Dienstag, 27. August 2019

Wenn Träume wahr werden

Facebook hat mich gerade erinnert, dass heute vor drei Jahren ein lang gehegter großer Traum von mir in Erfüllung ging. Ich flog zum ersten Mal nach New York. Meine Traumstadt.

Also ist heute doch der ideale Zeitpunkt den Reisebericht hier zu veröffentlichen.

Dieser Artikel ist laaaaang, weil ich mich bei mich bei meiner Lieblingsstadt nicht kurz fassen kann.

Wann genau ich mich in diese Stadt verliebt habe, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Aber seitdem ich denken kann, wollte ich hin und es mit eigenen Augen sehen. Die Stadt, die niemals schläft – New York.

Doch immer wieder kam das Leben dazwischen und selbst als ich  endlich Flug und Unterkunft gebucht hatte, wollte ich es immer noch nicht glauben. Viele von uns träumen von Dingen und manchmal werden sie wahr, manchmal auch nicht. Manchmal ist es okay, wenn etwas nicht klappt und manchmal wünscht man sich etwas so sehr, dass es fast weh tut. So ungefähr ging es mir mit New York.

Die Wochen vor dem Abflug waren hektisch und erst einen Tag vor dem Abflug kam ich aus Asien von einer Geschäftsreise zurück. In Ruhe packen ging nicht, das Telefon schellte um zehn Uhr und ich wurde ins Büro gerufen (trotz Urlaub). Abends also schnell noch den Koffer neu gepackt, zwei Stunden geschlafen und wieder ab zum Flughafen. Eine Freundin kam aus einer anderen Stadt dazugeflogen und wartete bereits im Transitbereich. Freundin Nummer zwei hatte  gerade eingecheckt und kam zu mir an den Schalter, als mir die nette Dame der Airline stolz verkündete, dass ich Übergepäck habe und dies noch einmal 100 € kosten sollte. Tja, im Stress gepackt, Koffer nicht gewogen, kein Handgepäck dabei. Doch bevor mein Hirn die Arbeit aufnehmen konnte, um sämtliches Duschgel, Shampoo und andere günstig ersetzbare Gegenstände aus dem Koffer zu verbannen, fuhr mir ein riesiger Schreck in die Glieder. Ich hatte meinen Geldbeutel Zuhause vergessen!!!  Nun könnte man meinen, ich fliege nicht so oft und bin etwas unerfahren in Sachen Reisen. Nope! Ich fliege fast mehr, als ich Auto fahre und egal wo ich hingehe, der übliche Griff in die Tasche: Schlüssel, Geld, Handy, ist bei mir so normal wie Atmen. Umso geschockter war ich. Ausgerechnet heute!!!

In Panik pumpte ich meine Freundin an (meinen Pass hatte ich zum Glück  dabei), zahlte die unverschämte Gebühr für ein dünnes kleines Kilo Übergepäck und riss das Handy aus meiner Tasche und versuchte meine Freundin und Nachbarin zu erreichen, welche mich grad erst vor dem Terminal abgesetzt hatte. Gesetzestreu wie sie ist, nahm sie natürlich nicht während der Fahrt ab. Endlose 15 Minuten später erreichte ich sie und schickte sie auf die Suche. Im Auto – nichts. Im Wohnzimmer – nichts. Küche, Schlafzimmer – nichts. Ich war dem Nervenzusammenbruch nahe. Meine Mitflieger versuchten mich zu beruhigen und sicherten mir Kredit zu. Aber das war keine Option für mich. Ich wollte so richtig shoppen gehen, nicht auf den Cent schauen müssen, all die hart verdiente Kohle auf den Kopf hauen. Der Urlaub schien mir ruiniert bevor er angefangen hatte.

Da kam aus dem Handy ein überraschter Ton meiner Suchagentin. Im Bad lag völlig unschuldig auf der Toilette meine Geldbörse mitsamt bereits getauschter  Dollars und Kreditkarten. Wie auch immer sie dahin gekommen war!?! Nun schnell in ein Taxi geworfen, war sie auf dem Weg zum Flughafen. Denn meine Fahrerin fährt nur ungern Auto und hatte mich unter viel Überredung hingefahren. Nochmal hin und zurück traute sie  ihren Nerven nicht zu.

Freundin Nummer zwei spendierte erstmal eine Runde Kaffee. Gott sei Dank wohne ich nicht weit vom Flughafen entfernt. Jetzt durfte nur kein Stau, Unfall, Erdbeben oder ähnliches mehr passieren. Den Taxifahrer hätte ich knutschen können, als er endlich mitsamt dem ersehnten Geld vor mir stand. Noch einmal 70€ aus der Reisekasse weniger. Aber nun konnte ich endlich zum Gate gehen.
 So turbulent gestartet und mit viel Tratscherei mit meinen Mädels verging der Flug wie nichts. Erst als ich meinen Fuß am JFK-Airport aus dem Flugzeug setzte wurde es plötzlich Realität. Nun stand ich endlich da, mit meinem viel zu schweren Koffer und sollte für zwei Wochen hautnah die Stadt erleben, die mir manchmal vor Fernweh die Tränen in die Augen getrieben hatte. Hört sich vielleicht blöd an, dass man etwas so vermissen kann, wenn man es noch nie gesehen hat. Ist aber so.
Zuerst ging es für uns durch die Passkontrolle. Zu dritt wurden wir quasi „verhört“. Jedoch konnte sich die Zollbeamtin das Lachen auch nicht ganz verkneifen. Ein paar Fragen wurden uns gestellt, woher wir kommen, was wir hier machen, woher wir und kennen. Und ich musste feststellen, dass weder Freundin Nummer eins, noch Freundin Nummer zwei wusste, wie viele Geschwister ich habe. Tststs…  J


Der Big Apple empfing uns dann von seiner besten Seite. Hitze, Abgase und ein fluchender indischer Taxifahrer, der nicht verstehen wollte, warum wir ihm nicht den Weg erklären konnten. Unser Basecamp lag in Brooklyn und ich hatte einen Ausdruck des Stadtteils nebst kreuzender Straßen ausgedruckt. Half ihm nicht. Die Stimmung im Auto sank auf gefühlte Minus 45 Grad, trotz nicht laufender Klimaanlage und 35 Grad Außentemperatur.

Nach ca. 45 Minuten Fahrt waren wir dann aber an unserem Appartement angekommen. Nett in einer typischen Brownstone-Siedlung gelegen, hatten wir es über ein Portal gemietet. Nur unser Vermieter war nicht zu entdecken und mein Handy tat sich etwas schwer mit der US-Nummer. Also zogen wir mitsamt Gepäck erst einmal zum nächsten Deli und deckten uns mit Snacks und Getränken ein. Auf dem Rückweg meldete  sich auch endlich der Gastgeber und wir konnten in unser Appartement einziehen, inklusive historischem und leicht renovierungsbedürftigem Ambiente.
Aber wir waren endlich in New York!

Gleich am ersten Abend wollten wir zu einem Footballspiel gehen, was uns quer durch die Stadt rüber nach New Jersey führen sollte. Nachdem der Automat endlich unsere Metrokarten ausgespuckt hatte, wir die Krux der Drehkreuze überwunden hatten und fast einen Hitzschlag auf dem Bahnsteig bekommen hatten, ging es also los. Bis zur Penn Station und dann immer den Menschenmassen nach.
Nun bin ich als Ruhrpottkind durchaus schon in großen Stadien gewesen, aber das MetLife Stadium war gigantisch. Mir grummelte es etwas im Magen, denn wir sollten fast ganz oben sitzen und schon bei der Auswahl der Tickets meldete sich die Vernunft und erinnerte mich charmant an meine Höhenangst. Jedoch hatte ich mich dem Gruppenzwang ergeben und ich wollte immer schon einmal ein Spiel live erleben und dann auch noch Jets gegen Giants. Perfekt.

Am Stadion angekommen, waren wir alle schon etwas müde. Keiner der beiden Teams zugehörig gekennzeichnet, ließ sich Freundin Nummer zwei von einem Ordner abweisen. Hier nur Zutritt für Jets-Fans. Noch bevor ich Luft holen konnte, ging Freundin Nummer zwei schon weiter. Begleitet von schallendem Gelächter des Ordners, von Freundin Nummer eins und mir. Hochroten Hauptes kehrte sie um und musste sich die nächsten zwei Stunden unseren Spott anhören J

Über etliche endlos lange Rolltreppen erreichten wir schließlich unsere Ebene, mussten Formulare ausfüllen, um Bier zu bekommen (ernsthaft) und durften dann endlich zu unseren Plätzen. Und wie es die Vernunft schon prophezeit hatte: Es war verdammt hoch, verdammt weit und die Höhenangst protestierte auf der Stelle. Knappe zehn Minuten hielt ich durch und versuchte mich zu beruhigen. Keine Chance. Noch vor dem Beginn des Spiels musste ich wieder raus. Da ich den Mädels nicht den Spaß verderben wollte, trat ich die Heimreise allein an. Endlich in Brooklyn angekommen, wählte ich zielsicher den falschen U-Bahn-Ausgang und bemerkte nach ca. 5 Minuten Fußmarsch, dass ich mitten im Ghetto gelandet war. *schluck* Ich sah schon die Schlagzeile im täglichen Käseblatt: Deutsche im New Yorker Ghetto erschossen…

Mit hocherhobenem Haupt drehte ich um und marschierte zurück. Dass genau an dieser Stelle zwei Tage später tatsächlich Menschen erschossen wurden, lasse ich mal unerwähnt. Ich war heilfroh, als ich endlich ins Bett durfte. Nur um eine knappe  Stunde später wieder aufzustehen, weil der Rest der Reisegruppe den zweiten Schlüssel vergessen hatte…

Am nächsten Morgen hielt es uns natürlich nicht lang in den Betten. Nach einem schnellen Frühstück
mit Cream-Cheese-Bagels vom Shop um die Ecke (soooo gut!)  und einem schnellen Einkauf im Supermarkt (nicht so gut, da wahnsinnig teuer) zog es uns natürlich direkt ins Herz von Manhattan. Nach ein paar Aaahhs und Ooohhs am Times Square ging es erstmal mit einem der roten Touribusse durch Midtown und Downtown. Viele Bilder wurden geknipst und der erste Sonnenbrand war auch fällig. Wir hatten uns extra den Spätsommer ausgesucht, um die größte Hitze zu umgehen. Aber sie hatte extra auf uns gewartet und sollte uns nun 14 Tage lang grillen.

Gut durchgebraten ging es weiter zur Grand Central Station und mein Fotografenherz ging auf. Die
alt ehrwürdige Station ist einfach eine Augenweide. Massiver Stein, große Bögen, der Sternenhimmel, die Marmortreppen, die berühmte Uhr in der Mitte der Halle, an der so viele erste Dates beginnen. Das Ganze wirkt eher wie eine Kathedrale. Von außen wirkt sie schon mächtig, aber dann zoomt man etwas in die ferne und in Mitten der Wolkenkratzer wirkt sie dann fast niedlich. Irgendwie übrig geblieben aus einer anderen Zeit. Wunderschön…

Leider haben wir uns nicht genug Zeit genommen, den ganzen Bahnhof zu erforschen. Aber dazu sollte ich ein anderes Mal noch Gelegenheit haben…  Ansonsten wurde über diesen Ort vermutlich alles schon geschrieben. Viele tolle Infos zur Grand Central gibt’s hier:

Zurück ging es noch einmal über den Times Square, auf dem es auch um zehn Uhr abends taghell von den unzähligen Werbebannern und unglaublich voll war. Die letzte Sommerferienwoche war in den USA angebrochen und es schien, als wenn sämtliche Amerikaner diese in der Stadt verbringen wollten. Dazwischen Straßenkünstler und diese gruseligen Comicfiguren, die versuchen Touristen in ihre Fotofallen zu locken. Nachdem es mit diesen Darstellern immer wieder Ärger gab, sind inzwischen farblich gekennzeichnete Zonen auf dem Boden markiert und nur dort dürfen sich die Figuren aufhalten. Aber wehe dem Touri, der auf die Flächen gerät. So müssen sich Fliegen im Spinnennetz fühlen…

Wer übrigens vom Times Square mal eben nach Hause und in die Welt winken möchte: Wer links an den roten Treppen vom Duffy Square vorbei läuft, läuft auf die Earthcam zu. (http://www.earthcam.com/usa/newyork/timessquare/?cam=tsstreet)

Unter den Stufen befindet sich die Verkaufsstelle für ermäßigte Broadway und Off-Broadway-Shows. Reinschauen lohnt sich. Man kann dort tolle Schnäppchen machen. Aber es kann sich auch lohnen, morgens früh sich direkt bei den Theatern für Shows am Abend anzustellen. Wir haben so tolle Karten für Kinky Boots  bekommen. Es war super!

Schon am ersten Abend qualmten uns ordentlich die Füße und von nun an galt bei der Wahl des Schuhwerks nur noch eines: Bequemlichkeit. Ich hatte verschiedene Sneakers und Turnschuhe dabei. Es stellte sich heraus, dass ausgerechnet meine Sandalen für Abendausflüge die bequemsten Schuhe waren. Under- oder overdressed kann man in NYC nicht sein, also wurden sie zu meinen besten Begleitern.

Am nächsten Morgen sengte die Sonne schon wieder vom Himmel, also zog es uns aufs Wasser. Wir hatten nicht geplant, die Freiheitsstatue direkt anzusteuern und so fuhren wir mit der Staten Island Ferry einfach daran vorbei. Man kann Lady Liberty vom Wasser aus wirklich gut sehen und das Beste daran: Die Fähre ist kostenlos. Wir sicherten uns schnell ein paar gute Plätze am Heck und hatten einen genialen Blick auf Manhattan. Entgegen dem, was in Reiseführern steht, kann man jedoch nicht direkt an Bord bleiben und zurück fahren. Man muss einmal runter und auf die nächste Fähre rauf. War aber auch kein Problem. Zwischendurch gönnten wir uns kurz einen Kaffee im Hafen und schauten auf die Skyline.

