Donnerstag, 22. Oktober 2020

Ring frei für Runde zwei

Nicht, dass wir es nicht wussten, dass sie kommt. Aber nun ist sie da. Die zweite Welle. 

Irgendwie hab ich meine Ohren ja in den letzten Monaten Coronatechnisch etwas auf Durchzug gestellt. Man trägt halt Maske, Handgel und Co. mit sich. Man umarmt sich wenig bis gar nicht mehr. Und so ein bisschen mehr Abstand hier und da ist mir sogar ganz recht. Aber die Zahlen lassen sich inzwischen nicht mehr so richtig ignorieren. Auf der Arbeit wurden die Sicherheitsmaßnahmen wieder angezogen. Was dazu führt, dass kaum noch einer im Büro ist. Und wenn, dann sprechen wir lieber per Videocall, als uns mit Maske direkt gegenüber zu sitzen. Auch wenn unsere Büros direkt gegenüber sind. Wir machen dann die Tür zu, damit es keine Rückkopplung gibt 😂 Nur in dieser Situation auch noch neue Mitarbeiter einzustellen, wird zum logistischen Akt. Mal sehen, wie das weiter geht. 

Ich finde das mit dem Homeoffice nicht schlimm. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Seitdem ich einen Bürostuhl habe, ist mein Kreuz auch wieder einigermaßen okay. Endlich schon ein Extrazimmer zu haben wäre halt super. Aber okay, ich arbeite daran.

Nur die Tage sind halt jetzt mächtig kürzer und das Wetter nicht mehr so einladend. Also muss man sich schon echt zur Bewegung zwingen. Aber immerhin, Haushalt läuft so nebenbei. Eingekauft wird wieder mehr im Netz oder eben halt für zwei Wochen in einem Schwung. Und da bin ich wohl nicht die Einzige. Prompt war Klopapier wieder ausverkauft. Immerhin sah auch das Weinregal recht dünne aus. Es besteht vielleicht Hoffnung für die Menschheit. Und ich hab fix eine Familienpackung der begehrten Papierware im Netz geordert, bevor die Preise wieder in Goldbarren angegeben werden. Und ein paar Flaschen mit leckerem Inhalt für die Whatsapp-Kneipe 😊

Wenn das Tier des Jahres nicht der Hamster wird, weiß ich auch nicht. Die Leute werden nicht schlauer. Und die anfängliche Vorsicht ist auch dahin. Die Wohlstandsgesellschaft hat keine Lust mehr auf Bevormundung und Sorgen. Kommt es also zum zweiten Lock Down? 

Hätten wir die derzeitigen Zahlen schwarz auf weiß im Frühjahr gehabt, wären wir sicher alle längst im Hausarrest gelandet. Jetzt schmunzelt man ja fast über die damaligen Zahlen. Vielleicht waren diese auch damals nicht anders, die Dunkelziffer wurde als hoch eingeschätzt. Ist sie jetzt vermutlich immer noch. So genau wird man es nicht erfahren. Testkapazitäten sind immer noch nicht gerade üppig vorhanden, die Corona-App ist für die Tonne und die Gesundheitsämter pfeifen aus dem letzten Loch. Warum da nicht längst Call-Center angeheuert wurden, man weiß es nicht. Auch nicht, ob es ab einer gewissen Anzahl von Fällen überhaupt noch Sinn macht, da hinterher zu telefonieren. Wirklich kontrollieren kann die Quarantäne eh niemand. Der Staatsapparat ist nicht schnell und innovativ. Umso mehr sind manche Menschen vermutlich nicht mehr bereit sich einzuschränken?

Ich bin genervt. Die Dinge, die jetzt passieren waren vorhergesagt. Vorkehrungen wurden so gut es ging getroffen. Und somit finde ich schon, dass vieles gerade Panikmache ist. Die Akzeptanz für Maßnahmen wird es nicht erhöhen. Eher den Trotz. Und selbstverständlich möchte ich auch nicht, dass Menschen krank werden und sterben. Aber ich möchte auch ungern die nächsten X Jahre in einer Weltwirtschaftskrise historischen Ausmaßes leben. Und ein weiterer Lock Down oder auch nur das ständige Gerede davon, schadet der Wirtschaft enorm. Ich sehe die Auswirkung an meinen Bewerbern. Viele junge Leute verlieren ihren Job. Beraterfirmen verlieren große Kunden. Zögerlichkeit bei Investitionen ist in einem Land mit einem eh schon vorhandenen Rückstand das Schlimmste. 

Und mit der zweiten Welle wird es ja auch noch nicht getan sein. Es gibt noch keine  Impfstoff und selbst wenn er dann da ist, bis die Welt durchgeimpft ist, wird es auch noch eine Weile dauern. Und ganz los werden wir die Seuche vermutlich eh nie wieder. Das wird noch lange, wenn nicht gar für immer Spuren hinterlassen. 

Also was tun? Anpassung an die neue Ist-Situation wäre vermutlich die beste Strategie. Nur gehen da die Vorstellungen von Politik und Bevölkerung teils weit auseinander. Es würde sicher helfen, wenn sich die Altvordern mal mit der Realität auseinandersetzen und den neuen Ist-Zustand ermitteln (lassen). Sind ja gerade genug Berater auf Jobsuche. Und dann könnte man mal etwas Proaktiv an nachhaltigen Themen arbeiten. Nicht nur verrückte Gießkannenaktionen, die keinem wirklich helfen. Hier im Pott hab ich schon vor Wochen den Überblick verloren, was wann wo gilt. Das hält ja teils nicht mal von einer Straßenseite auf die andere. Und Prozesse und Regeln, die nicht mit der Realität vereinbar sind, sind halt für die Tonne. Kann ich aus jahrelanger beruflicher Erfahrung von berichten. Gratis. Und so ca. ein halbes Dutzend Vorschläge zum Thema Homeoffice fördern durch Anpassung nicht mehr zeitgemäßer Steuerregelungen hätte ich auch noch. So als Anfang.

Also liebe Politik, anstatt uns zu sagen, was wir alles nicht tun sollen und dürfen. Sagt uns doch mal, was ihr tut um uns die Situation zu erleichtern. Dann klappt das vielleicht auch wieder mit der Akzeptanz. 

So, ich gehe mich jetzt auf der Couch einigeln und tue so, als würde ich beim dem Mistwetter nicht rauswollen...

Viele Grüße aus Ruhr York (aka. Corona-Hot-Spot)

Pottnudel


Montag, 12. Oktober 2020

12 vom 12.10. (improvisiert)

 Jaja, jetzt ist es passiert. Es ist der 12. und stockdunkel draußen und ich habs natürlich verpennt. Aber es ist ja nicht so, als wenn ich keine Bilder hätte. 

Also Beine hoch. Im TV endlich wieder vernünftiges Programm.


Der Tag fing echt verkatert an. Nein, ich habe nicht getrunken, sondern gestern sechs Stunden im Garten geackert. Etliche Säcke sind zusammen gekommen. Und ich bin noch nicht fertig geworden...

Und was soll ich sagen, ich bin halt auch keine 25 mehr. Entsprechend mies bin ich in den Tag gekommen.  Bilder von dem Unfall, in den ich im Regen fast gefahren wäre habe ich natürlich nicht. Hätte die Polizei wohl auch doof gefunden. 

Wenn es dann im Moment mal gerade nicht schüttet, macht sich der Herbst bemerkbar. So wie auf diesem schönen Archivbild. Solche Ranken sind hier auch überall an der Autobahn. Aber knipsen und fahren ist ja so eine Sache...


Meinen weiteren Tag gestalten verschiedene Gesichter, die auf meinem Bildschirm auftauchen. Ich war heute auch nur im Büro, weil ein finales Vorstellungsgespräch anstand. Aber die Person hatte es sich dann sehr kurzfristig anders überlegt. 


Mittags gabs Reste von gestern. Nudelauflauf, um genauer zu sein. Stattdessen hätte ich gern Potato-Corn-Chowder. Welche ich nun Morgen kochen werde.


