auch ein Stunde Fahrt von mir entfernt. Aber egal, angerufen. Probefahrt? Gar kein Problem, ich kann gern sofort vorbei kommen. Auch wenn es zehn Minuten später dann doch auf Morgen verschoben wurde, das Auto hatte einen Nagel im Reifen. Also Morgen dann jetzt.
Stattdessen ging es noch zum Konsumtempel, Zutaten für Glasnudeln mit Gemüse, Erdnusssoße und Omelett einkaufen. Dann endlich an den Schreibtisch, zumindest noch ein bisschen lernen.
Und dann schauen wir Morgen mal ob ich wieder so eine verschrammte Karre zu Gesicht bekomme. Ich bezweifle es, denn auch bei vorherigen Autokäufen, hat noch niemand gewagt, so eine verschrammte Karre als Topangebot anzupreisen.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
Samstag, 5. Februar 2022
WMDEDGT 02/22
Es ist Samstag und zum ersten Mal seit Tagen lässt sich die Sonne mal wieder blicken. Ein paar Vögel zwitschern hier auch schon. Um kurz nach acht gehts aus den Federn. Bei Sonnenschein hat man doch gleich viel mehr Schwung.
Ich probiere heute mal ein neues Frühstück aus. Baked Oats, also Haferflocken mit gequetschter Banane, Mandelmilch, Chia, Kokosraspel und gefrorenen Beeren oben drauf, 25 Minuten im Ofen gebacken. Schmeckt ganz gut und warmes Frühstück ist überraschend wohltuend.
Dann gehts ins Auto, eine Freundin einsammeln und weiter zum Autohaus. Ich brauche ein neues Auto. Künftig werde ich auf meinen Firmenwagen verzichten. Seit Tagen hab ich schon online nach verschiedenen Modellen geguckt und mich mal für eine Probefahrt für einen Japaner angemeldet. Schon beim Einsteigen weiß ich, das ist nicht meiner. Deutlich enger als mein jetziger und die Verarbeitung im Innenraum erinnert stark an 80er Jahre (das Auto ist zwei Jahre alt). Die Probefahrt ist also schnell vorbei. Die Verkäuferin lenkt meinen Blick auf ein größeres Model, welches auch preislich okay wäre und gut aussieht aber es ist auch einfach eine riesige Karre. Immerhin, sitzen kann ich besser und auch die Verarbeitung ist deutlich hochwertiger. Ich werds mir überlegen.
Spontan fahren wir noch zu einem anderen Händler. Das von mir angedachte Modell ist auch zu klein, eine Nummer größer ist schon besser, wenn auch nicht ideal. Einen Gebrauchten der Art hat der Händler auch da. Sehr chick aber auch ziemlich viel Schischi und sprengt dann auch den preislichen Rahmen etwas. Also ist dann jetzt noch mal Recherche angesagt. Mit weniger Gedöns könnte der Wagen dann auch preislich passen.
Es ist schon ein Kreuz, wenn man so groß ist. Probefahren geht so spontan nicht, also erstmal nach Hause. Der Magen knurrt. Bei einem leckeren Eierburrito schaue ich mal online nach ein paar Modellen. Nächste Woche gehts dann noch mal auf Autohaustour. Aber ich glaube bei mir manifestiert sich immer mehr der Wunsch, doch wieder einen VW zu nehmen. Ich bin die einfach gewohnt und meinen T-Roc mag ich ja schon sehr.
Dann ist erst mal chillen angesagt. Nach eineinhalb Stunden gehts dann schon wieder weiter. Parkleuchten in der Gruga steht auf dem Programm. In der Woche wäre es vielleicht schlauer gewesen zu fahren, aber bei dem Wetter hier muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen.
Auch wenn der Wind immer noch ordentlich pfeift, die Regenpause nutzen einige Menschen und wegen Corona sind auch nicht alle Eingänge offen. Also erst mal Schlange stehen, bzw. fünf Minuten Marsch bis wir das Ende eben dieser gefunden haben. Zwischendurch kommen so ein paar Geisteskranke und sprechen die Wartenden an, was 2 G ja für Quatsch sei und bla. Alter, diese Aluhutidioten gehen mir so auf die Nerven.
Die Ausstellung ist schön, wenn auch kleiner als sonst. Aber mal wieder rauskommen und was sehen ist Ziel der Mission. Nach zwei Stunden sind meine Oberschenkel tiefgefroren und mir tun die Füße weh. Aber schön wars.
Jetzt ist couchen angesagt. Schön eingemummelt.
Noch mehr WMDEDGT gibts hier.
Viele Grüße aus Ruhr York
Pottnudel
12 vom 12.6.2025
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Tja, was mache ich gerade den ganzen Tag? Nicht ganz soviel, denn ich bin in den letzten Zügen, meine Aufgaben zu übergeben, bevor ich in ...
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Da hab ich doch gerade echt 05/25 geschrieben. Wunschdenken 😁Weil, dann wäre der eklige Winter schon vorbei und nicht so ein nebelgraunasse...