Natürlich wurde auch fleißig geknipst. Freundin Nummer eins ist ein ganzes Stück kleiner als ich und als sie ein Foto von uns beiden bei Facebook hochladen wollte, wollte die Gesichtserkennungsfunktion doch allen Ernstes meinen Brüsten Namen geben!?!? Dieses Mal hatte ich die Lacher auf meiner Seite…


Seeluft macht hungrig also schnappten wir uns diverse Leckereien und machten Picknick im Central Park. Umgeben von zahllosen Eichhörnchen lässt es sich dort super Menschen beobachten. Wir fühlten uns kein bisschen schuldig zu mampfen, während eine Gruppe Jugendlicher bei brüllender Hitze Sprints übte.

So richtig in den Tritt kamen wir an diesem Tag nicht mehr und wanderten noch ein bisschen durch Midtown um dann recht früh zum Appartement zurück zu kehren und Pläne für die nächsten Tage zu machen. Vorbei ging es an einer der zahllosen Drug Stores um kühlende Mittel für die geschundenen Füße zu kaufen. Und hier zeigten sich auch direkt die kulturellen Unterschiede. Man kann zwar allerlei rezeptfreie Dinge kaufen, die in Deutschland nicht mal mit Rezept zu haben wären. Aber als ich nach Heparinsalbe fragte (der Ermüdungsbruch im linken Fuß zwickte auf), erhielt ich die völlig entsetzte Antwort, dass so etwas nur als Injektion und NUR auf Rezept zu haben sei. Okaaaay…

Zurück in der Unterkunft wurden dann Betten getauscht. Als Freundin Nummer eins und ich gebucht hatten, war Freundin Nummer zwei noch unentschlossen. Also haben wir etwas mit zwei Schlafzimmern und einer Schlafcouch gebucht, für den Fall der Fälle. Nun war ich auf der Couch dran. Kurz nachdem das Licht ausging, fing das Rascheln an. Ich so in die Dunkelheit: Mädels, was macht ihr? Keine Antwort. Das Rascheln wurde lauter. Also wieder Licht an und in Richtung Geräusch (Küche) getapst. Küche und Wohnbereich waren offen, also ein Raum. Ich bin fast am Mülleimer angekommen, da rennt mir etwas kleines Schwarzes über die Füße. Nun bin ich nicht so ein Mädchen, das Angst vor Nagern hat, aber nachts in der Küche brauch ich sie nicht. Also mit einem Satz auf einen Hocker gesprungen und lautes Geschrei. Der Rest der Reisegruppe war schlagartig wach und kam um mir vermeintlich das Leben zu retten, angerannt. Todesmutig wurde eine Mülltüte angehoben und da rannte es schon wieder. Aber immerhin war nun klar, es sind „nur“ Mäuse, keine Ratten.

Bei Ratten hört der Spaß bei mir auf. Ich bin ländlich aufgewachsen und weiß, was die Viecher anrichten können. Gut, Mäuse sind auch nicht grad hygienisch und sie hatten es bereits geschafft, sämtliche Vorräte in den Schränken anzubeißen. Lebensmittel in New York sind verdammt teuer, selbst in der nicht gerade exklusiven Nachbarschaft, in der wir wohnten. Also alles in die Tonne. Der Vermieter bot an, den Schaden zu ersetzen, wir baten stattdessen um einen Kammerjäger.  Der niemals kam. Stattdessen versuchten wir uns mit Hausmitteln wie Essig und Mundwasser zu retten. Ohne Erfolg. Die Biester knabberten nun an Holz und Dämmung und rannten auch mal nachts über die Betten. So richtig gut geschlafen haben wir die restliche Zeit nicht mehr.

Ein kleiner Exkurs zu Vermittlungsdiensten für Appartements (Namen brauch ich wohl nicht nennen,
sie sind aus Funk und Fernsehen bekannt). Schlechte Bewertungen werden versteckt. Gute Bewertungen sind nicht zwangsläufig die Neuesten, scrollt also komplett durch. Es lohnt auch den Vermieter an sich anzuklicken, dann sieht man alle Bewertungen. Macht euch die Mühe und jagt fremdsprachige Berichte durch den Übersetzer. Haben wir nicht gemacht/gewusst, sonst hätten wir gesehen, dass schon seit mindestens vier Jahren Untermieter mit vier Pfoten in dem Appartement leben. Kein Wunder, dass die Biester so zutraulich waren. Als ich es später in einer Bewertung schrieb, wurde ich übelst vom (sonst eigentlich netten) Vermieter beschimpft und bedroht und er schrieb dann in einer Bewertung über mich, dass wir das Appartement zerstört und Drogen genommen hätten. Der Anbieter hat es nach viel Theater dann gelöscht. Aber die Erfahrung mit solchen Seiten reicht mir erstmal…

Den Spaß verderben lassen, wollten wir uns trotzdem nicht und am nächsten Tag legten wir richtig los. Zum Auftakt des Tages besuchten wir Ground Zero. Die großen Pools mit den Namen der Opfer vom 11. September sind beeindruckend und auch etwas bedrückend. In manchen Namen steckten Rosen oder US-Flaggen.  Wenn man sich die Fläche der Türme ansieht und wie nah dort andere Gebäude stehen, ist es fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert ist. Wären die Türme gekippt, statt einzufallen. Man will es sich nicht ausdenken.

Die Sicherheitsvorkehrungen um das Denkmal waren enorm, aber der 15. Jahrestag stand auch kurz bevor. Auf das One World Obeservatory sind wir nicht gefahren. Wir hatten uns für Top of the Rock und Empire State Building entschlossen. Stattdessen besichtigten wir die neue U-Bahnstation, welche erst kürzlich geöffnet hatte. Sie ist wunderschön. Ganz in weiß und riesig groß. Von außen soll sie an eine Friedenstaube oder auch einen aufsteigenden Phoenix erinnern und ist geschwungen. Tolle Architektur. Ein Blick hinein lohnt sich auch auf jeden Fall. Nett zu wissen: Die Station wurde zehn Jahre zu spät fertig und schoss locker zwei Milliarden Dollar am Budget vorbei. Der New Yorker BER quasi J

Ansonsten war Ground Zero auch nach 15 Jahren noch teils eine Baustelle. Weitere Gebäude wurden inzwischen hochgezogen. Ich finde es fast ein bisschen schade, denn die Einzigartige Architektur tritt bei so zusammen gedrängten Gebäuden in den Hintergrund. Unser Bustour-Guide klärte uns übrigens auch über die Sicherheitsmaßnahmen beim Bau auf. Mal ganz von den Betonsperren rund um die Gebäude abgesehen, wurde das One World Trade Center architektonisch so gesichert, dass ein Schaden wie vom 11. September nicht noch einmal entstehen könnte. Hoffen wir einfach mal, dass dies nie unter Beweis gestellt werden muss.


Ein weiteres Highlight des Tages war der Highline Park im Meatpacking District. Ein altes Hochgleis wurde komplett begrünt und schlängelt sich mehr als zwei Kilometer zwischen Häusern entlang. Die Aussicht ist super und man kann Mitten in der Stadt etwas Ruhe tanken. Die Schienen sind zwischen den Pflanzen noch sichtbar und die eine oder andere Kunstinstallation findet sich auch. Die Highline wird noch weiter ausgebaut. Widerkommen lohnt sich. Bevor wir jedoch auf die Gleise stiegen, mussten wir natürlich endlich den berühmten New Yorker Hot Dog von einem der Straßenkarren probieren. Wir wurden sofort als Deutsche enttarnt und nach dem Oktoberfest gefragt J Der Hot Dog dagegen war etwas geschmacksneutral. War gut fürs Foto. Muss nicht nochmal sein J
Mit schon gut plattgelaufenen Füßen schleppten wir uns zurück nach Midtown und ließen uns mexikanisches Essen bei Lucy’s Cantina Royale schmecken. Freundin Nummer eins ist für ihre manchmal sehr „grazile“ Art bekannt und zerlegte Ihre Tacco-Salatschüssel auch sofort mit lautem Getöse. Der Lachanfall wollte und wollte nicht enden. Ich wurde auch nicht gefragt, ob ich noch ein Bier haben wollte. Komisch…

Frisch gestärkt ging es weiter zum Rockefeller Center um uns unsere Plätze auf dem Top of the Rock zu sichern. Wir mussten noch etwas warten, bis wir hoch durften. Also liefen wir ein paar Mal ums Eck uns standen plötzlich vor der St. Patricks Kathedrale. Sie ist wunderschön, wie sie da so zwischen modernem Glas und Stahl steht. Direkt nebenan an reihen sich die Nobelgeschäfte der Fifth Avenue. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um St. Patricks auch von Innen zu sehen. Aber ich sollte schneller als Gedacht noch einmal wiederkommen… J
Doch der Ausblick, den wir kurze Zeit später vom 70. Stock des Top oft he Rock hatten, war einfach unglaublich. Wir waren im Dunklen oben und spätestens jetzt weiß jeder, warum es heißt, die Stadt schlafe nie. Sie ist ein unglaubliches Lichtermeer. Sie summt vor sich hin und raubt einem den Atem. Ich wäre am liebsten nie wieder runter gefahren. Es war traumhaft schön. Mitten drin ein großer dunkler Fleck – der Central Park. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu knipsen und werde garantiert wiederkommen.

Hoch oben gefiel es uns sehr, also steuerten wir eine der vielen Rooftop-Bars an. Die 230 Fifth um genau zu sein. Tolles Ambiente und ein toller Blick. Ich war nur einfach schon so platt und konnte es kaum genießen. Auch die Lounge unter der Dachterrasse sah sehr gemütlich aus und im Winter stellen sie kleine Zelte aufs Dach. Hier kann man also das ganze Jahr über sehr nett essen und trinken.

Am nächsten Tag ließen wir es ruhiger angehen. Ein bisschen bummeln und viele Kaffeepausen mit Leute gucken war angesagt. Wer sich wundert, warum es so viele Skechers Schuhläden in NYC gibt: Nach ein paar Tagen will man nur noch eins: Bequeme Schuhe. Außer den butterweichen Skechers gibt es nichts, was noch zum Laufen taugt. Kurzerhand versorgten wir uns mit ein paar der günstigen Tretern und konnten für ein paar Stunden zumindest schmerzfreier laufen. Nicht gerade standesgemäß bekleidet steuerten wir zum Abend hin Eataly an. Hier gibt es alles, was das kulinarische Herz begehrt, inklusive kleiner Zonen, wo man auch vor Ort essen kann. Ziemlich versteckt in einer Ecke liegt der Aufgang zur Rooftop-Bar La Birreria. Das Essen war super lecker und das Dach lässt sich öffnen und schließen, so dass uns ein paar Regentropfen auch nichts ausmachten.

Frisch gestärkt machten wir uns zur letzten Etappe des Tages auf. Einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge.  Es war schon recht spät, so dass kaum noch Leute auf der Brücke waren. Der Fußweg besteht aus Holz, was meiner Höhenangst etwas zu schaffen machte. Dennoch war der Anblick der Skyline der Wahnsinn. Auf der anderen Seite angekommen, suchten wir noch eine Weile unsere U-Bahnstation. Jeder Schritt tat weh. Aber immerhin war es noch sehr warm. Ich liebe diese lauen Sommernächte.

Die U-Bahnstationen hingegen sind die reinsten Backöfen. In den Trains wird man dann direkt brutal durch die Klimaanlage abgekühlt. Es empfiehlt sich, immer eine leichte Jacke o.ä. dabei zu haben.   Dennoch kommt man auf diese Weise gut überall hin. Das Netz ist gut ausgebaut und überschaubar. Es empfiehlt sich eine Karte bzw. die Offline-Map auf dem Handy zu haben. Häufiger fallen Linien aus. Aber es gibt immer Ersatz. Die Ansagen in den Zügen sind selbst für geübte Englischsprecher nicht immer gut zu verstehen. Aber entsprechende Infos hängen an den Bahnsteigen aus. Es gibt local Trains, die überall halten und fast Trains, die eben nicht überall halten. Auf den Karten ist eingezeichnet, welche Linie wo hält. Wirklich einfach zu durchschauen. Oft gibt es zwei Gleise für local und fast Trains. Nachts fahren sie meistens alle vom gleichen Gleis. Einfach auf die Beschilderungen achten. Notfalls einfach wieder aussteigen und zurück fahren, wenn es doch ein Schnellzug war. Nicht, dass uns das nicht hin und wieder mal passiert wäre J

Wer mindestens zehn Fahrten und mehr macht, kauft sich am besten eine Wochenkarte für 30 Dollar. Dann kann unbegrenzt gefahren werden. Die Swipe-Terminals sind am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber auch die Locals krachen immer mal wieder ins Drehkreuz. Wenns mal länger dauert, empfiehlt es sich die Locals erst vorbei zu lassen. Dann bleibst entspannt J Also nicht abschrecken lassen.

Doch der New Yorker ist nicht immer nur gehetzt und genervt. Nachdem  unsere erste Wochenkarte abgelaufen war, mussten wir nachts noch eine neue ziehen. Von drei Automatennahm einer Bargeld, einer nur Karte und einer gar nichts – Out of Service. Ich zückte meine Karte, Freundin Nummer eins hatte keine. So wurde die Schlange hinter ihr immer länger, denn Scheine wollte ihr Automat auch nicht und so wurden hektisch Münzen gesucht. Die Tatsache, dass wir an dem Abend feuchtfröhlich gefeiert hatten, beschleunigte die Sache natürlich auch nicht gerade… Ich hielt mich in der Nähe auf, bereit Freundin Nummer eins jeder Zeit gegen ungeduldige Stadtbewohner zu verteidigen. Doch stattdessen traten plötzlich ein paar nette Menschen zu ihr und halfen das Ungetüm von Automat zu bändigen. Kein Gepöbel, kein Gedrängel, einfach nett und schnell geholfen.

Einige U-Bahnstationen haben übrigens Eingänge nur für die Uptown- oder Downtown-Trains. Erwischt man hier die falsche Richtung, lässt sich die Karte nicht direkt auf der anderen Seite wieder durchziehen. Aber in den kleinen Häuschen sitzen meist Mitarbeiter, die einen dann reinlassen oder man bittet Passanten, den Notausgang zu öffnen. Dieser wird so oder so ständig als Durchgang benutzt. Aber eigentlich ist es nicht erlaubt. Ich denke aber, man wird nachsichtig mit Touristen sein. War für uns nie ein Problem.