Ich mag ja Suppen bei so einem Sauwetter. Aber eben auch bunte Blätter. Bei mir steht ja immer noch ein Indian-Sumer-Trip durch Neuengland ganz hoch im Kurs. Irgendwann, wenn die Welt mal wieder normal(er) ist.


Ohja, das muss ich auch noch zeigen. Ein Makramee-Traumfänger. Hatte ich für einen Lieblingsmenschen zum Geburtstag gemacht. War ganz schön Arbeit. Aber dafür, dass ich das noch nicht so lange mache, finde ich, er ist doch ganz gut geworden.


Heute vor zwei Jahren ist übrigens dieses wunderschöne Bild entstanden. Damals hatte ich gerade ein absolutes Katastrophenprojekt übernommen. Was gut endete. Also erinnere ich mich doch gern daran.


Dieses Bild hier finde ich auch immer noch genial. Ein umgestürzter Baumstamm mit Laub, Moos, Kastanien und Pilzen. Mutter Natur, die alte Dekoqueen...


Jetzt um diese Zeit kann man auch immer so schön mit dem Licht spielen.


Irgendwann bei Sonnenuntergang sitze ich dann auch wieder im Auto gen Heimat. Meine Nachbarin kehrt noch Blätter auf. Die Frau ist 94 Jahre als und fällt fast auseinander. Aber bevor ich ihr den Besen entreißen kann, ist sie schon fertig. Ich höre noch zehn Minuten ihren Schimpftiraden zu. Sie tut mir Leid, weil sie so allein ist. Aber sie ist halt auch leider eine fiese alte Schachtel. Ich flüchte also.


Zum Schluss noch ein Bild vom Buchholz-Hof. Wer auch so in Herbststimmung ist und Kürbisse sucht, der Kuchen dort schmeckt auch sehr gut 😎


Mission erfüllt 😁 Noch mehr 12 von 12 gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 5. Oktober 2020

WMDEDGT 10/20

 

Und schon wieder ist ein Monat um. Der heutige Tag ließe sich beinahe in einem Wort zusammenfassen: Arbeit.

Aber gut, dass wäre nicht im Sinne des Ganzen. Also etwas genauer. Der Tag fängt mit der Info an, dass eine Kontaktperson auf Corona getestet wurde. Heißt ich steige aus der Bürohose in die Jogginghose und arbeite heute entgegen der Pläne Zuhause. 

Die dadurch gewonnene halbe Stunde kann ich gut brauchen. Denn ich bin bis 18.30 Uhr durchgetaktet.

Also bereite ich mich erst mal auf die vier Bewerbungsgespräche für heute vor. Zwei externe und zwei permanente Bewerber mit unterschiedlichsten Vorgeschichten. 

Zwischendurch bringe ich noch zwei aus der Bahn geratene Projektmitarbeiter wieder auf die Schiene, organisiere ein paar Stand ups, damit wir eine knappe Deadline nicht reißen und muss mit einem Externen schimpfen, der seine Arbeit nicht so ganz nach meinen Wünschen erledigt. Dann noch fix Kosmetik am Kalender. Manche Leute meinen echt, ich hab nix besseres zu tun, als Termine rumzuschieben...

Danach muss eine Präsentation fertig gemacht werden, die mir Freitag noch an den Kopf flog und die ich zu 2/3 weiter delegieren konnte. Aber jetzt ist mergen angesagt. Eine Rückmeldung fehlt noch, aber für den Moment ist die Mission erfüllt. 

Ich schnappe mir ein kleines Frühstück und wähle mich in einen Planungscall ein. Ein Kollege braucht mangels Erfahrung Hilfe. Dauer deutlich länger und ich muss Gas geben um eine Präsentation für Morgen vorzubereiten. Gelingt mir auch nur zu einem Viertel. Zumal dauert das Telefon klingelt. Also später wieder ran. 

Danach der erste Bewerber, kurze Feedbackrunde mit HR. Zum nächsten Planungscall. Ebenfalls unerfahrener Kollege, aber er hat schon super vorgearbeitet. Ich erschleiche mir fünf Minuten frische Luft auf der Terrasse. Nächster Bewerber. Technische Probleme verzögern das Ganze. Zehn Minuten vor dem nächsten Call sind wir durch. Nochmal Terrasse und Luft holen. Nächster Bewerber. Langes aber gutes Gespräch. Und schon kommt Nummer vier. Geht recht schnell. Man weiß aber auch bei den Seniors meist nach fünf Minuten ob das passt oder nicht. Kurze Feedbackrunde mit dem technischen Owner. Kurzes Abschweifen in ein anderes Projekt. Wieder ein paar Punkte abgehakt.

Nun habe ich 30 Minuten bis zum letzten Call. Schnell die erste Präsentation noch fertig machen. Und dann mal ein paar Emails lesen. Einen Teamsspace aufsetzen, einen Plan updaten. Und wieder in den Call. Geht recht schnell, Präsentation abliefern. Und nun die Powerpoint für Morgen noch finalisieren. Geht auch relativ gut, weil ich hier noch ein paar schon fertige Folien recycle. Der Rest dann Morgen auf der Tonspur.

Es ist 19.05 Uhr. Noch schnell eine Freundin zurück rufen. Duschen, Obst schneiden, ab auf die Couch. Und wenn ich das hier jetzt fertig habe, noch ein bisschen an einem Geburtstagsgeschenk weiter arbeiten. Und dann falle ich gleich ins Bettchen.

Noch mehr WMDEDGT gibts hier.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel




Freitag, 25. September 2020

Bauchgefühl

 

Also ich bin ja weder gläubig noch sonst was, aber wenn es so etwas wie Zeichen gibt, habe ich gestern eines bekommen. Aber von Anfang an.

Ich bin ja fleißig auf Wohnungssuche. Und schließlich meinte ich auch, das Objekt meiner hohen Ansprüche gefunden zu haben. Das Perfekte findet man vermutlich eh nicht. Aber es war nah dran. Und dann kam auch noch die Zusage. 

Und ich konnte mich nicht wirklich freuen. Warum? Ich kann es nicht sagen. Mei Bauchgefühl meldete sich. Aber in nicht guter Weise.

Nun ist das mit meinem Bauch so: Er hat mich schon oft gewarnt vor Dingen. Und ich Rationalistin habe ihn so einige Male ignoriert. Und mich hinterher geärgert. Und ich schwor mir, beim nächsten Mal höre ich auf ihn. Das letzte Mal habe ich ihn wieder ignoriert, als ich den Job im letzten Jahr angenommen habe. Und prompt ging auch das schief. 

Als sich mein Bauch also nun wieder meldete, bin ich alles noch einmal durch gegangen. Fand aber nichts, was ein K.O.-Kriterium gewesen wäre. Aber es ging nicht weg. Es wurde sogar am Tag vor der Vertragsunterzeichnung noch schlimmer. Was mich auch ärgerte, denn ich fand die Wohnung so toll. Aber ich konnte mich nicht darin sehen. Trotzdem kämpfte ich das Gefühl nieder und fuhr am nächsten Tag hin. Und wie es der Teufel (oder wer auch immer da beteiligt war) so wollte, hatte die Vermieterin den Vertrag nicht dabei. Sollte alles Standard sein, deshalb hatte ich den vorher auch noch nicht gesehen. Nun gab es also nix zu zeichnen. Und mein erster Gedanke war: Dann kann ich ja doch noch mal überlegen. Damit war mir aber auch schlagartig klar, dass ich immer noch Zweifel hatte. Und zwar mit Recht, wie sich wenige Minuten später heraus stellte.

Ich ging noch einmal durch die Räume und im Wohnzimmer schlug mir ein echt übler Geruch entgegen. Beim letzten Mal waren alle Türen und Fenster auf, da war alles ok. Nun aber roch es alt und gammlig. Obwohl kaum Möbel dort standen. Gut, dachte ich mir. Der Mieter ist ja angeblich nicht mehr hier. Doch in der Küche stand gebrauchtes Geschirr und wenige Minuten später kam dann doch der Mieter. Offensichtlich wohnte er wohl doch noch dort.