Am nächsten Morgen schliefen Freundin Nummer eins und ich aus, während Freundin Nummer zwei schon früh loszog um uns Karten für Kinky Boots zu besorgen. Gegen Mittag machten wir Nachzügler uns dann auch auf nach Manhattan und besorgten im Gegenzug Karten für eine Bootstour rund um Manhattan. Touriprogramm pur J Unterwegs erwischte uns dann ein ordentlicher Regenguss. Auch die noch schnell gekauften Regenschirme halfen nichts. Binnen Minuten verwandelten sich die Straßen in reißende Flüsse. Denn wenn es in NY regnet, dann schüttet es aus Eimern. Tropfnass retteten wir uns in ein Café. Der Versuch sich auf der Toilette trocken zu legen scheiterte. Außer Betrieb! Also musste Kaffee herhalten. Freundin Nummer eins hatte so ihre Probleme mit der Zuckertüte und panierte uns erst einmal. Klebte mit dem Regenwasser umso besser… Gegen Abend bemerkte ich ein Glitzern an ihrem Hals. Der restliche Inhalt der Zuckertüte war gefunden und der nächste Lachanfall fällig.
Klamm und durchgefroren ging es weiter zum Hafen und schließlich zurück zum Times Square. Im Hershey Store und bei M&M’s mit mannshohen Säulen voller Schokodragees lachte das Schokojunkieherz. Bei den Preisen eher nicht so. Aber die Mission zählte. Inzwischen hatte ich mir auch einen Handkoffer zugelegt, damit ich die guten Sachen auch mit nach Hause bekomme, ohne wieder ein Vermögen für Übergepäck zu zahlen. Nach einem sehr leckeren Essen auf der kleinen aber feinen Dachterrasse der Social Bar (tolles Fingerfood!) ging es dann in unsere Broadway-Show. Die Klimaanlage in Verbindung mit den klammen Sachen war nicht gerade das tollste Erlebnis, aber das Musical war super. Wer große Hallen erwartet, wird enttäuscht sein. Die Theater sind eher klein. Dafür gibt es ständig Shows und man sieht von fast überall gut.

Der nächste Tag startete für mich erst wieder spät. Ich hatte mich erkältet. Die restliche Reisegruppe wollte shoppen, also zog ich gegen Nachmittag Richtung Gramercy Park los. Diese kleine, elitäre Wohngegend besticht durch tolle Fassaden und in der Mitte gibt es einen kleinen privaten Park, zu dem nur eine begrenzte Anzahl an Bewohnern einen Schlüssel hat. Trotzdem sehr schön für eine kleine Fototour. Einige der Hauptakteure des Buches „New York“ von Edward Rutherfurd leben dort und es war schon komisch, plötzlich genau dort zu stehen. Sehr empfehlenswertes Buch übrigens…
Danach ging es weiter zum Hafen. Bei Sonnenuntergang ging es vorbei an der rosagefärbten Skyline Manhattans, hindurch unter der Brooklyn Bridge und auf dem Rückweg vorbei an der Freiheitsstatue. Die Kameras liefen heiß und erneut jagte ein Wow-Moment den nächsten. Als es dunkel wurde, spiegelte sich die Skyline auf dem Wasser. Ich hätte noch Stunden weiterfahren können.

Aber es ging weiter. Im East Village kann man am Wochenende sehr gut ausgehen. Leider waren viele bekannte Läden bis unter das Dach voll. Wir landeten schließlich in einem kleinen Club, wo sich halbstündig Bands abwechselten. Der Unterhaltungswert überwog dem musikalischen Können. Aber wir tranken uns die Sache schön. Gegen Mitternacht schien eine Art Rentnertreff zu beginnen, welcher den letzten Act des Abends ausmachte. Die kleine Bühne krachte unter den acht Mitgliedern fast zusammen und bestand auch hauptsächlich aus politischen Reden des Sängers. Mit lautem „Die Yuppie, die!“ Gebrülle wurden wir schließlich in die Nacht entlassen, um gleich darauf über eine New Yorker Institution zu stolpern: Katz‘s Delicatessen ist für seine unglaublichen Pastrami-Sandwiches , Hot Dogs und Corned Beef bekannt und die zahllosen Promibilder an der Wand.
Natürlich musste es Pastrami sein. Der Preis von 20 Dollar scheint hoch für ein Sandwich, aber die Portion haben wir zu dritt nicht geschafft. Und es war sooooo lecker. Bei Katz’s holt man sich sein Essen am besten selbst an der Theke. Während der Zubereitung bekommt man sogar Kostproben. Mit entsprechend Alkohol im Blut endete der Abend sehr heiter und wir beschlossen schließlich die U-Bahn sausen zu lassen und aufs Taxi umzusteigen. Von lower Manhattan nach Brooklyn gerade mal 20 Dollar. Das leistet man sich doch gern mal.

Am nächsten Morgen musste Freundin Nummer zwei schon die Heimreise antreten. Für uns übrig
gebliebenen ging es zum Streetfoodmarkt Smorgasburg. Direkt am East River gelegen, verkaufen hier jede Menge Straßenhändler teils sehr exotische Speisen. Die Vorabrecherche ergab, dass der Ramenburger der absolute Hit ist. Die Patties bestehen aus Rahmennudeln, in der Mitte eine Bulette. Ich finde, der Geschmack wird dem Hype nicht gerecht, aber wir haben es mal ausprobiert. Die Preise sind für New Yorker Verhältnisse auch okay und man kann in Ruhe Leute gucken oder am Fluss sitzen. Den Brooklyn Flea haben wir leider nicht gefunden, aber ein paar Straßenhändler verkauften hier und da selbstgemachte Bilder und Wiliamsburg ist auch so einen Spaziergang wert.
Anschließend enterten wir einen Supermarkt und machten es uns im Appartement mit Mac und Cheese und anderen Spezialitäten der amerikanischen Küche gemütlich. Für den Abend war ein Sturm angesagt und wir wollten nicht in Manhattan festhängen, wenn es losging. Auf dem Rückweg hatten wir schon gesehen, dass Sandsäcke gestapelt wurden und überall war Feuerwehr und Polizei unterwegs. In den Nachrichten wurden von möglichen Ausmaßen wie Hurikan Katrina gesprochen. Uns war etwas mulmig.

Der Sturm blieb aus und wir machten uns am nächsten Tag auf nach Chinatown. Ich war kurz zuvor in China gewesen und hatte aufgrund von Sprachdifferenzen kein richtiges chinesisches Essen bekommen. Und ich liebe chinesisches Essen. Am liebsten mag ich Ente und wollte so gern mal Peking Ente im Original probieren. Chinatwon ist chinesischer als Peking und Shanghai zusammen. Über mehrere Straßen fühlt man sich wie in eine andere Welt versetzt. Verwinkelte Gassen, tolle alte Läden und jede Menge Restaurants. Peking Ente??? Schien es überall zu geben. Schließlich standen wir vor einem kleinen Laden mit extrem christlichen Preisen. Mir schwarnte etwas. Freundin Nummer eins wollte unbedingt rein. Also gut. Beim Blick in die Karte war dann klar: Hier gibt es alles, aber kein Fleisch! Das was ich bisher an Tofu kenne, hat mich nicht vom Hocker gehauen. Nun kam frittiertes Hähnchen, spicy Pork und Enten-Dumplings in vegetarischer Form auf den Tisch. Und es war wirklich lecker. Gut, Dumplings sind nicht meins, aber die anderen Sachen würden mich durchaus zum Widerkommen locken. Nun hatte ich zwar immer noch keine Ente bekommen, aber dafür hatte sich meine Meinung über Tofu deutlich gebessert.

Wie durch Zufall stießen wir anschließend auf Little Italy. Es ist nur eine kleine Straße Mitten in Chinatown. Und trotzdem betritt man wieder eine andere Welt. Straßencafés und Canoli soweit das Auge reicht. Mit den bunten Fassaden und zahllosen Feuertreppen, muss man zwangsläufig an Westside Story denken. Mitten in Little Italy gibt es einen Weihnachtsladen, der das ganze Jahr geöffnet hat. Musste ich natürlich rein J

Und New York kann man natürlich nicht bereisen, ohne einen ausgiebigen Shoppingtrip. Weiter ging es zu Macy’s am Heraldsquare. Der Laden ist riesig und es lohnt sich bis nach ganz oben zu fahren, denn dort finden sich die letzten Holzrolltreppen von 1902. Damals war Macy’s weltweit eines der ersten Kaufhäuser mit Rolltreppe. Nostalgie pur.

Es lohnt sich hier auf die häufigen Rabattaktionen zu achten. Da lässt sich richtig viel Geld sparen und wer möchte nicht gern später Zuhause Dinge um sich haben, die aus dem Big Apple stammen. Also ich schon J Meine Schmuckschatulle platzt fast und auch in meinem Schrank ist es enger geworden. Kleiner Tipp: SuperDry ist in NYC deutlich billiger als in Deutschland (inzwischen). Auf Kleidung wird übrigens erst ab 110 Dollar Steuer aufgeschlagen. Nochmal gespart.

Während unseres Aufenthaltes in New York stellten wir fest, dass wir den Nationalfeiertag Labor Day miterleben würden. In Brooklyn findet an diesem Tag die riesige West Indian Day Parade statt. Sie ist bunt und laut und es wird viel Gras geraucht. Aber anscheinend stört es nicht mal die Polizei an diesem Tag. In der Nacht zuvor gab es eine Eröffnungsfeier. Dabei gerieten Banden in Streit und es wurden Menschen erschossen. Nur wenige Blocks von unserem Appartement tobte offensichtlich ein Bandenkrieg. So unterschiedlich kann Brooklyn sein. In dem Block, wo wir wohnten, war alles eitel Sonnenschein.

Überall entlang der Parade konnte man an Ständen karibisches Essen kaufen und viele
unterschiedliche Gerichte probieren. Ich entschied mich für Hähnchen. Es war so scharf, dass mir fast das Gesicht in Flammen stand. Aber lecker. Gegen frühen Nachmittag wurde es wieder so heiß, dass wir flüchteten. Gegen Abend fuhren wir nach Williamsburg rüber und von der Rooftop Bar Berry Park hatten wir einen tollen Blick auf Manhattan und die Huckleberry Limo und die Burger waren auch super lecker.

Tags drauf ging ein Traum für mich in Erfüllung. Ich wollte immer schon einmal in das Museum of Natural History. Viele kennen es vielleicht aus den Nachts im Museum Filmen. Es ist wirklich riesig groß und teils hätte ich es mir anders vorgestellt, aber es gibt wirklich viel zu sehen. Am meisten haben mich die Dinosaurier Skelette beindruckt. Man kommt sich doch plötzlich ziemlich klein vor.
Weiter ging es zum Stardust Diner. Die Kellnerinnen und Kellner hier sind angehende Broadway-Darsteller und singen während sie arbeiten. Das Essen ist wirklich gut und das Personal sehr nett. Viele sind sehr talentiert. Ein Erlebnis der besonderen Art. Anschließend machten wir noch einen Abstecher zu McSorley‘s Old Ale House. Eine urige Kneipe, mit Sägemehl auf dem Boden und vielen Bildern und Gegenständen aus vergangenen Zeiten. Der Salon besteht seit 1854. Eine kleine Zeitreise, die sich lohnt. Bier wird direkt im Doppelpack serviert, aber hier kann man eine Weile bleiben.

Auch am nächsten Tag ging es weiter mit dem Träume erfüllen. Ich hatte mir fest vorgenommen, wenn ich je nach NYC komme, kaufe ich mir etwas bei Tiffany (und entgegen zu Ms. Golightly‘s Budget durften es mehr als zehn Dollar sein J). Mit Turnschuhen und Shorts fühlte ich mich etwas fehl am Platz und die Exponate im Erdgeschoss hätte ich mir im Leben nicht leisten können. Aber es gibt ein Stockwerk für die Normalsterblichen, wo auch die berühmten Silberarmbänder verkauft werden. Und eines davon gehört nun mir J Jedes Schmuckstück wird registriert und sollte es je verloren gehen, weist ein kleiner Anhänger den Finder daraufhin, man möge es an Tiffanys zurück senden. Ich hüte mein Armband wie meinen Augapfel, so dass es die Reise nicht noch einmal ohne mich antreten muss J

Weiter ging es durch Midtown, bummeln, Souvenirs kaufen und einfach dort sein. Gegen Abend machten wir uns auf zum Madison Square Park am Flat Iron Building und ließen uns die Burger von Shake Shack schmecken. Mit die besten Burger, die ich je gegessen habe. Die Location im Park ist super im Sommer, auch wenn die Mücken mich ganz schön gepiesackt haben. Aber Shake Shack  hat noch mehr Locations in New York.

Am nächsten Morgen flüchteten wir aus der Stadt. Mit der U-Bahn ging es nach Coney Island. Der urige Freizeitpark liegt direkt am Strand und wirkt sehr historisch und typisch amerikanisch. Leider war er geschlossen. Also machten wir uns über den Boardwalk auf zum Strand und hielten die Füße ins Meer. Zumindest war es der Plan. Die Wellen hatten etwas anderes vor und so war ich binnen Minuten bis zur Hüfte nass. Aber die Sonne brannte wieder vom blauen Himmel. Aber das Wasser ist trotzdem arktisch kalt…
Ich hätte noch Stunden am Strand bleiben können, aber Freundin Nummer eins hatte sich so
dermaßen verbrannt, dass wir uns erst einmal auf die Suche nach kühlendem Gel machten.
Wir machten vorher noch Stopp an einer typischen Fingerfood-Bude und sahen dem am Nachmittag deutlich zunehmenden Treiben am Boardwalk zu. Eine Brücke führt ein ganzes Stück ins Meer und dort wurde fleißig geangelt. Zwischendurch erwischte es mal den einen oder anderen Krebs, der dann einfach auf die Steine gesetzt und seinem Schicksal mit den Möwen überlassen wurde.
Noch ein kurzer Halt im Candy-Store an der U-Bahn-Station und dann machten wir uns auf den Rückweg nach Manhattan. Für den Abend hatten wir das nächste Wow-Erlebnis geplant. Das Empire-State Building.

Nun kann ich nicht sagen, ob Empire oder Rockefeller besser wäre.  Beide bieten eine wahnsinns Aussicht. Das Empire ist nicht so hoch, wie das Rockefeller und man fühlt sich mehr mitten drin. Aber auch hier wäre ich am liebsten für immer geblieben. Das Leuchten der Stadt und der endlose Blick bis nach Brooklyn und New Jersey. Ich liebe diese Stadt. Die Tatsache, dass unsere Reise langsam zu Ende ging, ließ mich mit einem Kloß im Halswieder nach unten fahren und der Frage im Kopf, ob ich das alles jemals wiedersehen würde.

Für New York würde ich alles stehen und liegen lassen. Auch dort zu wohnen, könnte ich mir nur zu gut vorstellen. Diese Stadt hat eine Dynamik, eine Kraft, etwas Mitreißendes. Ich glaube nicht, dass es mir dort auch nur eine Sekunde langweilig werden könnte. Ich glaube, ich muss in einem vorherigen Leben schon einmal dort gewohnt haben J Eine Freundin von mir, sie wohnt in Texas, sieht das vollkommen anders. Sie mag die Stadt nicht und konnte einen Aufenthalt dort keine Sekunde genießen, weil ihr die Stadt Angst machte. Ich hingegen hatte nicht mal Angst, als ich mich nachts im Ghetto verlief. Diese Stadt kann mir nichts Böses anhaben, dafür liebe ich sie zu sehr.
Zum Abschluss des Abends besuchten wir eine weitere Rooftop Bar. Das Gallow Green befindet sich auf dem McKittrick Hotel. Nicht ganz einfach zu finden, geht es durch mehrere Gänge an sehr exklusiv aussehenden Räumen vorbei. Die Preise sind gesalzen und das was dafür auf dem Teller landete, ist nichts für wirklich hungrige Mäuler. Aber das Ambiente ist wirklich nett.
Bisher waren wir eigentlich ohne Reservierungen überall untergekommen. Dieses Mal hatten wir eher Glück und wurden an einen Tisch gequetscht. Neben uns wurde Geburtstag gefeiert und ausgiebig Selfies gemacht. Aber wer Ruhe und Abgeschiedenheit oder gar Privatsphäre sucht, ist in New York sowieso ganz falsch.

Am nächsten Tag brach das Finale in New York an. Leider ging es mir nicht gut. Die Erkältung wollte und wollte nicht weggehen. Außerdem war es wieder brüllend heiß. Wir entschieden uns Schatten im Central Park zu suchen und es langsam angehen zu lassen. Dennoch machte sich in mir so etwas wie Panik breit. Morgen würde ich die Stadt meiner Träume wieder verlassen müssen – und es gab doch noch so viel zu sehen L

Ich versuchte die bösen Gedanken und die sich in mir ausbreitenden Viren zu ignorieren. Die Luft
war zum Schneiden dick und der Schweiß lief in Strömen. Wir schleppten uns durch Strawberry Fields zum Imagine-Denkmal. Weiter ging es zum Wasser, wo ein paar Boote auf dem quittegrünen Wasser schipperten. Ich musste mich fast zwingen, ein paar Fotos zu schießen. Jede Bewegung war einfach zu viel. Wasser und Eis brachten kaum Erleichterung. Selbst die zahlreichen Eichhörnchen lagen wie tot im Schatten. Der Central Park ist wirklich groß und ich habe nur einen Bruchteil gesehen, aber es ist erstaunlich, wie ruhig es dort ist. Man sieht die Wolkenkratzer über den Bäumen und weiß, man ist mitten in einer lebhaften Stadt. Aber man hört sie nicht.

Gegen Abend wollten wir nun endlich mal einen richtig schönen Sundowner sehen. Wir kauften uns Karten für den das Metropolitan Museum und fuhren aufs Dach, wo eine kleine Rooftop Bar ist. Als die Sonne unterging, baute sich genau an dieser Stelle eine dicke dunkle Wolke auf. Pech… Wir schlenderten noch kurz durch Met, aber ich war viel zu fertig, um es noch genießen zu können. Hierher möchte ich auf jeden Fall noch einmal.

Die dunklen Wolken brachten leider nicht den erhofften Regen, also schlenderten wir noch etwas durch den Abend und kauften ein paar Snacks. Schließlich setzten wir uns in ein Taxi und ließen uns zurück nach Brooklyn bringen. Vorbei an so vielen schönen Stellen, die wir noch nicht erkundet hatten. Als wir über die Willliamsburg Bridge fuhren, blickte ich zurück nach Manhattan. So schwer war es mir selten ums Herz. Ich musste „meine“ Stadt dort zurück lassen und wusste nicht, ob und wenn ja wann ich sie je wiedersehen würde. Die zwei Wochen waren so schnell verflogen und ich hatte vieles noch gar nicht realisiert. So lang hatte ich davon geträumt und so schnell war es dann vorbei.

Am nächsten Morgen gönnten wir uns dann noch einen richtig gemütlichen Brunch in Brooklyn mit Waffeln für mich und Würstchen und Speck für Freundin Nummer eins. Ein echt witziger Fahrer brachte uns dann zurück zum JFK. Wir gingen erst einmal zur Kofferwage. Trotz zusätzlichem Handgepäckstück hatte ich die Schallgrenze wieder durchbrochen. Ich                 bereitete mich schon auf die nächste Nachzahlung vor. Doch dieses Mal hatte ich Glück. Direkt vor uns war eine Reisegruppe eines Kreuzfahrtunternehmens angekommen. Endlos Schlange stehen…  Auch das Bodenpersonal war wohl in Zeitnot und mein Koffer ging ohne Gemecker durch. Mein Handgepäck wurde nicht gewogen. Alles gut J

Wie wir das so von Zuhause gewohnt waren, nahmen wir für den Sicherheitscheck Schlüssel, Handy und Flüssigkeiten aus dem Gepäck und wurden direkt angeraunzt, wir sollten doch bitte alles im Koffer lassen. Warum wir alles auspacken? Ratlose Blicke und schnell wieder alles in den Koffer gequetscht. Freundin Nummer eins hatte reichlich Süßigkeiten im Gepäck und musste dann doch noch zur Nachkontrolle. Das ganze Silberpapier schien höchst verdächtig J

Im Duty Free ließen wir noch einmal die Kasse klingeln und kauften amerikanische Süßigkeiten für die Daheimgebliebenen. So gerade ging der Koffer noch zu. Dann saßen wir am Gate, blickten den ankommenden Fliegern entgegen und wünschten uns zwei Wochen in der Zeit zurück.
Ich hatte keine Ahnung, wie schnell ich wieder hier sein würde J


Die Wege des Herrn sind unergründlich, oder wie heißt das? Keine Sorge, hier folgt keine religiöse Abhandlung, oder so. Aber einen treffenderen Einstieg konnte ich nicht finden J

Als ich im September tot traurig aus New York zurückkehrte, beschäftigte mich nur eine Frage: Wann sehe ich den Big Apple wieder? Der Trip hatte meine Reisekasse nachhaltig geleert. Verschiedene Fragen rund um den Job ließen erst einmal keine großen Pläne und Sprünge zu. So bald würde ich wohl nicht in „meine“ Stadt zurückkehren. Und so sehr ich mich über die Erinnerungen freute, so schwer wurde es mir auch ums Herz. Ich vermisste New York.

Aber dann ergab es sich Ende des Jahres, dass  ich im Januar geschäftlich in die USA reisen würde. Zuerst nach Miami und dann weiter nach Los Angeles. Zwischenstopp: *Trommelwirbel* NYC! J
Ich konnte mein Glück kaum fassen. Für drei Tage durfte ich zurück und so bald schon.

Eine Kollegin war mit an Bord und noch nie in New York  gewesen. Also konnte ich gleich noch die Touriführerin spielen J Ein Hotel nah am Times Square war schnell gebucht. Als wir Freitagabend vom Flughafen in die Stadt fuhren, tauchte die Skyline wieder vor mir auf, wie ich sie im Sommer verlassen hatte. Mein Herz ging auf. Es war wie nach Hause kommen J
Neben ein paar typischen Stationen, wollte ich noch ein paar Dinge nachholen, die im Urlaub nicht mehr reinpassten.

Nachdem wir ins Hotel eingecheckt hatten, ging es natürlich erst einmal zum Times Square. Danach wollte ich die Burger des Stardust nebst singenden Kellnern vorführen. Leider war es dieses Mal nicht so toll. Die Besetzung war eher mäßig. Das Essen war trotzdem wieder gut.
Vom eisigen Wind ließen wir uns wieder zum Hotel pusten, denn am nächsten Tag wollten wir Meilen machen.

Im Sommer hatte ich ja leider den Brooklyn Flea verpasst. Was für mich als Fan von Flohmärkten eine Katastrophe war. Kurzer Check im Netz: Auch im Winter gibt es eine kleinere Version „indoor“. Smorgasburg inklusive. Perfekt! In einem schönen alten Bankgebäude One Hanson Place in Brooklyn fanden sich viele kleine Stände ein. Vieles ist wirklich alt und typisch Flohmarkt. Nicht so wie hier mancherorts mit Socken und Billigklamotten. Ich kaufte ein paar sehr alte Briefe, die ich noch irgendwie dekorativ verwursten möchte. Ich kann mich nicht erinnern, hier mal so tolle Sachen auf einem Flohmarkt gefunden zu haben. Und dann noch die tolle Kulisse. Die Glückshormone tanzten.

Im Keller gabs die Klassiker des Streetfood Markt. Zum Frühstück erst einmal ein riesiger Donut.  J Eigentlich wollte ich ja die berühmt berüchtigten Egg Waffeln probieren, bin aber stumpf am Stand vorbei gelaufen. Entweder machen sie die Waffeln nicht frisch oder ich hatte einen Stöpsel in der Nase. Ich hatte angenommen, die Waffeln würde man von Weitem riechen. War aber nicht so…?

Damit war der Zuckerbedarf für die kommenden Wochen schon einmal gedeckt

Auf dem Rückweg nach Manhattan zeigte sich New York dann von seiner winterlichen Seite. Ein massiver Schneesturm trieb uns ins Macy’s zum Shoppen. Und auch meine Superdry-Sucht konnte im Concept Store befriedigt werden.

So beladen ging es weiter zur Grand Central. Beim letzten Mal hatte ich das Untergeschoss gar nicht gesehen. Dort ist ein Food Court mit einer tollen Auswahl. Für mich mussten es noch einmal die Burger von Shake Shack sein.

In dem Gewölbe zu sitzen war zwar schön, aber es war auch schon später Abend und einige Obdachlose hatten sich dort versammelt, suchten nach Essensresten in den Abfallkörben oder schliefen an den Tischen. Mein Appetit verging mir schlagartig. Hier saß ich, mit der Ausbeute vom Shoppen, stopfte Burger in mich rein und neben mir sucht jemand im Abfall nach Essbarem. Puh… Ich verschenkte den Großteil meiner Mahlzeit und der dankbare Blick ging mir durch Mark und Bein. Wenn ich manchmal so über meine Alltagswehwehchen klage, wird mir in solchen Momenten sehr klar, wie gut ich es habe. Ich bin gesund, hab einen Job und vor allem ein gemütliches Zuhause. Wenn mir manchmal alles zu viel wird, ist das mein Zufluchtsort, wo ich sicher bin und mich einigeln kann. Dies zu verlieren und meine Siebensachen den ganzen Tag mit mir zu tragen, vielleicht auch in der Angst man könnte sie mir noch das Letzte im Schlaf stehlen. Wind und Wetter ausgesetzt sein und aus dem Müll zu essen… Ich habe gar keine Sorgen, verglichen mit dem, was manche Leute durchmachen müssen.

Mit etwas gedrückter Stimmung und platt gelaufenen Füßen ging es zurück ins Hotel.


Am nächsten Morgen schien die Sonne wieder. Das ideale Wetter für höhere Gefilde. Auf zum One World Observatory. Beim letzten Mal waren wir nur um die Pools gelaufen und hatten uns ja für andere Aussichtspunkte entschieden. Nun sollte der Glasturm in meine Sammlung von New Yorker Sehenswürdigkeiten aufgenommen werden. Aufgrund der noch relativ frühen Uhrzeit mussten wir auch nicht lang warten.

Schon die Fahrt mit dem Aufzug ist toll. Ich will nicht zu viel verraten, aber man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll und es ist unglaublich, wie schnell man in solche Höhen schießen kann.  In älteren Hochhäusern muss man manchmal noch den Fahrstuhl wechseln, weil einer allein nicht so hoch fahren kann. Gut, die Gebäude sind schon älter. Aber im One World realisiert man erst, wie hoch oben man ist, wenn man an den riesigen Fenstern steht. Der Ausblick ist atemberaubend. Von Lower Manhattan hat man einen tollen Ausblick auf ganz New York. Was mich nur etwas störte: Man muss beim Fotografieren aufpassen, dass man die Spiegelung vom Glas nicht auf dem Bild hat. Sieht nicht schön aus. Und der Wind weht einem nicht um die Nase. Was im Januar bei Minustemperaturen aber zu verschmerzen war.

Nachdem ich gefühlte tausend Bilder geschossen hatte, ging es weiter zum Rockefeller Center. Wir wollten nicht rein, aber den Eisring draußen sehen. Leider war der Weihnachtsbaum schon abgebaut worden. Dafür hatte ich dieses Mal freie Sicht auf den Prometheus. Im Sommer ist nämlich an der Stelle, wo im Winter Schlittschuh gefahren wird, ein Restaurant und Sonnenschirme versperren die Sicht.

Vorher jedoch machten wir noch Halt bei der berühmten Magnolia Bäckerei. Sex and the City Fans kennen aus der Serie vor allem die Cupcakes. Die New Yorker jedoch lieben den Bananenpudding. Den mussten wir natürlich probieren und er war soooo guuuut J Später fand ich das Rezept im Netz und er lässt sich auch mit deutschen Zutaten täuschend echt nachmachen. Das Rezept werde ich zu einem späteren Zeitpunkt mal posten.

Weiter gings ums Eck zur St. Patricks. Dieses Mal inklusive Innenansicht J Es endete gerade eine Messe und es waren Menschenmassen dort. Aber die Kirche ist auch von innen sehr schön.  