Also setzten wir die Gespräche vor der Tür fort. Dort teilte mir die Vermieterin dann mit, dass ich die Möbel aber bitte zehn Zentimeter von den Wänden stellen muss. Denn sonst würde sich Schwitzwasser bilden. In meinem Kopf ratterte es. Ich wohne auch jetzt im Altbau und weiß auch, wozu die Fußleisten da sind. Aber zehn Zentimeter???  So wie sich das alles anhörte, gab es da durchaus schon Vorfälle in der Vergangenheit und dann der Geruch im Wohnzimmer. Und überhaupt, wie sieht das aus, wenn die Möbel alle mitten im Raum stehen? 

Also wird das nix mit mir und dem neuen Domizil. Zumindest mit diesem nicht. Denn ich denke, die Zaunpfähle waren nicht zu übersehen. Und mein Bauch hat auch laut und deutlich gesprochen.

Aber jetzt ist erst mal Wochenende. Mein Kopf braucht auch eine Pause. So viele Neues und so viel Arbeit. Ich merke, dass meine grauen Zellen ein paar Monate Pause hatten. 

Passend zum Wetter werde ich Morgen mal Hühnersuppe kochen und die inzwischen geernteten Äpfel zu Kuchen verarbeiten. Denn trotz der vielen Wärme sind die ganz schön sauer...

Jetzt aber erst mal Kissenkunde...

Viele Grüße weiterhin aus Ruhr York

Pottnudel






Sonntag, 13. September 2020

12 vom 12. September

 Ich bin etwas spät dran. 

Das erste Bild des Tages hätte eigentlich von einem Polizeiauto sein müssen. Um 3.20 Uhr war mal wieder Palaver im Ghetto. Jemand hat so dermaßen geschrien, dass ich fast einen Herzinfarkt bekommen hätte. Ich kippte das Fenster, ließ die Rollos aber zu. Es scheint immerhin keiner Hilfe zu rufen. Ich gehe wieder ins Bett. Kurze Zeit später sehe ich den Blaulichtschein durch die Rollos und höre laute Diskussionen. Einschlafen fällt mir danach schwer. Entsprechend gerädert bin ich, als der Wecker klingelt. 

Es gibt nur Frühstück für Spartaner. Denn der erste Termin ruft. Auf dem Weg zum Auto ist die letzte Nacht Thema auf der Straße. Es scheint, dass sich keiner getraut hat, nachzusehen, was passiert ist. Nachdem es hier vor ein paar Tagen eine Schießerei unter Drogendealern gab, lässt man nun die Tür zu. Das war hier mal ganz anders. Aber so langsam haben hier alle nur noch Angst.


Ab ins Auto. Ich sehe mir nämlich eine Wohnung an. Sah auf den Bildern nicht schlecht aus, ist in der Realität aber deutlich kleiner und es macht irgendwie nicht Klick. Naja, ich schlafe noch mal drüber. Am Montag habe ich einen Termin für eine Traumwohnung, die der absolute Hammer wäre. Mitten auf dem Land. Mal sehen. Ich glaube so oder so wird es diese nicht. So enorm groß der Wunsch auch gerade ist, besser gestern als morgen hier raus zu kommen. Es soll ja auch ein paar Jahre halten.


Weiter gehts zum Konsumtempel. Es ist recht angenehm leer für einen Samstag. Und der Platz für die Weihnachtssachen beginnt sich zu füllen. Mir ist noch so gar nicht danach. 2020 fühlt sich einfach nur komisch an...


Zuhause angekommen gibts dann einen Snack. Inzwischen knurrt mir nämlich ordentlich der Magen.


Bei mir macht sich der Schlafmangel bemerkbar, ich lege mich etwas auf die Couch und schaue meine Lieblingsserie.


Nach einer halben Stunde geht es wieder. Kurze Inspektion im Garten. Hier kann bald geerntet werden. Auch die Himbeeren hängen voll. Wegen der Mäuseplage und weil die Früchte recht tief hängen und schon angeknabbert wurden, ernte ich zwar ab. Essen will ich sie aber nicht. Die Äpfel lasse ich noch hängen. Kommende Woche soll es richtig warm werden. Das dürfte dem Reifeprozess noch einmal gut tun.


Ich beginne ein neues Projekt, was auch ein Geschenk werden wird. Also kann ich noch nicht so viel verraten.


So ganz weit komme ich noch nicht. Denn seit ein paar Tagen habe ich Ärger mit einer Wirbelblockade. Also muss ein bisschen Chemie her. Die Gummibären kamen mit einem neuen Sweatshirt an und lagen da gerade noch so rum.


Der Pullover ist leider farblich mal so gar nicht das, was im Netz gezeigt wurde. Sollte eigentlich richtig knallig pink sein. 


Egal, ein bisschen Haushalt muss auch noch sein.


Danach geht es mit einem Lieblingsmenschen auf einen Kreativmarkt. Es besteht aus fünf Ständen. Im Hintergrund legt ein DJ 80er und 90er auf. Es ist fast nichts los. Aber chillige Atmosphäre. Nur geknipst hab ich natürlich nicht. Dafür ein bisschen Sonnenuntergang auf dem Weg zum nächsten Treffen. Es gibt Burgerbüffet und natürlich vergesse ich wieder ein Bild zu machen.


Kurz nach Mitternacht bin ich Zuhause und habe Mörder-Rückenschmerzen. Also noch ein paar Dehnübungen und Wärmeflasche dazu. 


Weitere 12 von 12 gibts hier.

Viele Grüße aus dem Ghetto.

Pottnudel

Samstag, 5. September 2020

WMDEDGT 09/20

Hapuh, was für eine Woche. So viele neue Infos im neuen Job. Das wird ganz schön viel Arbeit. Aber auch sehr nette Menschen soweit. Also glaube ich, dass es auch gut werden wird. 

Heute war dann aber Pause angesagt. Also habe ich bis neun Uhr geschlafen, dann hatte ich aber auch Hummeln im Hintern. Also erst mal etwas Haushalt gemacht. Bleibt ja doch unter der Woche viel liegen, zumal ich die ganze Woche im Büro war. Das wird ab kommender Woche dann langsam anders werden und dann kriegt man auch Zuhause mehr geschafft.

Aber ich brauche auch ein besseres Set Up hier, wenn ich öfter Zuhause arbeite. Ich habe wenig Lust mein ganzes Equipment immer mit zu schleppen. Also habe ich heute früh erst einmal meine Büroausstattung im Netz erweitert. Denn nach Shoppen ist mir mit Maske einfach nicht. Ich krieg immer gleich Schweißausbrüche, wenn ich das Teil im Gesicht habe. 

Dann wars auch schon Zeit zum Umziehen und ab zum Mittagessen mit einer Freundin. Chinabuffet, zum ersten Mal in diesem Jahr. Dabei fangen die ersten Bäume schon an die Farbe zu wechseln und die ersten Lebkuchen stehen schon wieder im Supermarkt. Wo ist bloß das Jahr geblieben? 

Glücklicherweise war der Parkplatz noch recht leer, als ich ankam. Denn seit Dienstag fahre ich nun Puma. Nein, ich meine nicht Jaguar, sondern Puma 😁 Ich hatte ja schon ein bisschen Bauchschmerzen, da ich nicht wusste, was ich für ein Auto bekomme. Seit zehn Jahren sitze ich vorwiegend in meinem treuen aber alternden Polo und kann den im Schlaf einparken. Und im Pott sind die Parkplätze nicht eben reichlich gesät. Da ich ja noch in der Probezeit bin, muss ich also noch das nehmen, was mein AG mir gibt. Und so standen nun ein Golf und ein Puma zur Wahl. Ich Gewohnheitstier wollte natürlich prompt dem VW nehmen. Und doch habe ich schon eine Weile mit den kleinen SUVs geliebäugelt. Und dann hab ich ihn spontan genommen. Und noch während die Papiere fertig gemacht wurden, wollte ich mich schon wieder umentscheiden. Aber ich blieb dabei. Und er fährt sich echt super. Piept sofort los, wenn es wo eng wird und beim rückwärts fahren geht die Kamera an. Erleichtert die Sache sehr, die neuen, recht üppigen Maße besser einzuschätzen. Ansonsten ist mir da etwas zu viel Kirmesgeblinke drin. Aber gut. Auch ist er nach oben hin etwas knapp bemessen. Plus eine recht große Konsole um den Rückspiegel, die mir etwas die Sicht nimmt. Da hab ich mir jetzt schon ein paar Mal den Kopf gestoßen. Mal sehen, was es dann letztendlich wird. 

Mit reichlich Glutamat im Bauch haben wir dann noch etwas die Sonne genossen und auch wenn ich auf der Stelle hätte ins Fresskoma fallen können, habe ich noch fix den Einkauf erledigt. Und die Bewegung tat auch gut, also Zuhause noch Wäsche aufgehängt und im Netz weiter nach einem neuen Heim gesucht. Aber ich bin auch jetzt immer noch sowas von satt. Also fiel das Abendessen aus. Na gut, so ein oder sechs Toffifee gehen immer 😎

Und eigentlich müsste ich die Arbeiten für ein Geburtstagsgeschenk beginnen, aber die Couch ist einfach gerade sowas von bequem. Ich fürchte das wird heute nix mehr 😄

Ich gehe also mal schauen, was heute sonst noch so bei WMDEDGT los war.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Sonntag, 30. August 2020

Hallo Herbst?

 Ja, ich weiß, dass wir offiziell noch Sommer haben. Aber nach dem Temperatursturz fühlt es sich gerade eher wie Ende September an. Mir ist so richtig herbstlich. Aber ich glaube, man kann sich zumindest wettertechnisch nicht über das Jahr 2020 beschweren. Wir hatten ja doch einige schöne Tage bisher. Wenn auch etwas trocken. Aber irgendwas ist ja immer.

Die Äpfel sind fast reif. Das wissen die Eichhörnchen auch und ich hoffe, ich kann wenigstens ein paar Äpfel retten. Denn ein bis zwei Wochen brauchen sie noch, bevor ich pflücken kann. Auch die Himbeeren sind reif, aber ich tue mich schwer damit sie zu ernten, denn die Pflanze stand recht unglücklich unter einem Vogelnest und hat so einiges abbekommen. Auch wenn der Regen das meiste weg gewaschen hat, ich weiß, dass die Vögel da drauf gemacht haben... 

Morgen geht es für mich dann wieder zurück zur Arbeit. Ich weiß echt nicht, wo die letzten acht Monate geblieben sind. Und auch wenn jetzt so das Gefühl aufkam, noch ganz schnell ganz viel erledigen zu müssen, ich hatte schon vor Wochen die Nase voll vom Faulenzen und freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Hatte letzte Woche schon ein kleines Kennenlernen mit ein paar Kollegen und das hat die Vorfreude nur bestärkt.

Das gute Gefühl und gleichzeitig sehr unerfreuliche Begebenheiten mit meinen Nachbarn haben nun auch dazu geführt, dass ich schon auf Wohnungssuche bin. Wenn alles gut geht, bin ich spätestens im Januar oder Februar hier raus. Und dieses Mal gibt es nicht den Wehmut vom letzten Jahr, denn die Entwicklungen hier sind unerträglich. Ich musste noch nie im Leben die Polizei rufen. Eine traurige Premiere, auf die ich gern verzichtet hätte...

Entsprechend habe ich die  letzte Woche dazu genutzt um das Netz nach einer neuen Bleibe zu suchen. Ein ganz tolles kleines Häuschen hatte ich gesehen, aber war schon zu spät. Eine andere Wohnung sah im Netz so toll aus, aber als ich die Adresse bekam stellte sich heraus, dass direkt unter dem Balkon ein Restaurant ist und gegenüber eine Schule. Also neee, eher nicht so. Ich such mal weiter. Ich werde künftig auch öfter von Zuhause aus arbeiten und dann brauche ich nicht nur ein Arbeitszimmer, sondern auch die entsprechende Ruhe.

Auch ein paar kleinere Reparaturarbeiten habe ich hier begonnen, denn mein potenzieller Nachmieter
hat es sich angesichts der letzten Entwicklungen hier jetzt auch anders überlegt. Ich kann es verstehen. Also werde ich wohl komplett renovieren. Zumindest das Streichen werde ich machen lassen. Hatte mir schon Angebote im Netz geholt. Bei dem fast drei Meter hohen Decken hier plus Höhenangst, da lass ich lieber einen Fachmann ran. Ich werde mich dann noch an den Türzargen auslassen, zumindest in Küche und Bad. 

Aber ein bisschen Herbstdeko muss doch noch sein. Also habe ich heute angefangen Kürbisse zu bemalen. Auf der Suche nach der restlichen Deko habe ich mal wieder geflucht. Selbst in so einer kleinen Wohnung verlieren sich noch Sachen. Oder gerade dort, weil ich die Sachen immer so weg räumen muss, wo gerade Platz ist. Das wird sich bald ändern 😎

Kommende Woche bekomme ich dann auch mein neues Auto, bzw. den Firmenwagen. In der Probezeit erstmal noch vom AG ausgewählt. Ich bin gespannt und hoffe, dass es nicht so eine riesige Karre ist. In den kommenden Monaten muss ich mir dann mal Gedanken machen, was ich künftig fahren will. Aber das hat jetzt erst mal noch Zeit.

Jetzt genieße ich erst mal noch den Rest vom Sonntag. 

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 




Montag, 17. August 2020

Durchatmen

Puh, die Hitzewelle macht endlich eine Pause. Also, ich mag den Sommer ja wirklich, aber alles über 35 Grad in diesem Land ist einfach die Hölle. Aber heute sind es mal "nur" 25 Grad und ich konnte mal den ganzen Tag die Fenster offen lassen. 

Eigentlich wollte ich seit neun Uhr am Schreibtisch sitzen und lernen, aber seit gestern macht mein Magen-Darm-Trakt Sperenzchen. Also war ich erst ab Mittag halbwegs einsatzfähig und hab erstmal mit dem Antragsprozess für die Prüfung begonnen, denn meine Unterlagen dazu sind nun auch angekommen. Die ganze Sache wurde dann eine Nachmittagsfüllende Beschäftigung, obwohl ich alles Infos schon zusammen hatte. Nun heißt es warten. Im schlimmsten Falle komme ich ins Audit. Was mich bei meinem Karma nicht wundern würde. Aber dann dauert es halt eben noch ein paar Tage länger. Ich erfülle alle Anforderungen und muss deshalb nix befürchten.

Was mir schon noch weiter Kopfschmerzen macht, ist die Frage, wo ich die Prüfung nun ablege. Es gibt zwei Optionen.

1. Zuhause

Wird auch als: "Mach den Test im Schlafanzug wann immer du willst", angepriesen. Klingt erst mal verlockend, ABER: Da wären zunächst mal meine Nachbarn aus der Hölle, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Anfälle haben, da wäre mein Blutdruck dann an der Decke und die Konzentration futsch. Dann wäre noch das Risiko, dass mein Internet abraucht. Tut es zwar nur selten, aber bei meinem Karma, wer weiß. Bisher konnte ich auch keine belastbaren Infos bekommen, wie empfindlich das System bei kleineren Unterbrechungen ist. Und Unbekannte sind immer gemeine Risiken. Will man nicht.

Option 2 wäre: Im Testcenter

Gibts sogar zwei hier ums Eck. Mein Problem damit ist: Laut der Orga muss ich dann vier Stunden mit Maske da sitzen. Der Test an sich ist schon extrem, aber das alles dann noch unter Sauerstoffmangel, mit juckender Nase und Schweißausbrüchen - keine gute Idee. 