Aufgrund der vielen Menschen konnten wir nur eine Seite sehen, aber meine Kamera stand nicht still.
Nach einem kurzem Shoppingtrip im Anthropolgy liefen wir die Fifth Avenue hinunter mit Ziel 2nd Avenue Deli. Nachdem ich im Sommer Pastrami für mich entdeckt hatte, musste ich feststellen, dass es das in Deutschland schwer bis gar nicht zu kaufen gibt. Neben Katz soll der 2nd Avenue Deli auch tolles Pastrami machen. Die Speisekarte liest sich wie aus einer anderen Welt. Das Restaurant hat viele typische jüdische und osteuropäische Speisen im Angebot. Das Pastrami hat mich aber leider nicht von den Socken gehauen…

Frisch gestärkt ging es dann weiter zur Brooklyn Bridge. Auch wenn ich schon einmal da war, dieser Ausblick wird nicht alt. Aber es war unglaublich kalt, so dass wir nicht lang dort blieben. Von dort aus ging es weiter zum Chelsea Market. In dem alten Industriegebäude sind viele kleine Lädchen und Restaurants untergebracht, inklusive einer kleinen Flohmarkt-/Künstlerhalle.

Ich hätte noch ewig weiter durch die Stadt ziehen wollen, aber meine Füße streikten. Der kalte Wind war mir in die Knochen gefahren und somit ging es dann doch zurück zum Hotel. Nach einer heißen Dusche überlegte ich, ob ich noch einmallosziehen soll. Aber jeder Schritt tat höllisch weh und so musste ich mich mit der Aussicht aus meinem Hotelfenster begnügen.

Am nächsten Morgen wollten wir die letzten Stunden bis zum Abflug auf jeden Fall noch nutzen. Nach einem kurzen Stop im M&M Store ging es zum Flatiron Building. Im Sommer hatte ich es nur im Vorbeifahren, bzw. bei Dunkelheit gesehen. Schnell einen Kaffee im Eataly geschnappt und dann die Sonne im Madison Square Park genießen, mit Blick auf das historische Gebäude.

Von dort ging es weiter zum Union Square Park, wo gerade Markt war. Nach einem kurzen Bummel ging es zurück zum Times Square wo wir am Broad Way unbedingt noch ein Stück Dollar Pizza essen mussten.  Ich weiß gar nicht, warum immer so über diese Pizza gemeckert wird. Ich finde sie so lecker J

Dann war es schon wieder Zeit Abschied zu nehmen. Meine Kollegin hatte noch zu Beginn gesagt, dass sie eigentlich nie nach New York wollte. Nach wenigen Stunden vor Ort wies sie ihren Mann Zuhause an, nach Urlaubsangeboten im Big Apple zu schauen. Wieder ein Herz an die tollste Stadt der Welt verloren J Entsprechend waren wir beide traurig, als wir wieder Richtung Flughafen aufbrachen. Doch wir wussten beide, dass wir zurückkommen würden…

Für mich persönlich geht es vermutlich im kommenden Jahr wieder nach NY. Ich plane einen Roadtrip durch Neuengland und möchte mir den Indian Summer ansehen. Und wenn ich schon mal in der Gegend bin…

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 

Samstag, 24. August 2019

Sonnen-Samstag

Hach, ich liebe Samstage. Besonders wenn die Sonne so schön strahlt, wie heute zum Beispiel. Und ich keine Verpflichtungen habe und einfach machen kann, was ich will.

Auch wenn ich um kurz nach acht etwas unsanft geweckt wurde, weil die Nachbarn Brennholz bekamen. Und der Lieferant das ganze Zeugs einfach unsanft gegenüber von meinem Schlafzimmerfenster auf den Boden krachen ließ. Und die Nachbarn die Scheite in die Schubkarren krachen ließen. Ich war ja eh schon fast wach.

Außerdem hatte ich mal wieder Lust auf Waffeln zum Frühstück. Die werden Samstags frisch bei uns auf dem Markt gemacht. Man muss nur vor zehn da sein, sonst wird es voll und parken ein Problem. Ich hab dann auch so gerade noch einen Platz ganz hinten an der Mauer bekommen, nachdem ich vorher eine Minute auf die Frau gewartet habe, die ins Auto einstieg, mir vielsagend zunickte und dann doch nicht weg fuhr. Blöde Hupe...

Passend zu meinem Erscheinen holte die Marktfrau gerade eine frische Waffel aus dem Eisen. Um den Kuchen schwirrten dutzende Wespen. Mit den Verkäufern möchte ich echt nicht tauschen. Sie bewegen sich wie in Zeitlupe, um die Viecher nicht aufzuschrecken. Das wäre nix für mich.

Kurz noch  beim Blumenhändler vorbei und Sonnenblumen gekauft. Meine Terrasse braucht ein Upgrade. Durch die Hitze haben es einige Blumen vorzeitig hinter sich. Also werde ich nochmal nachrüsten. Denn ich will noch ein bisschen Sommerfeeling konservieren. Zumal ich im kommenden Jahr wohl umziehen werde und ich noch nicht zu glauben wage, dass ich noch einmal so ein Glück habe und eine Wohnung mit Garten und Terrasse finde.

Aber es muss leider sein. Der neue Job ist etwas weiter weg und die Strecke dorthin eine Katastrophe. Da ich nicht vor habe, jeden Tag zwei Stunden meiner Lebenszeit zu verschenken, werde ich mir wohl ein neues Nest suchen. Zumal mein derzeitiges Domizil nur eine Übergangslösung sein sollte. Nachdem ich mich entlobt hatte, musste es schnell gehen. Sonst wäre Blut geflossen. Damals war ich noch selbstständig, wusste aber das ich mich neu orientieren wollte. Also reichte eine kleine Wohnung erst einmal.

Schließlich fand ich eine Anzeige für eine kernsanierte 1,5-Zimmer-Wohnung. Das fand ich dann doch etwas wenig. Aber in der Hoffnung, dass noch andere Wohnungen verfügbar sind, ging ich trotzdem mal hin. Zumal im Einzugsgebiet diverser Universitäten im Sommer die kleinen Wohnungen auch nicht gerade üppig gesät sind.

Die anderen Wohnungen waren dann doch schon vergeben, aber es stellte sich heraus, dass das Apartment doch ein Zimmer mehr hat. Da es generell aber sehr klein war, hatte sich die Maklerin nicht getraut 2,5 Zimmer zu schreiben. Mein Glück. Denn auch wenn Küche und Bad winzig sind, sind WZ und SZ akzeptabel. Und dann ist da noch der Garten. So groß wie meine ganze Wohnung. Plus Terrasse. Und das mitten in der Großstadt. Und es sollte ja nur für zwei bis drei Jahre sein.

Das ist nun zehn Jahre her. Und auch wenn ich mich hier generell immer noch wohl fühle, es wird mir doch zu eng. Und die Gegend hat sich auch leider nicht gerade zum Vorteil verändert. Und ich verbringe zu viel Zeit auf der Autobahn. Und zeit für den Garten habe ich auch nicht mehr wirklich. Hachja, es wird Zeit.

Aber heute wird erst nochmal die Terrasse schön gemacht. Der Efeu muss auch mal wieder in seine Schranken gewiesen werden. Und der Kirschlorbeer müsste eigentlich auch geschnitten werden. Aber ich glaube das lasse ich schon für den Nachmieter 😁

Außerdem muss ich noch nach einer neuer Matratze schauen. Und ein neues Fitnessarmband muss her. Und überhaupt. ich mag keine Büsche schneiden heute. Ich habe beschlossen, dass ich nicht muss.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel











Mal eben...

Vor knapp vier Wochen ging ich nach dem Kontrolltermin beim Zahnarzt raus und war froh, ihn erstmal ein paar Monate nicht sehen zu müssen. Nicht falsch verstehen, mein Zahnarzt ist super. Aber egal wie nett jemand ist, wenn man mir am Hals/ Rachen rumfummelt, dann tanzen meine Nerven Tango.

Der Grund dafür sind etliche teils sehr schmerzhafte Behandlungen über die Jahre, da meine Zähne an manchen Stellen nicht glatt gewachsen sind, sondern sogenannte Grübchen haben. Im Gesicht finden das manche niedlich, an den Zähnen ist das ein Garant für Ärger.

Als Kind wurden die sichtbaren Grübchen an meinen Zähnen verfüllt und gut war. Ansonsten hatte ich eigentlich nie irgendwas an den Zähnen. Bis etwa Mitte 20. Da plagte mich ein echt ekliger Geruch in der Nase. Also erstmal zum HNO. Nein, der konnte nichts finden. Also zum Zahnarzt. Der beglückwünschte mich zu meinen tollen Zähnen. Dann hörte er aber meine Geschichte von den Grübchen und schickte mich zum röntgen. Tja, nix tolle Zähne. Etliche waren innen drin kaputt. Die Grübchen saßen auch zwischen den Zähnen. Schön weit unten, so dass der Zahn selbst jeweils super aussah, aber unten bis zu den Wurzeln kaputt.

Schmerzen hatte ich keine, nur der Geruch war mir aufgefallen. Als die Behandlung begann, kamen auch die Schmerzen. Manchmal hätte ich gern einfach den Kopf an die Wand gehämmert. Selbst starke Schmerzmittel halfen nur ein paar Minuten. Ich war verzweifelt. Am Ende musste ein Zahn ganz gehen und zwei bekamen Kronen. Zwei Kieferoperationen mussten auch noch sein um krumme Wurzeln aus dem Kiefer zu pulen. Ich sah aus wie nach einem Boxkampf.

Seitdem weiß mein Zahnarzt, dass bei jeder Kontrolle geröntgt werden muss und bisher wurden weitere Macken früh genug  bemerkt.

Nun war also mal wieder Kontrolle angesagt. Einen Zahn hatte es mal wieder erwischt. War recht schnell erledigt. Dachte ich...

Im Urlaub beiße ich morgens genüsslich ins Brötchen und da knirscht es. Mein erster Gedanke war: Oh Gott, dem Bäcker ist was in den Teig gefallen. Sprint ins Bad. Der Bäcker war unschuldig. Stattdessen hatte sich eine Krone verabschiedet. Wie auch immer das so kurz nach einer Kontrolle sein kann. Aber gut. Aus Spanien noch einen Termin gemacht. Heute hin. Die Krone ist teils abgebrochen. Vermutlich knirsche ich mit den Zähnen. Also gibts auch noch eine Schiene. Wenigstens hatte die Krone noch Garantie.

Nun musste schnell noch ein Termin her, damit ich das vor Ende des Urlaubs noch hinkriege. Leichter gesagt. Der Zahnarzt dann so: Kommen se heute Nachmittag vorbei, dann machen wir das mal eben. Ich also drei Stunden später wieder hin. Physio war zwei Stunden später angedacht. Sollte doch passen?

Nun wurde geschliffen, dann wurde mein Zahnfleisch abgebrannt (!!!!). Es war schon etwas zu nah an den Stumpf gewachsen. Trotz Betäubung nicht gerade angenehm. Besonders jetzt, wo die Betäubung wieder weg ist 😭😭😭

Dann noch diverse Abdrücke. Beim letzten kam dann die andere Krone auch noch mit. Ja super! Aber wohl Glück im Unglück, denn wie auch immer hatte sich da was drunter gesetzt. Also alles sauber gemacht, geschliffen und wieder einbetoniert. Ich hab ja schon mehrfach angeregt, einfach alle Zähne zu ziehen und dann tu ich mein Gebiss nachts ins Glas. Was ich schon für meine Zähne ausgegeben habe. Kleinwagen?  Weil Kassensilber will ich ja auch nicht. Und trotzdem gehts doch immer wieder kaputt. Mann ey...

Und die Zeit war natürlich auch dahin. "Mal eben" waren mehr als 1,5 Stunden. So gerade eben hab ich noch den Physio-Termin geschafft. Stress!!! Aber dann doch wieder gut, dass das noch so schnell geklappt hat. Nächste Woche wird die neue Krone eingesetzt.

Jetzt meckert erstmal mein Zahnfleisch über den rüden Umgang. An den Rändern ist es ganz schwarz 😱 Also da hilft wohl nichts. Da muss ich jetzt wohl ein Eis essen.


Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Donnerstag, 22. August 2019

Bombenstimmung

Da wollte ich gestern endlich mal zum Möbel-Schweden und nach einer Matratze schauen, die mir
empfohlen wurde. Und da steht die Feuerwehr vor der Zufahrt und lässt niemanden rein. Der Parkplatz war auch komplett leer. Google wusste Bescheid. Es war mal wieder eine Bombe gefunden worden.

Eine was?? Ja, bei uns im Pott ist das leider keine Seltenheit. Auch wenn die Region hier nicht allein mit dem Problem steht, bei uns wird so ziemlich jede Woche ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Meist bei Bauarbeiten. Und der Witz ist, die Bomben liegen  nicht irgendwo in der Pampa, sondern auf bebauten Grundstücken. Teils unter Häusern. Aber auch gern mal verscharrt in Parks oder auf Äckern.

Auch viele Jahre nach Kriegsende ist die damit verbundene Gefahr noch sehr real. Sobald ein Blindgänger gefunden wird, muss  die Evakuierung eingeleitet werden. In einem bestimmten Umkreis darf keiner mehr in den Häusern bleiben. Autobahnen  und Bahnstrecken müssen gesperrt werden. Da kommen teils tausende Menschen in Bewegung, bzw. ins Stocken. Der Verkehr bricht zusammen (mehr als sonst schon). Alte und Kranke müssen transportiert werden. Und je nachdem, zu welcher Uhrzeit die Bombe gefunden wurde und wie lang die Evakuierung dauert, kann es da schon mal sehr spät werden. Zumal auch nicht jeder freiwillig sein Heim verlässt.Manchmal muss die Polizei energisch werden.

Vor ein paar Jahren wurde in der Nähe der JVA gebaut und mehrfach Kampfmittel gefunden. Hier musste nur jeweils die Hälfte der Insassen umziehen, da Teile des Gebäudes als Bombensicher galten. Okaaaay....

Dann wiederum wurde das Gelände des alten Finanzamts bebaut. Hier muss man dazu erklären, das Gebäude war schon lange abgerissen und nebenan hatte mein damaliger Arbeitgeber gebaut. Quasi 10 Meter nebenan. Und wir nutzten das brach liegende Gelände mehrere Jahre als Parkplatz. Dann rollten die Bagger an. Mit ihnen der Kampfmittelräumdienst. Also hatte man schon einen konkreten Verdacht. Dieser bestätigte sich schon am nächsten Tag. Mein Chef warnte mich rechtzeitig, so dass ich vor dem Beginn der Evakuierung losfahren konnte. Kollegen, die nicht das Glück hatten, brauchten später Stunden. Teils durften sie ihre Autos gar nicht mehr aus der Tiefgarage holen, da zu nah am Fundort.

Die Bombe wurde entschärft. Der Kampfmittelräumdienst zog ab. Am kommenden Tag, ich hatte gerade Telefonkonferenz mit einem großen Kunden, klopft wieder mein Chef an. Die nächste Bombe war gefunden worden. Diese war wohl nicht mehr erwartet worden. Der Kunde machte große Augen, als ich das Gespärch mit den Worten beendete: "Wir werden wegen einer Bombenentschärfung evakuiert. Machen Sie sich keine Sorgen, hatten wir gestern auch schon." Der Kunde sitzt im Ausland und unsere Bombensituation war im unbekannt.

Auf dem Weg zum Parkhaus kam ich am Baggerfahrer vorbei, der wohl beide Bomben gefunden hatte. Seine Worte: "Ich sach dir, ich brauch jetzt erstmal Urlaub."

Es vergingen ein paar Tage, wir schlossen Wetten ab, wann die nächste Evakuierung kommt. Und dann kam sie. Wieder während einer Kundenkonferenz. War klar. Ich also ins Büro, Sachen schnappen, bevor die Völkerwanderung beginnt. Meine sämtlichen Kollegen hängen aus dem Fenster. Ich schaue auch raus und sehe ein kleines schmutziges etwas. Eine Luftmine.. Direkt vor meiner Nase. Direkt neben meinem Fenster. Dort, wo ich jahrelang parkte. Nur wenige Meter entfernt vom Eingang des Luftschutzbunkers, der ebenfalls freigelegt worden war. Dort, wo viele Jahre das Finanzamt stand. Nicht auszudenken, was das Ding hätte anrichten können...

Meist können die Bomben entschärft werden. Manchmal (und zunehmend oft) ist der Zünder so verrostet, dass die Bomben gesprengt werden müssen. Auch gab es so nette Exemplare mit Zeitzündern, die losgehen sollte, wenn die Leute aus den Bunkern kommen. Der Mensch ist eine Bestie...

Wenn also gesprengt werden muss, legt man ein großes Wasserkissen oben drauf und die Sache löscht sich selbst. Nur selten geht mal was zu Bruch. Die Leute hier haben viel Übung und Erfahrung.

Und doch schlummert noch einiges in der Erde hier. Manche Orte sind von Karten der Alliierten bekannt und es wird nur geborgen, wenn Gefahr besteht. Erdstöße sind zum Beispiel eine Bedrohung. Wenn man bedenkt, dass wir im Ruhrgebiet wohnen, wo die Erde nach langer Zeit der Unterhöhlung immer mal gern in Bewegung gerät, möchte man gar nicht weiter fragen.

Vor ein paar Wochen ist in Hessen so ein Teil ohne Vorwarnung mitten auf dem Acker explodiert. War zwar nicht im Pott, könnte aber auch hier mal passieren.

Aber es gibt auch einige Blindgänger, die in Vergessenheit geraten sind. Manchmal erinnert sich dann doch wieder jemand und das Budeln geht los. So auch vor ein paar Jahen im Park um die Ecke. Wochenlang war ein Bagger auf der Spielwiese unterwegs. Gesperrt wurde nichts, bis es eines Tages "Pling" machte. Dann ging es schnell.

Ich war gerade nach einem bescheidenen Tag nach Hause gekommen, sprang in etwas Bequemes, machte die Terrassentür auf und hörte wie die Polizei per Lautsprecher eine Bombensprengung im Park ankündigte. Und man möchte bitte sofort die Wohnung verlassen. Ein Blick nach vorn aus dem Fenster: Nachbarn mit Koffern, Kindern und Haustieren suchten das Weite. Sie hatten wohl den Voralarm mitbekommen. Ich nicht.

Ich stand da im Pölter und mein Kopf ratterte: Das sind alles alte Häuser hier. Wenn die Bäume brennen, kommt das locker vom Park hier an. Was nehm ich mit? Fotoalben, Laptop, Sachen für ein paar Tage? Vielleicht ziehst du dir erstmal was an?

Am Ende waren es die Sachen, die ich am Leib trug und mein Portmonnaie. Alles andere zahlt die Versicherung. Gut, Erinnerungen lassen sich nicht ersetzen, aber inzwischen schienen so ziemlich alle Nachbarn weg zu sein und ich wurde etwas nervös. Ich klingelte noch bei zwei Nachbarinnen, von denen ich wusste, dass sie kein Auto haben. Eine wartete auf ihren Bruder, eine öffnete nicht. Also ab zum Auto.

Hier findet man immer nur mit Glück einen Parkplatz. An dem Abend hätte man die freie Auswahl gehabt. Die Straße war leer gefegt. Fehlte nur noch so ein rollendes Buschdings aus den Westernfilmen und das Lied vom Tod. Nichtmal die Vögel trauten sich noch Piep zu machen.

Dann kam doch noch eine Nachbarin angewetzt. Sie wollte eigentlich einfach dableiben, aber dann wurde ihr doch unheimlich. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Unterschlupf bei einer Freundin in Bochum und warteten ab. In den Nachrichten gabs recht wenig Infos. Schließlich meldete sich eine andere Nachbarin, die in Hörweite war. Es hatte geknallt. Alles okay, wir können zurück kommen.

Inzwischen konnte man sogar zur Sprengstelle gehen, wo gerade ein ziemlich großes Loch zugeschüttet wurde. Das Ding hatte also doch ganz schön Kraft gehabt.

Eine Nachbarin hier in der Straße hat den zweiten Weltkrieg als Teenager mitgemacht. Sie erinnert sich auch an die Bomben. Nicht viele blieben einfach liegen. Eine ihrer Freundinnen auf der anderen Parkseite starb bei einem Volltreffer. Anderen Nachbarn war eine Tellermine durchs Dach mitten ins Bett gefallen. Der Vater versteckte sie zunächst hinter dem Ofen. Sein Sohn merkte an, das könnte schief gehen. Da vergrub er sie im Garten.

Und so kann man vermutlich verstehen, warum manche Bomben Jahre lang vergessen wurden. Zeugen starben, zogen weg oder verdrängten die ganze Sache, weil sie Schwierigkeiten befürchteten.

Nun war mir ja nichts passiert, aber ich kann mir leise vorstellen, was es heißt von jetzt auf gleich aus seinem sicheren Zuhause raus zu müssen. Nichts mitnehmen können. Und auch wenn ich recht sicher sagen konnte, dass ich wiederkomme. Manche Leute in anderen Ländern können das nicht. Mein Opas und seine Familie konnten das nicht. Sie mussten Tage und Woche weglaufen und haben ihr Zuhause nie wieder gesehen... Meine Oma konnte bis zu ihrem Tod nicht erzählen, was damals geschah. Sie war sieben Jahre alt, als der Krieg endlich zu Ende war. Aber ich habe Bilder der Stadt gesehen, wo sie wohnte. Sie war dem Erdboden gleichgemacht worden.

Den Pott hat es wohl sehr schwer getroffen. Hier wurde bei Krupp die Rüstung unterstützt. Entsprechend heftig wurde die Gegend bombardiert. Es wurden teils sogar Holzgebäude aufgebaut und beleuchtet, um die Angreifer abzulenken.

Eine Nachbarin fasste es später so zusammen: Man ist erst ein richtiger Pottmensch, wenn man mal wegen einer Weltkriegsbombe evakuiert wurde. Ich habs jetzt vier Mal mitgemacht. Ich finde das reicht um als Native zu gelten. Brauch ich nicht noch mal.

Aber letztens musste ich doch schmunzeln. Im Einzugsgebiet meines Pizzalieferanten war eine Sprengung. Hier durften die Leute im größeren Abstand Zuhause bleiben, aber keiner rein oder raus. Und was machen die genialen Menschen? Pizza bestellen... Ich holte gerade mein Abendbrot, als der Chef verzweifelt am Telefon zu erklären versuchte, warum es heute keine Pizza für den Bereich geben wird. Die Kundin knallte den Hörer auf und Toni seufzte reichlich genervt: "Bombenstimmung hier heute, aber echt ey."

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Mittwoch, 21. August 2019

Es herbstelt

Ich habe derzeit Langzeiturlaubsbedingt ein Loch im Gehirn. Also musste ich gestern um acht nochmal los zum Supermarkt. Gemäß den tagsüber angenehmen 24 Grad  mit T-Shirt und Shorts bekleidet fuhr ich gerade auf den Parkplatz, als die Welt spontan beschloss mit Blitz, Getöse und viel Wasser unterzugehen.

Nach zehn Minuten Candy Crush konnte ich es wagen und zum Eingang sprinten. Nur um dort auf den nassen Fliesen etwas schneller durch die Tür zu gleiten, als geplant. Kein Problem, ich bin ja Stuntman.

Im Kühlregal standen schon Federweißer und Flammkuchen. Nein, wird ignoriert. Ist noch zu früh. Ich will noch keinen Herbst.

Wieder draußen hatte sich die Sonne doch noch entschlossen zum großen Finale noch einmal rauszukommen. Aber die Temperatur war trotzdem auf 14,5 Grad abgesackt und mir war kalt. Zuhause also erst mal Socken und Pullover geholt und später dann ein etwas längeres Schlafanzugmodell.

Immerhin, hab noch keine Lebkuchen gesehen. Ist ja nicht so, dass das nicht durchaus im August schon vorgekommen wäre. Aber die Konsumtempel haben als Puffer inzwischen das Oktoberfest entdeckt. Was ja vorwiegend im September stattfindet. Also ist das okay.

Trotzdem, jeden Tag wird es wieder früher dunkel. Den letzten Blumen geht auch so langsam die Puste aus. Hach Mann, ich will noch keinen Herbst!

Ich bin ein Sommerkind und hasse Kälte. Den einzigen Skiurlaub den ich mal gemacht habe, war ein Gruppenzwangbedingter Trip mit Arbeitskollegen. Die meisten wie ich keine passionierten Schneemenschen, hatten sich entsprechende Kleidung zusammen geliehen. Ich hatte leider keinen Yeti in meiner Größe gefunden. Also war mir nach zehn Minuten kalt und ich verzog mich ins Warme. Das Hotel hatte eine Panorama-Wellnessoase mit Blick auf die Piste. Also konnte ich an meinem Cocktail nippend beobachten, wie meine Kollegen immer wieder im Schnee landeten. War nett. Aber muss ich nicht nochmal machen.

Immerhin, es besteht Hoffnung. Zum Wochenende prophezeien die Wetterfrösche Temperaturen in Richtung 30 Grad. Für die nächsten zwei Wochenenden sind Outdoor-Aktivitäten geplant. So ein bisschen muss mein Sommer noch halten.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel







Dienstag, 20. August 2019

Chillmodus und Rückblick Valencia

Ich bin immer noch total im Urlaubstrott. Und ich hab mal so gar kein schlechtes Gewissen, denn der
Stress kommt noch früh genug zurück.

Heute habe ich zum ersten Mal eine persönliche Legitimation per Internet gemacht. Ich bin ja immer misstrauisch mit solchen Sachen, aber hier musste es schnell gehen und AGB und Co. sahen okay aus. Hat zwar über das Laptop nicht geklappt, also nochmal mit dem Smartphone probiert, dann ging es. War am Ende aber doch total begeistert. Wunder der Technik 😁 Der Servicemitarbeiter hat sich krumm gelacht, als ich am Ende meinte "Echt, das wars schon??" und ein dickes Grinsen in die Kamera schickte.

Auf dem Rückweg von der Physiotherapie habe ich dann spontan noch etwas Kuchen mitgenommen. Hach, alles noch so schön entspannt im Moment. Könnte gern immer so bleiben. Ab wann kann man eigentlich in Frührente gehen? 😎

Inzwischen habe ich einigermaßen Ordnung in meine Bilder gebracht. Hier kommt also der Urlaubsbericht für Valencia. Madrid wird nachgereicht.

Spanien steht bei mir ja immer hoch im Kurs. Ich mag einfach Land, Leute und Essen sehr gern. Valencia hat nicht nur einen tollen großen Strand, sondern auch die moderne "ciutat de les arts i les ciències". Die Stadt der Wissenschaft und Künste und das größte Aquarium Europas das Oceanografic. Und dagewesen bin ich auch noch nie.

Auf ging es mit Iberia nach Madrid. Alles gut soweit, freundlich, pünktlich. Leider musste ich wie üblich zusätzlich Geld hinblättern, da ich nun mal etwas größer bin als der normale Mensch. Und zwar gleich zwei Mal. Denn da ich schließlich von Madrid mit Airnostrum weiterfliegen musste, durfte ich nochmal Notausgang blechen. Rmpf,,, Aber gut, immer noch besser als blaue Knie und Rückenschmerzen, so dachte ich. Erstmal stand ich noch 90 Minuten länger am Gate rum. Als ich mich endlich in meinen Sitz fallen ließ, blieb mir fast die Luft weg. Also es gibt ja am Notausgang meist diese festen Sitze, wo man auch keine Lehne hochklappen kann. Und ja, wenn man keine Elfe ist, sind die auf der Kurzstrecke oft eng. Aber DAS ging gar nicht. Ich musste mich richtig reinquetschen und prompt ging der Gurt nicht zu. Also ernsthaft. Ich bin beruflich schon mit allen möglichen Billigairlines geflogen. Aber so etwas habe ich noch niemals erlebt.

Ich also den Begleiter angesprochen, ob ich bitte eine Verlängerung haben kann. Eine Kollegin von mir braucht die immer und daher wusste ich, dass es so etwas gibt. Nicht bei Airnostrum. Und dann musste ich den Platz für einen Kapitän freimachen, der nach Hause flog. Dass ich extra bezahlt hatte, interessierte niemanden. Dass ich nicht wusste, wohin mit meinen Beinen war auch egal. Uihuihui, ich bin fast geplatzt. Aber gut, was kann man machen. Bestenfalls sitze ich am Ende in einer Zelle und mein Urlaub geht flöten. Also feste auf die Zähne gebissen und in Gedanken schon die Beschwerdemail verfasst.