Also hab ich erstmal so spitz zulaufende Masken geordert, um zu probieren, ob das besser geht. Leider nein. Die Dinger liegen zwar weniger auf dem Gesicht, sind dafür dicker, riechen komisch und ich atme mir quasi die ganze Zeit in die Augen, was nach zehn Minuten dazu führte, dass meine Kontaktlinsen sehr unangenehm wurden. Verdammt. 

Dann gibts ja immer mal wieder so Leute, die so einen Plastikschild mit Kopfband tragen. Also hab ich heute mal um Testcenter angerufen um zu checken, ob die Dinger wohl erlaubt wären. Die Dame hatte diese Dinger noch nie gesehen und war sich auch nicht sicher, ob meine Prüfung derzeit angeboten würde, sagte dann aber, dass ich die Maske nicht in der Prüfung tragen müsste. Man könnte mich auch allein in ein Zimmer setzen. WHAT??? Da war ich schon ziemlich erleichtert. Das würde alle meine Probleme lösen. Jetzt will sie Morgen nochmal zurück rufen, ob meine Prüfung denn bei denen noch gelistet ist. Ich drücke mal die Daumen.

Die Prüfung auf später verschieben, ist keine Option, denn ab 2021 kommt ein neues Themengebiet hinzu, also müsste ich nochmal in den Kurs und es wird vorerst kaum gute Vorbereitung dazu geben. Also zu viel Risiko. Und außerdem will ich das von den Füßen haben, bevor es zurück zur Arbeit geht.

Hachja, bin ich froh, wenn das alles vorbei ist. Ich hatte mich auch durchaus schon gefragt, warum ich mir das alles antue. Aber ich wollte das schon so lange machen, ich will das jetzt endlich durchziehen. So.

Für heute ist jetzt aber erst mal Feierabend. Ich werd mal früh ins Bett gehen und hoffe, dass ich Morgen wieder fit bin.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Mittwoch, 12. August 2020

12 vom 12.08.20

Eigentlich wollte ich hier heute als erstes Bild den Sonnenaufgang in der blühenden Heide posten. Aber das Wetter spielte nicht mit. Also hab ich weiter geschlafen und dann erst Mal die Fenster aufgerissen. Es kühlt hier auch nachts nicht mehr unter 22 Grad ab, aber das ist schon arktisch im Gegensatz zu den Tagestemperaturen. Speziell in der Sonne.

Frühstück fällt bei dem Wetter aus und ich versuche auch gar nicht erst nach dem Duschen meine Haare zu föhnen. Einfach hochbinden, fertig. Ab gehts zum Frauenarzt. Die jährliche Kontrolle steht an. Danach zum Bäcker, denn so langsam knurrt der Magen. Danach zur Post, meinen Arbeitsvertrag zurück schicken 😎

Erst muss ich mangels Parkplätzen eine Extrarunde drehen, dann geht der Parkscheinautomat nicht, dann hat die Post zu. Warum auch immer, das passiert hier immer mal wieder. Okay, also Marke aus dem Ekelautomaten ziehen. Mein Magen knurrt inzwischen drohend und NINA heult auch schon wieder rum. Es wird heiß sagt sie. Hätte ich bis auf die Pfützen in meinen Schuhen fast nicht bemerkt. Also erst mal nach Hause und umziehen. Ich habe meine Sommer-Schlafanzüge (Shorts und Top) vorübergehend zur Hausbekleidung umdeklariert. Denn alles andere ist zu warm. Wer sieht das schon, außer mal dem Paketboten. Und der hat sicher schon schlimmeres gesehen.

Und wieder heult NINA, jetzt warnt sie vor Hochwasser. Beim Blick in den strahlend blauen Himmel, hab ich da grad so meine Zweifel. Allerdings kann es hier lokal tatsächlich immer Mal schnell Unwetter geben. Da der Boden teils so ausgetrocknet ist, nimmt er das Wasser nicht auf und schon sind die Straßen überschwemmt. 

Dann wird der Sonnenschirm aufgespannt und mit Tüchern bestückt. Es macht echt einiges aus, wenn sich Wände und Platten nicht so aufheizen.

Derzeit sind Latschen Pflicht auf der Terrasse, denn überall liegen tote Wespen. Nicht, dass die Viecher zu meinen Lieblingstieren gehören, aber trotzdem tun sie mir irgendwie Leid. Manche laufen auf dem Boden im Kreis, andere fallen einfach tot von den Wänden. Zusätzlich zu den zwei Teichen habe ich weitere Schalen mit Wasser im Garten verteilt. Trotzdem leiden viele Tiere gerade. Vorgestern auf dem Supermarkt-Parkplatz saß ein Rabe mit weit offenem Schnabel. Ich wollte ihm Wasser geben, aber das hat er nicht kapiert und ist weg gehüpft. Bitte denkt bei dem Wetter an die Tiere und stellt Wasserschalen auf!

Und dann gibts endlich was zu essen.

Die Küche bleibt hier derzeit kalt. Wenn überhaupt wird draußen "gekocht".

Danach kann ich das am Morgen gewaschene Oberbett schon wieder von der Leine holen. Das ist immerhin ein Vorteil, die Sachen trocknen gerade in Null Komma Nix.

Ich stelle noch eine Maschine an, dann geht es wieder ans lernen.

Dieses Teil pustet mir dabei kühle Luft zu. Es hat sich vor allem nachts schon in wenigen Tagen bezahlt gemacht. Dank Timer geht es irgendwann aus, aber ich kann einfach viel besser einschlafen.

Zwischendurch stelle ich meine Füße ins kalte Wasser. Das tut einfach nur gut.


Nach heißen Tagen brauche ich abends immer etwas salziges. Es gibt Cracker mit Ziegenkäse und Honig und Serrano gefüllt mit Frischkäse. Lecker. 


Und das waren dann schon wieder 12 Bilder. Weitere Galerien gibt es hier.  

Verschwitzte Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 


Samstag, 8. August 2020

Summertime...

 Mir schwirrt schon der ganze Tag der Song von Ela Fitzgerald durch den Kopf. Der Sommer hat den Pott gerade in einen Glutofen verwandelt. Ich habe schon wieder früh den Sonnenschirm aufgespannt und zusätzlich lange Tücher daran gehängt, damit sich hier nicht alles so aufheizt. Im Garten geht kein Lüftchen und die Sonne sengt den ganzen Tag auf die Mauern. Da ich für die restliche Zeit hier keinen Pool mehr anschaffen wollte, muss halt eine Plastikbox als Fußbad her halten. Aber das ist auch schon sehr angenehm. 

Gegen Mittag bin ich freiwillig rein gegangen, habe Türen und Fenster verrammelt und einen Wäscheständer mit nassen Handtüchern neben dem Ventilator aufgestellt. So kann man es jetzt aushalten. Zumindest abends gehen die Temperaturen aber (noch) runter, so dass man lüften und schlafen kann. Sofern die Nachbarn einen lassen... 

Heute ist mein neuer Arbeitsvertrag angekommen. Juhuuu! Ab September darf ich wieder für mein Geld was tun. Und ich bleibe dem Pott auch erhalten. Also Umzug rein aus kosmetischen Gründen demnächst. Etwas abseits, mit weniger durchgeknallten Nachbarn. Ich hab schon mal so ein bisschen den Markt sondiert. Und prompt kam eine Freundin gestern auch schon mit einem Angebot. In der Ecke, wo ich hin will, bekommt man gute Heime auch eher mit Vitamin B. Aber zum November wird mir das wohl noch etwas zu früh. Ich will zumindest den größten Teil der Probezeit erst mal abwarten. Es gab zwar dieses Mal keinerlei Bauchschmerzen im Vorfeld, aber die Welt ist derzeit ja etwas durcheinander und der Arbeitsmarkt auch nicht so üppig. Also gehe ich lieber auf Nummer sicher.