Am nächsten Tag habe ich dann noch per Telefon Airnostrum mitgeteilt, dass ich auf den Rückflug nach Madrid verzichte, da man Menschen über 1,80m offensichtlich ja nicht sicher transportieren kann. Geld zurück geben wollte man mir nicht. Ob ich das noch weiter verfolge, weiß ich nicht, Sind zwar 130€, aber meine Nerven sind mir auch einiges Wert. Jedenfalls werde ich niemalsniewieder mit Airnostrum fliegen.

Kurz und Gut, auf der Suche nach einem Transportmittel stieß ich dann auf den spanischen Hochgeschwindigkeitszug. Kenne ich sonst nur aus China. Wollte ich mal ausprobieren. Würde ich immer wieder machen.

Innerhalb von 1,5 Stunden legt man 360 Kilometer durch die wunderschöne Landschaft zurück, hat mehr als genug Beinfreiheit, keine lange Schlange (trotz Sicherheitscheck), kein aufs Gepäck warten, keine lange Taxifahrt zu und von den Flughäfen und dann auch noch pünktliche Ankunft. Das Ganze gerade einmal für 57€. Kann ich das bitte auch für Deutschland irgendwo bestellen?

So, genug rumgebummelt. Ich entschied mich mit dem Strand anzufangen. Da ich mein Hotel in der Nähe vom Hafen hatte, konnte ich mit dem Bus fahren (30 Minuten laufen bei 80% Luftfeuchtigkeit und 33 Grad war nicht mein Fall). Nun muss ich dazu sagen, dass meine Spanischausbildung 17 Jahre zurückliegt. Zum Essen bestellen reicht es immer noch, kompliziertere Erklärungen kann ich tendenziell noch verstehen, aber nicht mehr beantworten. Und entweder ist es mir früher nicht aufgefallen oder aber die Englischkenntnisse der Spanier haben gewaltig nachgelassen. Im Zweifelsfall kommt ein "No comprende" und dann kann man sehen, wie man weiterkommt.

ABER - da gibt es ja noch die wundersame Welt der Technik. Und ich liebe sie in solchen Momenten umso mehr. Per Sprachapp kann man einfach Antworten schnell in beide Richtungen übersetzen. Das hab ich übrigens in der Türkei entdeckt, wo mir der Taxifahrer fröhlich sein Handy ins Gesicht hielt und wir uns dann echt gut unterhalten haben. Wenn außerdem keine Ansage im Bus kommt, wo man raus muss, Google Maps weiß (und sagt) es. Hach...

Der Strand war echt riesig und hat eine schöne Promenade. Außerdem ein paar kleine Restaurants hier und da. Obwohl Sonntag und Hauptsaison war, keine Spur von Massenandrang. Wenn man von der Wasserkante mal absieht, da lagen sie wie die Robben. Ich bin trotzdem ein paar Kilometer am Wasser gelaufen. Ich liebe das. In Ruhe konnte ich endlich mal wieder lesen. Irgendwann habe ich mich auf der Promenade in den Schatten verzogen. Dort gibt es Bänke ohne Ende. Auch genug Strandduschen und Toiletten waren vorhanden.

Die Gegend um den Strand herum kam mir etwas Gettomäßig vor. Auch gibt es dort nicht so viele Hotels. Aber was solls.

Am nächsten Tag dann ganz klassisch mit dem Touribus durch die Stadt. Valencia hat eine sehr schöne Altstadt. Viele tolle alte Fassaden und auch alles sehr gepflegt. Allerdings waren auch viele Spanier im Urlaub und somit einige Geschäfte geschlossen. Nachdem ich Route 1 abgefahren hatte, schaute ich mir noch die  moderne Route an. Aber so  sehr viel zu bieten hatte sie nicht.






Schließlich genehmigte ich mir in einem Restaurant etwas "lokales". Aqua de Valencia (Sektcocktail) auf anraten einer Kollegin und Paella Valencia, mit Hase und Huhn. Aber der Hase muss den Koch wohl entwischt sein. Oder schmeckt Hase wie Huhn?

Auf der Rückfahrt konnte ich nun zum ersten Mal die Wissenschaftsstadt etwas näher betrachten. Groß ist sie und  architektonisch schon sehr besonders. Nach einer kurzen Pause im Hotel machte ich mich also auf um die Kulisse bei Nacht anzusehen.

Trotz vorgerückter Stunde waren noch viele Familien unterwegs. Auch wenn Schwimmen nicht erlaubt ist, dürfen die Kids etwas planschen und man kann Boote ausleihen.







Am nächsten Tag habe ich bei Tageslicht noch ein paar Bilder geschossen, da es quasi gegenüber vom Hotel lag.




Das Wetter war im wahrsten Sinne des Wortes gespalten. Schwarze Wolken auf der einen Seite, blauer Himmel auf der anderen. Die Wetterapp meinte, es könnte Regen geben. Statt noch einmal zu Strand zu fahren, entschied ich mich also für einen Besuch um Oceanografic.

Das angeblich größte Aquarium Europas kam mir erstmal etwas mickrig vor.Und unfassbar voll. Aber wenn man den Schildern folgt, merkt man schnell: Die meisten Wassertanks liegen unter der Erde. Es gibt zum Beispiel zwei riesige Unterwassertunnel. Schon beeindruckend. Und Belugawale. Die Viecher sind echte Clowns und "flirten" gern mit den Besuchern. Im großen und ganzen fand ich die Behälter auch groß, sauber und vermutlich artgerecht. Bin da kein Experte, aber machte einen guten Eindruck auf mich. Auf die Delfinshow hab ich verzichtet, der Andrang war enorm und ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu solchen Sachen.

Ebenfalls eine lange Schlange gabs wohl vor dem Hairefugium. Hab ich nicht geschnallt und bin zum Ausgang rein. Erst als ich an der falschen Seite des Tunnels ankam, bekam ich den Hinweis, dass ich falsch herum lief. Wupsi 😁 Wieder oben angekommen, sah ich dann, wie lang die Schlange war und inzwischen stand auch jemand am Ausgang und hielt die Leute ab, durch den Ausgang rein zu gehen. Der war wohl grad auf dem Klo, als ich da lang kam. 😂








Und dann wars das auch schon mit Valencia. Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug weiter nach Madrid.

Da ich mich gefragt habe, wie das mit dem Boarden des Schnellzugs und so funktioniert und nichts so richtig gefunden habe, hier ein kleiner Schwenk. Die Karten kann man online bestellen (oder am Bahnhof kaufen). E-Ticket wird akzeptiert. Man hat einen festen Platz. Wenn alle Plätze weg sind, ist der Zug nicht mehr buchbar. Also keine Stehaktion wie bei der Bahn.

Die Seite ist nur teils in Englisch verfügbar, aber man kommt durch.

Am Bahnhof wird das Gepäck durchleuchtet. Man darf keine scharfen Gegenstände, etc. mitführen. Meine Nagelschere und Feile hat keiner beanstandet.

Man darf erst 30 Minuten vor Abfahrt durch den Sicherheitscheck gehen. Ich war zu früh dran und musste wieder raus und dann wieder von vorn das Ganze. Aber da nicht mehr als ein Zug auf einmal fuhr, ging alles ganz flott.

Vor dem Einstieg wird das Ticket gescannt. Danach hat man Ruhe. Snack und Getränke kann man mitnehmen oder an Board kaufen. Die Verbindung Valencia - Madrid fährt ohne Stopp durch.

Angekommen bin ich am Bahnhof Atocha, quasi mitten in Madrid. Dazu dann demnächst ein einzelner Bericht.

Für heute reichts ja auch erstmal 😊

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel
















Samstag, 17. August 2019

Wetter ist kaputt...

... kommt Wasser raus... Gestern noch fast 40 Grad in Madrid, heute nicht mal 20 im Pott. Das ist ja
mal eine Art empfangen zu werden.  😭

Aber gut, über Regen darf man ja nicht mehr schimpfen. Nach zwei ziemlich trockenen Jahren pfeifen die Bauern hier aus dem letzten Loch. Und manchmal mache ich mir auch etwas Sorgen, wenn es Wochenlang nicht regnet. Aber jetzt tropft und plätschert es fleißig und ich habe mir eine Wolldecke auf die Couch geholt. Darunter kratzen die Reste vom Sonnenbrand.

Ich hab heute also zum ersten Mal seit langem wieder mein Lieblingsrisotto gekocht (Rezept s. unten). Mir war so herbstlich. Außerdem ist mir im Urlaub eine Krone rausgeflogen und der Stumpf scheuert extrem am Zahnfleisch. Also erstmal nur leicht zu kauende Sachen auf den Speiseplan bis der Doc es nächste Woche hoffentlich wieder richten kann.

Ansonsten freu ich mich aber, wieder Zuhause zu sein. So gern ich reise, so gern komme ich auch wieder Heim. Mein eigenes Bett, alles steht wo es hingehört. Keiner wartet darauf, dass ich endlich rausgehe, damit die Handtücher gewechselt werden können. Wobei ich echt Glück hatte mit meinen Hotels. Werde ich noch etwas zu schreiben.

Jetzt gönne ich mir erstmal noch ein Glas Wein auf der Couch und fange an Bilder zu sortieren. Leider hat mein Smart-TV schnupfen und meinen Gilmore Girls Marathon abgebrochen. Aber ich hab jetzt echt keine Lust mehr am Router rum zu fummeln. Muss bis Morgen warten.

Erstmal ein entspanntes Wochenende und Grüße aus Ruhr York

Pottnudel



Pilz-Risotto Rezept

Ergibt zwei Portionen

Eine kleine Tüte getrocknete Steinpilze wässern

Zwei Schalotten abziehen und klein schneiden, eine Knoblauchzehe pressen

In Butter anbraten

200 Gramm Risotto Reis kurz mitbraten

Wenn es zu trocken wird, mehr Butter zugeben

Mit 150 ml Weißwein ablöschen

Wenn der Wein fast verkocht ist, noch einmal 100 ml Weißwein zugießen

Wenn der Wein fast verkocht ist ein Glas Geflügelfond hinzugießen. Getrocknete Pilze (klein geschnitten) hinzugeben. Hitze reduzieren und Deckel auf den Topf. Köcheln lassen, zwischendurch umrühren. Gegen Ende probieren, ob der Reis die gewünschte Konsistenz hat.

Wenn die Flüssigkeit fast verkocht ist, Grana Padano Späne zugeben. Ich mags gern kräftig und nehme eine gute Hand voll. Sollte der Reis zu trocken geworden sein, erst noch einen Schlag Butter zugeben, dann den Käse.

Herd ausschalten, Käse schmelzen lassen. Dabei rühren.

Guten Appetit!

Montag, 12. August 2019

12 von 12 im August

Nach einer Idee von diesem Blog werden am 12. des Monats 12 Bilder vom (All)Tag gepostet. Ich bin noch in Valencia, also gibts ein bisschen Urlaubsfeeeling. Enjoy.

Der Morgen fing wolkig an. Wollte eigentlich am Strand den Sonnenaufgang knipsen. Vielleicht dann Morgen.


Also Sightseeing. Der Typ da drin tat mir so Leid. Obwohl das Kostüm mit Luft aufgeblasen war, schön ist das sicher nicht bei 35 Grad.


Großmarkt im historischen Gebäude. Hälfte der Läden dicht. Auch Spanier machen mal Urlaub. Ha!


Stadtbummel...


Dann gab's was lokales. Agua de Valencia und Paella de Valencia. Mit Hase und Huhn. Also entweder schmeckt Hase wie Huhn oder es war keine Saison... Leicht angesäuselt zurück zum Bus.


Dann schon mal Proviant für den Strand Morgen geholt.


Sonnenbrand bestaunt. Die Wolken blieben nämlich nicht und die Sonnencreme stand im Bad...


Dann einen super schönen Spaziergang durch die Wissenschaftsstadt gemacht. Sieht bei Tag schon toll aus. Aber so mit Licht abgeschummert...




Der Wein sah so aus, als hätte er einen Schraubverschluss. Nope. Google sagt, nimm denn Schlüssel. Memo an mich, abgebrochenen Schlüssel nachmachen lassen. Mit der Nagelschere ging's dann.
Beim Blick aufs Schlüsselbund ist mir dann aufgefallen, dass noch ein Schlüssel abgebrochen war. WTF? Das war ich aber nicht. Blöderweise der Schlüssel einer Freundin. Da muss ich wohl was beichten...


Hotelzimmerpicknick. Bin zu platt noch essen zu gehen.





Viele Grüße aus Spanien

Pottnudel

Freitag, 9. August 2019

Abflug

Bei der ganzen Urlauberei in den letzten knapp vier Wochen ist mir ganz entgangen, dass es wieder deutlich später hell wird. Um 5 ging der Wecker und von Tageslicht war noch keine Rede. Ein Tag Pause vom Urlaub war angesagt. Fange zwar erst offiziell am 2.9. bei meinem neuen AG an, aber einem Hilferuf bin ich heute gern gefolgt.

Als ich aus  dem Bad kam, wurde ich mit einem knall pinkfarbenen Himmel begrüßt. Aus Sorge vor Stau war ich dann schon eine halbe Stunde zu früh im Büro.

Ist auch gut gelaufen soweit. Ich hab mir immer mal wieder den Kopf zerbrochen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Aber das Gefühl nach heute ist gut. Wird mordsmäßig viel Arbeit, aber das brauche ich auch. Also sehe ich dem 2.9. nun etwas gelassener entgegen. Aber ich muss dringend wieder frühes Aufstehen trainieren. Vorerst hab ich feste Arbeitszeiten und eine weitere Fahrstrecke. Und das, wo ich so ein Morgenmensch bin *ähmnein* Dann noch acht Stunden simultan übersetzen und Anforderungen mit Externen diskutieren, wo ich gerade selbst nur weiß, wo die Toiletten sind 😂 Mein Kopf ist noch zu sehr auf faul sein eingestellt.

Nun bin ich früher als gedacht Zuhause, hab gestern das meiste schon für Spanien gepackt und kann es ganz entspannt angehen lassen. Hach 😎 Gleich noch Kühlschrank ausräumen und Lebensmittelspende bei der besten Nachbarin der Welt abgeben. Und ich glaub bei mir gibts heute was vom Lieferservice. Oder hol ich was vom Lieblingsgriechen? Quasi als Kontrastprogramm, bevor es ab Morgen Tapas gibt. Ich lasse mich noch von meinem Appetit inspirieren.