Aber ich freue mich trotzdem jetzt schon, dass ich das Thema bald aktiv angehen kann und dann mehr Platz und Ruhe haben werde. 😊😊😊

Generell kann es jetzt mit diversen Planungen und generell meinem Leben endlich weiter gehen. Auch wenn die Zwangspause auch gute Seiten hatte. Aber jetzt ist auch gut.

Meiner Lunge geht es auch wieder besser, ich kann anfangen das Cortisonspray abzusetzen, bzw. es auf die Nebenhöhlen umleiten. Denn da kommt das Problem mit dem Reizhusten wohl her. Immerhin, mit Medikamenten wird auch das schon besser. Also sind die Chancen, diese Baustelle dieses Jahr noch zu schließen auch gut. Da ich erst wieder im Februar zur Nachkontrolle muss, konnte ich mir trotz tropischer Temperaturen nicht verkneifen der Ärztin schon mal frohe Weihnachten zu wünschen 😁 Mir fiel dann aber ein, dass ich sie doch noch mal in diesem Jahr sehe. Im Oktober stehen ja noch die Termine im Schlaflabor an.

So, jetzt genieße ich den ersten ruhigen Abend seit Wochen (ein Teil der Terrorfamilie ist in den Urlaub gefahren) auf der Terrasse mit einem Glas Wein und den Füßen im Wasser.  Hach...

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Mittwoch, 5. August 2020

WMDEDGT 08/20


Heidewitzka, da hätte ich doch fast vergessen, dass schon wieder der 5. ist. Zeit für WMDEDGT?

Der Oberflächenprovider dieses Blogs hat nun auf eine neue Version umgestellt und ich musste gerade erstmal ein paar Sachen suchen. Das Handling von Fotos nervt jetzt ziemlich.

Also, zum Tag. Wach geworden bin ich um 8.30 Uhr. War spät gestern. Ich habe noch telefonisch bis nach Mitternacht mit einem Lieblingsmenschen Weltpolitik diskutiert. Und bis ich dann mal in den Federn war, war es halb zwei. Denn einfach mal so schlafen gehen, klappt gerade nicht gut. Mein Husten ist zurück. Und wenn auch kein Asthma mehr dabei ist, wenn ich nicht abends diverse Dinge tue und nehme, huste ich die Nacht durch. Ätzend. Morgen habe ich den nächsten Termin beim Facharzt. Mal sehen, was das gibt. Das muss jetzt mal aufhören. Es ist einfach gerade nicht die Zeit um Husten zu haben. 

Ansonsten ist der Hochsommer nun wieder im Anmarsch. Also habe ich den Schirm frühzeitig über die Terrasse gespannt, damit sich hier nicht alles so aufheizt. Und so Sachen wie Staubsaugen und Co. auch früh erledigt. In den kommenden Tagen werden wir wohl mehrfach Richtung 35 Grad marschieren. Vorsorglich habe ich mir schon eine Windmaschine im Netz bestellt. die dann auch passend heute geliefert wurde. Eingekauft hatte ich auch schon alles, so dass ich möglichst erstmal nicht mit Lappen im Gesicht in den Konsumtempel muss. Ich schwitze schon bei 20 Grad wie verrückt mit dem Ding. 

Bei warmem Wetter will mein Magen kein Frühstück, also gibts gegen Mittag ein paar Brötchen. Nach Kochen ist mir nämlich nicht.

Weiter ging der Tag mit Lernen für meine Zertifizierung und ein paar Recherchen. Aber so richtig in Gang komme ich heute irgendwie nicht. 

Zwischendurch checke ich meine Mails und wundere mich, wie bei dem Wetter ein Onlineretailer auf
die Idee kommt für Wollpullover zu werben. Da war wohl der Praktikant am Werk. 😂 Nicht ganz so lustig finde ich, dass ich mich auf der Second-Hand-Plattform nicht anmelden kann um meine Anfragen zu checken. Der Support schnallt nicht, was das Problem ist und sendet Standardantworten, das kann ich ja immer gut leiden... Im Laufe des Tages verschlimmbessert sich das Problem. Auch hier vermutlich gerade ein Praktikant am Werk. 

Für die Abendstunden hatte ich vorsorglich ein paar Klumpen Eis eingefroren, die dann in ein erfrischendes Fußbad kommen. Kühles Getränk und ein Buch dazu. Könnte alles schlimmer sein. 😎 Ich hatte sogar überlegt mir ein kleines Planschbecken auf die Terrasse zu stellen. Aber dann wiederum weiß ich ja auch, dass ich kommenden Sommer sehr wahrscheinlich nicht mehr hier wohne und wer weiß, wie viel Platz ich künftig habe. Also lassen wir das mal.

Dann gibts einen leckeren Salat zum Abendessen mit Avocado, Schinken, Walnüssen und Ziegenkäse. Lecker, aber so richtig Appetit habe ich heute nicht. Was ist denn da los?? 

Anschließend bekommen die Blumen noch Wasser und ich dann gleich in der Dusche auch noch. Und dann ist auch schon wieder der Tag rum.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel





Sonntag, 26. Juli 2020

Countdown

So, die letzten Stunden sind angebrochen. Ab Morgen darf ich nicht mehr sagen, dass ich 39 bin. Die Karte eines Lieblingsmenschen kam gestern schon an. Und da stand sie dann so, die 40...

Schon echt komisch, wenn ich so an meinen 30. zurück denke. Das war doch erst vor zwei Jahren? Aber es ist schon so einiges passiert in den letzten Jahren.

Ich habe mich unselbstständig gemacht. Zum ersten Mal bezahlter Urlaub, das war echt der Hammer 😁 Dann habe ich mit Blut, Schweiß und Tränen mein Abendstudium durchgezogen. Aufgrund rasanter Entwicklung bei meinem Arbeitgeber, wurde das echt zur Zerreißprobe. Aber ich wollte das schaffen und war so froh, als ich aus der mündlichen Prüfung kam und ab dann abends und am Wochenende nicht mehr an die Bücher musste.

Und ich konnte endlich wieder in den Urlaub fahren. Und so habe ich mir dann endlich meinen Traum erfüllt und bin nach New York geflogen. Etliche weitere Trips folgten, aber auch beruflich habe ich die Welt umrundet. Meine 30er waren von vielen Reisen und tollen Erlebnissen geprägt und einer rasanten Entwicklung. Also zumindest beruflich wurde mir so manches Mal bewusst, dass ich nun eigentlich erwachsen bin.

Viele neue Leute sind mir begegnet. Manche blieben, manche gingen wieder. Von ein paar sehr geliebten Menschen musste ich für immer Abschied nehmen. Aber auch das gehört wohl leider dazu, dass mit fortschreitendem Lebensweg ein paar zurück bleiben.

Man sagt ja, 40 ist das neue 30. Und wenn ich so die Generation meiner Eltern und Großeltern sehe, stimmt das auch irgendwie. Selbst mein Vater ist nur acht Jahre zur Schule gegangen. Das war da noch völlig normal. Danach Ausbildung und dann war man mit Anfang 20 schon meist verheiratet und hatte Kinder. Und dann war man mit 40 manchmal selbst schon wieder Großvater oder -mutter. Als Kind kamen mir Menschen in den 40ern auch wirklich alt vor. Gut, so mancher Jungspunt mag das nun auch von mir denken, aber trotzdem ist die Welt heute eine andere. Vielleicht sähe die Sache auch anders aus, wenn ich selbst Kinder hätte.

Trotzdem glaube ich, dass meine Generation heute viel mehr Möglichkeiten hat. Die Technisierung und Globalisierung hat uns ganz neue Türen geöffnet. Und auch, wenn ich meine 30er mit ein paar Stolperern beende, ich denke es dürfte noch sehr spannend bleiben. Immerhin hab ich ja noch knapp drei weitere Jahrzehnte bis zur Rente.

Das Feiern muss dieses Jahr ausfallen. Ich mach mir eh nichts groß aus meinem Geburtstag. Aber mit Corona und meiner derzeitigen privaten Situation ist auch einfach keine Party angesagt. Vielleicht zum 50. dann. Puh, will ich noch gar nicht dran denken...

Immerhin habe ich mir dieses Wochenende mal die totale Entspannung gegönnt. Am Freitag hatte ich schon alle Haushaltspflichten erledigt, inclusive Rasen mähen. Also konnte ich gestern so vor mich hinbummeln, Kuchen backen und abends gabs Tappas. Wenn ich schon dieses Jahr nicht verreisen kann, dann doch wenigstens ein bisschen was kulinarisches aus meinem Lieblingsland. Dazu eine kleine visuelle Reise. Herrlich, unsere Welt ist doch einfach wunderschön.

Heute Morgen gabs dann das Gebäck zum Frühstück. Wie dekadent 😁 Der Kuchen ist super lecker geworden, aber auch ein echtes Monsterteil. Also habe ich der Lieblingsnachbarin direkt mal eine Ladung verabreicht. Er soll sich angeblich gut halten, also dürfte ich die ganze Woche noch was davon haben. Beim nächsten Mal reicht wohl auch das halbe Rezept.

So, ich werde mich wieder in den Chill-Modus begeben, bevor dann Morgen wieder Lernerei und Jobsuche beginnen.

Schönen Sonntag noch allerseits!

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Sonntag, 19. Juli 2020

Happy Birthday!

Heute wird mein Blog schon ein Jahr alt. Die Zeit verfliegt. Vor einem Jahr war die Welt noch eine andere, ohne Corona und so.

Ich hänge heute etwas durch. Gestern Abend bin ich spontan auf Kometenjagd gegangen. Hier sind ein paar Felder in der Nähe, von denen man Neowise recht gut sehen müsste, so dachte ich und immerhin war zum ersten Mal seit Tagen der Himmel einigermaßen klar. Also positionierte ich mich auf einem Feldweg und suchte den Himmel ab. Nach ca. zehn Minuten suchte ich das Weite, nachdem zum dritten Mal ein Auto mit den gleichen merkwürdigen Gestalten an mir vorbeigefahren war. Ist halt einfach nicht so die Gegend hier, wo man abends gern noch vor die Tür geht.

Also weiter zu Aussichtspunkt zwei. Hier kann man aber nicht wirklich halten, da eine Schnellstraße zwischen den Feldern lang geht und die einzige kleine Bucht war bereits von einem anderen Auto besetzt. Daneben standen Leute und suchten offensichtlich ebenfalls den Himmel ab. Auf dem Rückweg hielt ich noch einmal mit etwas Abstand zu dem ersten Feld und siehe da, ein heller leuchtende Punkt erstrahlte am Himmel. Nachdem ich ihn ein paar Minuten beobachtet hatte, konnte ich auch sicher gehen, dass es kein Flugzeug ist. Zum fotografieren war es allerdings inzwischen zu dunkel. 

Aber nun hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Also machte ich Zuhause meine Kamera startklar, stellte den Wecker auf vier Uhr und fuhr noch vor Sonnenaufgang wieder los. Der Himmel war größtenteils klar, bis auf den Bereich, wo der Komet zu sehen sein sollte. Dort tummelten sich dicke Wolken. Ich fuhr dieses Mal noch ein Stück weiter zu einem Museumsbauernhof, um wirklich möglichst wenig künstliches Licht zu haben. War schon etwas gruselig, so ganz allein im dunklen, mitten in der Pampa. 

Alles Warten half leider nichts. Die Wolken wollten nicht weg gehen. Also kroch ich im halb sechs wieder ins Bett.

Morgen startet der Vorbereitungskurs für meine Zertifizierung. Alle Beschleunigungsaktionen führten dazu, dass ich Freitag dann quasi auf die letzte Minute endlich alle Zugänge hatte. Bin mal gespannt. Dass es viel Stoff ist, weiß ich ja schon. Aber ich will die Prüfung wenn es eben geht dann Ende August machen. Und dann endlich einen neuen Job finden. Und dann endlich aus diesem Tollhaus ausziehen. Gerade heute meinen meine Assinachbarn wieder, sie müssten mit lautem Getöse ihre Garage aus ausräumen. Seit dem frühen Morgen ist wieder Geschrei im Hof. War gestern auch den ganzen Tag so. Boah, ich will hier nur noch weg.

Also, ab Morgen dann doppelt Gas geben. Desto schnelle gehts dann hoffentlich.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Mittwoch, 15. Juli 2020

Sternengucker

Wer derzeit in den spät abendlichen oder sehr früh morgendlichen Himmel sieht, könnte Glück haben und etwas ganz Besonderes sehen.

Der Komet "Neowise" ist uns derzeit nämlich so nah, dass man ihn mit bloßem Auge sehen kann. Also wenn keine Wolken da sind, theoretisch. Und nah ist natürlich in kosmischen Dimensionen relativ. Der Komet ist immer noch gut 103 Millionen Kilometer von uns entfernt. Aber gut, so ganz nah will man so ein Geschoss aus Eis, Stein und Gas dann ja auch nicht bei sich haben. Die Dinosaurier konnten ein Lied davon singen...

Jedenfalls dürfte es sich lohnen in den nächsten Tagen öfter mal in den dunkeln Himmel zu sehen. So ganz oft kriegen wir Kometen nicht so gut (also mit bloßem Auge) zu sehen. Das letzte Mal ist auch schon wieder mehr als 20 Jahre her. Und Neowise im Speziellen wird man auf der Erde erst wieder sehen, wenn wir hier alle schon lange Staub sind. Denn das wird erst in ca. 7000 Jahren wieder passieren. Naja, vielleicht ist dann hier auch gar nix mehr zu sehen oder niemand mehr, der sehen kann. Wer weiß das schon.

Aber ich finde so große Zeitspannen ja immer sehr interessant und musste gleich mal nachsehen, was hier das letzte Mal so los war, als Neowise an der Erde vorbei flog. Also es sollte definitiv dunkler gewesen sein. So 4000 bis 5000 vor Christus. Aber da Kometen ja Überreste aus der Entstehung unseres Sonnensystems sind, dürfte die Erde in den letzten ca. 4,6 Milliarden Jahren immer mal wieder anders ausgesehen haben. Immerhin dürfte der Komet hier dann ja jetzt schon zum etwa 657.148. Mal vorbeikommen.

Also beim letzten Mal haben ca. fünf bis sieben Millionen Menschen auf der Erde gewohnt und waren gerade dabei das Rad zu erfinden. Aus Eurasien schwappte die neue Mode nach China herüber, Haustiere zu halten. Die Vorzüge des Ackerbaus sprachen sich langsam herum und die Menschen fingen sogar an Pflüge zu nutzen. Pferde wurden domestiziert. Die ersten Sachen aus Gold und Kupfer wurden hergestellt. Damals war die Sahara grün. Der Meeresspiegel hob sich um ca. 2,5 bis 4 Meter über das Niveau, was wir kennen (die Niederländer hätten also ziemlich nasse Füße gehabt, wenn es sie schon gegeben hätte).

Die Menschen waren also schon auf einem recht guten Weg. Wenn man noch einmal ca. 7000 Jahre zurück schaut, werden die Infos schon dünner. Damals ging eine sehr kalte Periode der Eiszeit zu Ende und es wuchsen wieder Bäume und Wild siedelte sich an. Die Speere, die zur Mammutjagd gute Dienste taten, wurden unpraktisch und Pfeil und Bogen wurden erfunden. Irgendwann um die Zeit (vor ca. 13.000)  könnte auch ein Meteorit eingeschlagen sein. Die Temperatur sank stark ab. Große Tiere, wie das Mammut starben so um die Zeit wohl auch aus. Es wurden aus der Zeit Mammuts gefunden, die noch unverdautes Futter im Magen hatten und scheinbar stehend eingefroren waren. Also irgendwas krasses muss passiert sein. Erste Hunde wurden als Haustiere gehalten. Und erste Menschen konnten schon Brot backen, obwohl der Ackerbau noch nicht so verbreitet war. Vermutlich sammelten die Menschen Körner von Wildgräsern.