Ab Morgen dann ist erstmal Blogpause angesagt. Aber ich habe mir vorgenommen das 12 von 12 hier mitzumachen. Ich hoffe, ich vergesse es nicht.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel 

Mittwoch, 7. August 2019

Travel Bug

Die nächste Reise rückt näher, Zeit mal wieder meine Reiseliste zu updaten.

Dieses Mal geht es nach Valencia und Madrid. Ich liebe Spanien, da könnte ich jedes Jahr hinfahren. Diese beiden Städte sind aber neu, da war ich noch nicht.

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine Landkarte für mein Wohnzimmer gekauft und pinne nun jedes Mal ein Fähnchen an die Orte, wo ich schon war. Da die Aufteilung der Larte nicht so dolle ist, in manche Länder auch nur ein Fähnchen.

Als kleines Kind wollte ich immer gaaaanz viel reisen. Aus verschiedenen Gründen bin ich bis ins Teenageralter nicht über das Sauerland hinaus gekommen. Danach war Malle angesagt. Jahre in Folge. Ich meine, ist ja schon schön da und der Ballermannruf ist absolut ungerecht. Aber irgendwann reicht es dann auch mal. Zumal die Welt so viel zu bieten hat.

Ich bin kein Typ, der immer wieder an den gleichen Ort will. Daran ist sogar schon eine Beziehung gescheitert. Für ihn gabs nur den Robinson Club. Mir reichte das nicht. Der einzige Ort, an den ich immer und immer wieder zurück möchte ist meine Lieblingsstadt - New York. So sehr manche diese Stadt hassen, so sehr liebe ich sie. Sie ist so voll Leben und Abenteuer und trotz mehrere Besuche habe ich bei Weitem noch nicht alles gesehen. Außerdem verändert sich dort ständig etwas, so dass ich wohl nie fertig werde 😎

Schließlich schaffte ich es sogar einen Job zu ergattern, der eine hohe Reisebereitschaft erforderte. Hab ich 😁 Oder vielleicht besser gesagt, hatte ich. Denn hier wird Reisen wirklich anstrengend und von den Orten und Ländern sieht man nur in den seltensten Fällen etwas. Außerdem bin ich recht groß geraten, so dass besonders Langstreckenflüge selten bequem sind. Und für die Business Class war ich nicht wichtig genug. Inzwischen reduzieren sich die geschäftlichen Flüge auf ein paar europäische Ausnahmen im Jahr, damit komme ich klar.

Aber die Leidenschaft neue Länder und Orte zu entdecken ist immer noch da. Und da kommt es auch ziemlich praktisch daher, dass ich Mitten in Europa lebe. Da stecken auch bei Weitem die meisten Fähnchen in der Karte.

Die Inventur ergab also, an folgenden Orten war ich schon:

New York USA
Barcelona Spanien
Paris Frankreich
Peking China
Shanghai China
LA  USA
Miami USA
Oslo Norwegen
Stockkholm Schweden
Kopenhagen Dänemärk
Helsinki Finland
Manchester UK
Glasgow UK
Leiden Niederlande
Ameland Niederlande
Enschede Niederlande
Scheveningen Niederlande
Venlo Niederlande
Zandvoort Niederlande
Norderney Deutschland
Berlin Deutschland
München Deutschland
Hamburg Deutschland
Linz Österreich
Wien Österreich
Damerow Deutschland
Vancouver Kanada
Dubai UAE
Mallorca Spanien
Ibiza Spanien
Alicante Spanien
Gibraltar UK
Malaga Spanien
Marbella Spanien
Ronda Spanien
Athen Griechenland
Patras Griechenland
Olympia Griechenland
Kalavrita Griechenland
Tunis Tunesien
Hamamet Tunesien
Sidi Bouzid Tunesien
Douz/ Sahara Tunesien
Sousse Tunesien
Chott El Jerid Tunesien
Matmata Tunesien
La Spezia Italien
Budapest Ungarn
Szentendre Ungarn
Enschede Niederlande
Venlo Niederlande
Mouscron Belgien
Brüssel Belgien
Rom Italien
Wapnica Polen
Valencia Spanien
Madrid Spanien
Istanbul Türkei


Joa, da ist schon manches zusammen gekommen 😁 Aber ich bin noch nicht fertig. In den nächsten Jahren stehen folgende Trips auf dem Plan:

Indian Sumer Roadtrip
Südafrika
Karibik
Hawaii
London
Polarlichter
Australien 
Indien
Valencia
Madrid
Venedig
Brasilien
Lavendelfelder
Jakobsweg
Santorini
Transsibirische Eisenbahn
Eremitage St. Petersburg
Thailand
San Francisco
Japan
Alle Weltwunder

Und da kommen immer mal spontan weitere dazu. Um weiter so viele Länder und Städte wie möglich sehen zu können, mache ich auch Abstriche. Ich brauche keine riesen Wohnung (muss ja auch wer putzen, ne) und auch keinen fancy SUV. Die Parklücken im Pott sind eh nicht so üppig gesät. Und überhaupt, den Schischi brauch ich nicht. Ich geh zwar auch gern mal shoppen oder Unsinn kaufen, aber ich habe keinerlei Luxusallüren. Das hilft sehr 😁

Auch auf Reisen bin ich eher keine 5-Sterne-Touristin. Sauber und trocken sollte es sein, aber gern auch ursprünglich. In New York bevorzuge ich zum Beispiel Apartments und hab sogar schon zwei Wochen in einem richtig alten Brownstone gewohnt. Und auch sonst darf es gern eher ein eigenes Reich sein, vor einem Hotel. Da kann ich dann so machen, wie ich will.

Morgen ist Koffer packen angesagt. Heute hab ich mal ein paar Hotspots rausgesucht, dann verliere ich vor Ort keine Zeit. Und da der Kühlschrank auch noch leer gegessen werden muss, gab's noch lecker Apfelpfannkuchen.

Nun heißt es noch Küche putzen. Die Fruchtfliegen sind immer noch nicht alle ausgezogen. Es sind nicht mehr viele, aber weg sind sie nicht. Ich bin am Verzweifeln, ich habe keine Ahnung, wo die Viecher noch herkommen. Sie fliegen immer noch fleißig in das Essig-Saft-Gemisch. Aber dann auch gern mal in meinen Frühstückssaft oder gestern Abend in meinen Wein. Argh,,,

Ich hoffe die letzten Hausbesetzer erledigen sich dann im Urlaub von selbst.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel






Dienstag, 6. August 2019

#WMDEDGT 0819

Cooler Titel, oder? Hab ich gerade im Netz gefunden. Es steht für "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" und ist jeden 5. eines Monats fällig. Ja, ich weiß, da bin ich etwas spät dran. Als Blog-Neuling erlaube ich mir heute noch nachzuliefern. Muss mich ja erstmal zurechtfinden hier 😎

Die Idee stammt übrigens von  hier.

Also dann mal los. Woche vier von sieben des längsten Urlaubs meines Lebens geht los. Sind echt schon drei Wochen rum? Ich hab zwar schon einiges  geschafft, aber auch manchen Tag hemmungslos gefaulenzt. Ab jetzt muss ich mich aber wieder mehr bewegen, damit sich der Physiotherapeut nicht umsonst an mir rumschraubt. Der hat mich übrigens letzte Woche ganz schön verunstaltet.

Aber was soll ich sagen, es hilft.

Aber bevor ich heute weiter an meinem Rücken arbeite, gehts erstmal einkaufen, denn mein traditionelles Glas Saft am Morgen
bleibt erstmal leer. Schlechte Ressourcen-Planung nennt man das.

Im Supermarkt stolpere ich erst einmal über beste Nachbarin der Welt. Kurzer Schnack und dann gehts mit Brötchen, Saft und Grünzeug nach Hause.



Danach musste ich mich dann noch einmal dem Fruchtfliegenproblem annehmen. Denn auch gestern früh kamen mir wieder einige der Biester aus dem Mülleimer entgegen. Das Ding ist nagelneu und es war nichts drin, was ich aus Sicht einer Fruchtfliege attraktiv gefunden hätte. Nun kann ich nicht jeden Tag den ganzen Mülleimer entsorgen. Die Dinger sind erstaunlich teuer, dafür, dass man einfach nur Müll hinein wirft.

Also habe ich noch einmal Google konsultiert. Der Mülleimer scheint also die bevorzugte Brutstätte zu sein. Meiner steht nun vorerst leer und offen in der Küche. Schluss mit kuscheln. Außerdem habe ich härte Seiten beim Todesgesöff aufgezogen. Saft mit Essig fand die breit Masse toll, aber es sitzen immer noch ein paar Fliegen unentschlossen am Rand. Google empfiehlt hier Rotwein mit Essig. Kleine Feinschmecker habe ich da also in meiner Küche. Also opfere ich ein paar Schlucke von meinem Kochwein. Es riecht ekelhaft mit dem Essig vermischt. Aber sofort setzt wieder ein kleiner Todesmarsch ein. Prost!

Heute früh schwirren immer noch ein paar Fliegen hier und dort. Nun habe ich begonnen mit der Hand zu fangen. Es reicht. Ich will meine Küche wieder haben und meinen Mülleimer benutzen können. Argh!

Zurück zum Montag. Ich wollte eigentlich meinen Urlaubstrip etwas detaillierter planen und noch ein bisschen hier und da surfen. Aber mein Laptop hat Schnupfen. Er macht immer öfter Bluescreens. Nun ist er nicht mehr der Jüngste, aber eine Neuanschaffung ist hinsichtlich bevorstehender Projekte im nächsten Jahr (Umzug, Roadrtrip USA, neues Auto) nicht drin und ich bin ja etwas schottisch veranlagt bei solchen Dingen. So lang es noch zu reparieren ist, wird repariert. Also lasse ich etliche Diagnosen, Sicherungen, Defragmentierungen, etc, durchlaufen. Das dauert Stunden. Inzwischen spüle ich, mache die Autoscheiben von innen sauber, gieße Blumen auf der Terrasse und schaue ein paar Folgen Gilmore Girls. Diese Serie habe ich geliebt und kürzlich wiederentdeckt. Die erste Ausstrahlung ist schon fast 20 (!!) Jahre her. Meine Güte. Wo ist bloß die Zeit hin?

Nebenbei quäle ich mich ein bisschen mit meiner neueste Errungenschaft. Ich benutze schon ein paar Jahre die Blackroll für meinen Bürogeschundenen Rücken. Nun empfahl der Physiotherapeut auch mal den Ball der gleichen Marke auszuprobieren. Was soll ich sagen, das Ding ist klein aber gemein. Man kommt noch besser an die ekligen Stellen.

Ganz nebenbei macht man noch ein kleines Fitnessprogramm in Form von Kniebeugen etc. damit man an die richtigen Stellen kommt. Ich bin ganz froh, dass ich keine Zuschauer habe 😂

Das ist übrigens keine bezahlte Werbung oder so, sondern ein Geheimtip.

Eigentlich wollte ich noch Fenster putzen, stattdessen setze ich mich mitsamt Buch und Limo auf die Terrasse und lese. Muss ja meine Haut mal etwas an die Sonne gewöhnen, bevor es nach Spanien geht. Ich finds ja echt super, hier so Mitten im Ballungsgebiet ein eigenes kleines Stück grün zu haben. Und meine Wildgärtnerei hat über die Jahre doch ein kleines bisschen zum Naturschutz beigetragen. Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Libellen haben hier ein Zuhause gefunden. Dazu tröten diverse Vögel in den sonnigen Tag. Man könnte meinen, ich wohne auf dem Land.

Zum Abendessen gibt es Fisch. Nachdem ich den Herd dann auch angeschaltet hatte. Noch schnell ein Date mit den besten (Ex-)Kolleginnen für den nächsten Tag abgemacht, kleines Glas Prosecco geschlürft. Die letzte Flasche ist nun leer und trotz diverser Beutezüge durch die Supermärkte habe ich die Sorte nicht mehr gefunden. 😒

So, der nächste Tag steht an. Heute etwas produktiver. Ich will ein paar Pottfotos schießen. Werde ich demnächst auch hier mal posten.

Viele Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

Sonntag, 4. August 2019

Fliegenpest statt Angeberfoto

Dieser Post muss ohne Bild auskommen, denn er handelt von nichts Gutem.

Seit ein paar Tagen haben die Fruchtfliegen bei mir Einzug gehalten. Ich habe ihnen das Obst weggenommen. Stattdessen gab es das im Netz vielbesungene Gemisch aus Essig, Saft und Spülmittel. Über Nacht war der Boden der Schale schwarz von Leichen. Urgh. Das es so eine Bevölkerungsdichte in meiner Küche gab, war mir gar nicht klar.

Als ich frohen Mutes die Reste des Frühstücks entsorgen wollte, kam mir aus dem Mülleimer eine neue Generation entgegen. Nicht alle Fliegen hatten beschlossen den ehrenhaften Tod zu sterben, sie siedelten um in den Mülleimer. Ich habe den ganzen Mülleimer entsorgt (wollte ich eh mal machen).

Also habe ich die nächste Runde  Fliegentod hingestellt. Binnen Minuten gab es die nächsten Opfer. Am nächsten Morgen war die Schale wieder ein Massengrab. Aber immer noch saßen hier und da ein paar Fliegen am Rand und machten sich zu Sprung bereit. Wo kamen die bloß immer noch her?

Für den Abend hatte ich mir etwas besonderes aufgehoben.Meinen selbst gebackenen Apfelkuchen, von dem ich ursprünglich ein Angeberfoto nebst Rezept posten wollte. So richtig schön mit Vanillesoße, wie es sich gehört.

Als ich die hermetische Schicht Alufolie entfernte kam mir dann wieder eine Invasion in der Küche entgegen. Irgendwie haben diese verfluchten Viecher es doch geschafft an den Kuchen zu kommen!?!?! Argh!!!

Also wird auch diese Nacht im Zeichen des Massensterbens stehen. Wenn die Viecher jetzt nicht endlich weg gehen, muss ich wohl das Haus abbrennen...

Genervte Grüße aus Ruhr York

Pottnudel

12 vom 12.6.2025

Der Sommer zieht ein im Pott. Die nächsten Tage werden hochsommerlich. Heute musste ich mich aber erst nochmal ins Büro begeben. Mein letzte...