Wenn ich so an mich denke, die einfach googelt, wenn sie nicht weiß, wie man was backen soll. Vor 14.000 Jahren haben die Menschen auch ganz ohne Youtube verstanden, dass man Körner malen, mit Wasser mischen und dann backen kann. Angesichts der Umstände, finde ich diese Transferleistung genial.

Tja, und nun stehen wir hier. Wieder mal ca. 7000 Jahre rum und wissen nicht nur, dass es Neowise gibt, wir können sogar Selfies mit ihm machen. Ich würde ja so einiges geben um zu wissen, was in 7000 Jahren hier los ist.

Sobald hier die Wolken endlich mal weg sind, werde ich wohl auch mal einen Nachtspaziergang übers Feld einlegen. Denn je dunkler es ist, desto größer die Chance, dass man ihn gut sehen kann. Am 23.7. ist dann übrigens der Erde am relativ nahsten. Am besten zu sehen sein soll er jeweils 45 Minuten vor Sonnenaufgang oder 45 Minuten nach Sonnenuntergang.

Also viel Spaß beim Sterne gucken und nicht vergessen, einen neuen Eintrag in die Liste erlebter historischer Ereignisse zu machen.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel


Montag, 13. Juli 2020

Plattfüße

Puh, ich habe fertig für heute.

Nachdem heute endlich meine Unterlagen für den Zertifizierungslehrgang hier eingetrudelt sind, habe ich die ganze Sache mal etwas beschleunigen wollen. Schließlich soll es kommende Woche ja losgehen. Also erst noch irgendwelche Dokumente ausgefüllt und ab zum Copyshop. Denn ich habe keinen Drucker Zuhause. Der erste Laden hatte, trotz anders lautender Info im Netz, geschlossen. Super... Also noch mal um den Pudding fahren. Den anderen Laden hatte ich vermieden, weil man da immer ewig laufen muss, mangels Parkplatz.

Dort angekommen also erstmal gefühlte fünf Kilometer unter der sengenden Mittagssonne gelaufen. Denn statt den angesagten 24 Grad, hatten wir 29. Schwitz...

Im Laden musste ich husten. Der Typ hat mich voll geschockt angeschaut. Ich hatte aber gerade echt keine Lust was zu erklären. Er nahm dann ein Stück Pappe und schob damit mein Geld in eine Dose, statt es in die Kasse zu legen. Kommt vermutlich auf den Sondermüll.

Weiter zur Arge. Ebenfalls kleiner Fußmarsch inbegriffen. Sengende Sonne, Haupteingang zu. Briefkasten? Einmal ums Gebäude rum. Ufz. Dann müsste ich mal wohin und denk mir, spring schnell in den Ikea. Die haben WCs im Erdgeschoss. Oder auch  nicht. Also in den ersten Stock. Von da gehts aber nicht mehr zurück, sondern erst durch das Quengelware-Labyrinth.

Zurück ins Auto. Wasser stand in der Sonne. Lecker... (not)

Ab auf die Autobahn, denn die anderen Unterlagen mussten nach Düsseldorf. Nun hat diese Stadt wirklich schöne Ecken. Tolle alte Häuser und der Medienhafen ist auch sehr chic. Aber wer auch immer die Straßenplanung gemacht hat, muss sturzbesoffen gewesen sein. Die Straßen in Düsseldorf nehmen Wendungen, die niemand je vermuten würde. Und dann noch alles voller Fahrradfahrer. Einer konnte sich gerade noch retten, in dem er mich laut anbrüllte. Was fährt der Idiot auch über rot? Ich brüllte zurück, weil mir das mit den offenen Fenstern grad nicht bewusst war. Upsi  😁

Aber echt mal. Navi sagt: Geradeaus fahren. Da steht aber ein Haus. Solide aus Stein gebaut. Die Logik sagt also: Geht nicht! Ich fahre also rechter Hand an dem Haus vorbei und will dann geradeaus. Das Navi nölt, denn ich soll eigentlich rechts abbiegen. Das soll mal wer verstehen!?! Dann lande ich an einem Stoppschild, was mitten auf der Straße steht. Mehrere kleine Pädkes kommen hier zusammen. Ich muss von da auf die linke Seite einer dreispurigen Straße. Lasse den Bus durch, sehe der Rest hat rot. Fahre los und da kommt der Radler an. Doofmann...

Nun könnte man auch sagen, der Pott ist auch nicht besser. Und demjenigen würde ich auch Recht geben. Aber hier kenne ich mich nach 17 Jahren aus. Auch wenn ich am Anfang Blut und Wasser geschwitzt habe. Ich kam ja vom platten Land. Heißt anfahren am Berg war mehr Theorie als Praxis und meine Prüfung fand auf einer schnurgeraden Landstraße statt. Und hier dann so: Straßenbahnen, Hügellandschaft, Beschleunigungsspuren die keine sind und so weiter. Am Anfang war ich ein nervliches Wrack. Aber ich hab mich durchgebissen. Nur die Düsseldorfer Straßen werden nicht mehr meine Freunde.

Naja, schließlich habe ich es ohne Kollateralschaden geschafft mein Ziel zu finden. Im Prinzip. Denn an der angegebenen Hausnummer gibt es die Firma nicht. Ich will gerade anrufen, laufe dabei ein paar Meter weiter. Und im Hinterhof, in einem kleinen Anbau, der vermutlich mal ein Stall war, sehe ich das Logo. Da könnte man ja mal einen kleinen Hinweis vorn an die Tür machen, ne?

Egal, mein Wasser ist leer. Ich bin nass geschwitzt und will nach Hause. Aber erstmal muss ich noch einkaufen. Zum Beispiel einen neuen Wäscheständer. Denn meiner rostet. Und zwar vor allem an den Lötstellen der Leinen, was dazu führt, dass nur noch drei dran waren. Das sperrige Ding kollidiert mit der SB-Kasse. Kein Handscanner da und ich kriege den Strichcode nicht mal in die Nähe des Kassenscanners. Die Aufsichtsdame kräht: Das wird so nicht gehen! Ach echt??? Ich bin gerade etwas zu müde und gereizt um nett zu antworten und beiße mir auf die Zunge. Stattdessen ziehe ich die Folie vom Ständer, reiße den Barcode raus und scanne ihn. Take this! Die Kasse ist immer noch nicht kooperativ und will noch zwei Mal die Karte der Aufsicht. Sie bleibt dann direkt mal neben mit stehen, für den Fall der Fälle.

Was lange wärt... Zur Post muss ich jetzt auch noch. Als ich die lange Schlange sehe, ziehe ich ganz old school eine Marke aus dem Ekelautomaten. Hab ja Feuchttücher dabei. Nicht nur für die Hände, da kann man auch eine Briefmarke mit zum Kleben bringen 😎

Endlich Zuhause hat die Waschmaschine nicht geschleudert. Egal. Muss ich halt nachher noch mal in den Keller.

Und als ich gerade was aus dem Froster holen will, endlich ein Lichtblick. Aus einer Ecke blitzt die Folie eines Eis hervor. Ich dachte, ich hätte keins mehr. Boah, es gibt nix besseres, als ein Eis zu finden, wenn man gerade echt eins braucht 😁

Während die Simpsons laufen, rödel ich hier noch rum. Montags kommen ja immer noch zwei Folgen um 20.15 Uhr. Kann ich also später noch gucken. Dachte ich. Stattdessen läuft da schon wieder so ne Schrott-Show.

Aber egal, ich hatte ein Eis. Und bevor es Morgen wieder regnet, setze ich mich jetzt mit einem kühlen Getränk auf die Terrasse. Reicht für heute.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel
























12 vom 12.6.2025

Der Sommer zieht ein im Pott. Die nächsten Tage werden hochsommerlich. Heute musste ich mich aber erst nochmal ins Büro begeben. Mein letzte...